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August 2010

Zeitmanagement für Dienstleister

10 Wege, mehr zu verdienen, ohne mehr zu arbeiten

(Link zum Artikel: http://www.createordie.de/cod/artikel/3288)

Kennen Sie die Nächte, in denen man aufwacht und sich nicht sicher ist, ob dem aktuellen Projekt ein nächstes folgen wird? Fragen Sie sich auch manchmal, warum bei 60 Wochenarbeitsstunden und mehr das Konto trotzdem nicht prall gefüllt ist? Hier sind zehn Tipps, die dazu führen können, dass Sie in Zukunft als Dienstleister mehr verdienen werden, ohne mehr zu arbeiten.

Text: Rainer Stropek

1. Aufhören, umsonst zu arbeiten

Welchen Stundensatz soll man verrechnen? Im Branchendurchschnitt verlangt beispielsweise ein Juniorberater in Deutschland ca. 110 Euro pro Stunde. Stellen Sie sich einen Händler vor, der Produkte verkauft, die ungefähr diesen Wert haben. Es wäre undenkbar, dass er im Lauf einer Woche seine Produkte an Kunden ausgibt und am Ende der Woche ungefähr schätzt, wem er wie viele Stück geliefert hat und daraus errechnet, welchen Betrag er verrechnen kann. Dienstleister arbeiten oft so. Zeiterfassung ist lästig, unterbricht den Arbeitsfluss und wird daher erst irgendwann erledigt.

Man muss sich bewusst werden, dass jede geleistete Stunde wertvoll ist und verrechnet werden muss. Besorgen Sie sich ein Zeiterfassungstool wie Time Cockpit, damit nie wieder eine verrechenbare Stunde verloren geht. Dieser Tipp lässt sich sofort und ohne großen Aufwand umsetzen und er kann für viele von Ihnen Umsatz und Gewinn unmittelbar steigern.

2. Auffallen und im Gespräch bleiben

Ein Sprichwort sagt: "Aus den Augen, aus dem Sinn". Sie können sicher sein, dass viele Ihrer früheren und potenziellen Kunden Probleme haben, die Sie perfekt lösen könnten. Trotzdem ist die Chance gering, dass sie sich von alleine bei Ihnen melden, wenn Sie nicht regelmäßig in deren Köpfen herumspuken. Sorgen Sie dafür, dass sich Ihre früheren Kunden immer wieder an Sie erinnern.

Ein interessanter Newsletter kann beispielsweise Wunder wirken. Sie meinen, keine Zeit zum Schreiben des Newsletters zu haben? Steigern Sie Ihre Effizienz, indem Sie Ergebnisse aus Kundenprojekten – vielleicht anonymisiert oder statistisch zusammengefasst – wiederverwenden. Oder teilen Sie spannende Links oder Literaturhinweise mit. Auf diese Weise entsteht der Inhalt Ihres Newsletters wie von selbst. Und was ist mit neuen Kunden? Die Kunst ist es, aufzufallen. Wenn Sie gut sind, ist es erlaubt, Regeln zu durchbrechen. Werden Sie derjenige, an dessen unkonventionelle Lösungsansätze, tabubrechende Fragen und kreative Ideen man sich erinnert und von denen man sich erzählt. Die Projektanfragen werden automatisch folgen.

3. Reputation heißt höherer Stundensatz

Versetzen Sie sich in die Lage eines Interessenten, der bei Ihnen wegen eines Projekts anfragt. Er ist unsicher, da die Beauftragung von Ihnen ein Risiko darstellt. Haben Sie das notwendige Wissen? Arbeiten Sie verlässlich? Als Dienstleister ist die zentrale Frage im Verkaufsprozess Vertrauen. Wie bringen Sie Ihre Kundin dazu, Ihnen zu vertrauen?

Der Schlüssel dazu heißt Reputation. In Zeiten des Internets wurde es viel leichter, als Kunde die Reputation eines möglichen Dienstleistungspartners zu überprüfen. Reagieren Sie darauf und beginnen Sie, gezielt Reputation aufzubauen. Führen Sie einen interessanten Blog (kann wunderbar mit dem Thema Newsletter verknüpft werden) oder veröffentlichen Sie Artikel im Web oder wenn möglich auch in Magazinen und Büchern. Drehen Sie Videos und stellen Sie diese auf YouTube und andere Plattformen. Oder versuchen Sie, sich als Sprecher bei Konferenzen einen Namen zu machen.

Sie werden feststellen, dass eine Liste von einschlägigen Publikationen in Ihrem nächsten Angebot Wunder wirken wird. Die Zeit, die Sie in den Aufbau Ihrer Reputation investieren, wird sich garantiert finanziell durch einen höher durchsetzbaren Stundensatz wiederspiegeln.

4. Lernen, die richtigen Dinge abzugeben

Haben Sie den ersten Punkt schon berücksichtigt? Machen Sie nicht den Fehler, nur die verrechenbaren Zeiten in Kundenprojekten aufzuzeichnen. Erfassen Sie alle Ihre Arbeiten (Tools wie das erwähnte Time Cockpit können Ihnen diese Arbeit größtenteils abnehmen). Am Ende des Monats werden Sie feststellen, dass Sie einen großen Teil Ihrer Zeit mit Aufgaben verbringen, die nicht in Ihre eigentliche Kernkompetenz fallen: Buchhaltung, Post, Rechnungen mit der Hand schreiben, Termine koordinieren und vieles mehr. Wenn Sie ein Wochenende durcharbeiten, um Administratives zu erledigen, sind Sie deshalb beim Kundentermin am Montag müde und demotiviert. Das wird Ihrem Geschäft nicht zuträglich sein.

Überlegen Sie sich, welche Tätigkeiten Sie an andere delegieren können. Machen Sie dabei nicht den Fehler, jene Dinge abzugeben, bei denen Ihre Expertise gefragt ist. Ein Student kann nicht Ihren Newsletter schreiben, da sein Inhalt Ihre Kompetenz wiederspiegeln muss. Ihr Steuerberater kann Ihnen aber vielleicht in Sachen Buchhaltung einiges abnehmen und ein Vielfaches der Kosten werden Sie durch gesteigerten Umsatz und Zufriedenheit wieder herein bekommen. In Zeiten von Software-as-a-Service könnten Sie um winzige Beträge die gesamte Infrastruktur für eine professionelle Arbeit im Internet mieten und brauchen sich weder um Installation noch um Update oder Backup zu kümmern.

5. Administrative Prozesse automatisieren

Dieser Tipp schließt direkt an den vierten Punkt an. Selbst als Einzelunternehmer oder als kleines Team zahlt es sich aus, administrative Prozesse zu standardisieren und zu automatisieren. Es geht dabei nicht nur darum, lediglich Zeit zu sparen. Es geht darum, den Kopf frei zu bekommen. Wenn Sie mitten in der Nacht mit einer genialen Lösungsidee für einen Kunden oder für ein neues Dienstleistungsangebot aufwachen, ist das in Ordnung. Ein Alptraum wegen schlechtem Gewissen, weil Sie die Rechnungen des letzten Monats immer noch nicht geschrieben haben, darf allerdings nicht sein.

Suchen Sie gezielt Softwarewerkzeuge für Ihre Administration, die Sie oder Ihr IT-Berater (vielleicht sollten Sie sich eine solche Person suchen) einfach und kostengünstig anpassen können. Es ist nicht notwendig, dass Sie Ihre Rechnungen mit der Hand schreiben. Das Fahrtenbuch für Ihr Auto kann automatisch generiert werden. Sie werden Zeit einsparen, die Sie entweder gewinnbringender verwenden oder zum Aufladen Ihrer Batterien nutzen können.

 

Kommentare
Gravatar Jörg Oyen 23.08.2010
um 13:12 Uhr
Sehr gute Zusammenfassung - bis auf die andere Zeiterfassung (werde ich mir später mal im Detail mit Timelog vergleichen) sind es genau diese 10 Punkte die alle drei Monate bei meinen eigenen Retrospec und Optimierungs Checkup zur Stellung der richtigen Fragen dienen und zu wegweisenden Antworten verhelfen... #zitieren
Gravatar Kirsten 23.08.2010
um 14:25 Uhr
Es ist erstaunlich, dass einem die Dinge, die man falsch macht erst erkennt, wenn man mit der Nase darauf gestupst wird! Danke für die guten Ansätze... Ich finde viel davon können auch genauso auf das pivate Leben übernommen werden... #zitieren
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