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Februar 2012

Bytes, Vibes & Hypes - Crowdfunding

(Link zum Artikel: http://www.createordie.de/cod/artikel/4353)

Das Internet ist eine unerschöpfliche Inspirationsquelle aus der täglich neue Ideen, Projekte und Impulse sprudeln. Manche sind ein voller Erfolg, andere verpuffen nach kürzester Zeit. Bytes, Vibes & Hypes spürt Hypes aus der Welt der Bits und Bytes auf und versorgt Euch mit Hintergrundinfos zu aktuellen Vibes und Trends aus der Szene. Wir berichten wöchentlich von interessanten Startups, kreativen Köpfen und coolen Internet-Phänomenen.

Text: Athanassios Danoglidis

Crowdfunding: Ideen treffen Investoren im Internet

Kreative Köpfe, Durchhaltevermögen und eine gehörige Portion Startkapital sind die Grundzutaten für ein erfolgreiches Startup-Unternehmen. Leider hakt es oft am Geld. Der Weg zur Bank und die anfallende Bürokratie macht es gerade jungen Unternehmern oft schwer, und so ersticken viele Ideen bereits im Keim. Eine Alternative zur traditionellen Geldbeschaffung bietet hier das Crowdfunding - auf Deutsch Schwarmfinanzierung.

Was ist Crowdfunding im Internet?

Als Pionier der Crowdfunding-Bewegung gilt Jeff Howe, weil er 2006 in einem Artikel für das „Wired Magazine“ den Begriff zum ersten Mal erwähnte. Der Neologismus "Crowdfunding" setzt sich zusammen aus den Worten "crowd" und "funding". Mit "crowd" wird in diesem Fall die Masse von Internetnutzern bezeichnet, die auf einer Internetplattform Zugriff auf die dort angebotenen Projekte haben. "funding" bezeichnet den Akt der finanziellen Unterstützung eines Projekts.

Auf Crowdfunding-Internetseiten können beispielsweise Künstler, Designer, Spieleentwickler oder Jung-Regisseure ihre Projekte vorstellen und das benötigte Budget für deren Umsetzung angeben. Interessierte Privatleute können bereits mit Minibeträgen per Mausklick in das Projekt investieren.

Barometer für Geschäftsidee

An der Resonanz der Internet-User kann gleichzeitig gemessen werden, wie gut die Geschäftsidee draußen – in der echten Welt- ankommt. Denn nur interessanten Ideen gelingt es, potenzielle Privatinvestoren zu mobilisieren. Somit stellt das Crowdfunding-Konzept gleichzeitig einen virtuellen Testlauf im Internet dar.

Für jedes Crowdfunding-Projekt gibt es eine Deadline, der Fortschritt (die Einnahmen) des Projektes wird dokumentiert und ist für Investoren transparent. Wenn innerhalb des gesetzten Zeitraums das benötigte Kapital nicht bereitgestellt wird, fließen die eingebrachten Einnahmen an die Investoren zurück. Wenn das Projekt jedoch in die Tat umgesetzt und von Erfolg gekrönt wird, bekommen die Anleger als Gegenleistung zum Beispiel Anteile, Geld oder Sachleistungen.

Google-Suchanfragen sprunghaft angestiegen

Eine Grafik von Google-Statistik zeigt, dass sich immer mehr User für das Thema Crowdfunding interessieren: Deutlich ist eine sprunghafte Zunahme von Google-Suchanfragen zu diesem Thema zu erkennen.

Die größten Crowdfunding-Plattformen in Deutschland sind inkubato, mySherpas, pling, Startnext und VisionBakery.

Auf diesen Plattformen finden sich viele Nischen- und Non-Profit-Projekte, die wegen der knappen öffentlichen Gelder für Kunst und Kultur in Online-Crowdfunding eine moderne Fortsetzung des traditionellen Mäzenatentums sehen. Wer in Non-Profit-Projekte investiert, wird bei einem erfolgreichen Zustandekommen eines Projekts nicht materiell, sondern ideell in Form von Danksagungen entlohnt.

Beispiel: das Lichter-Festival in Frankfurt

Die Macher der Filmtage Frankfurt versuchen derzeit Geldmittel für das kommende Lichter-Festival (27. März bis 1. April 2012) im Internet zu sammeln. Wir sprachen mit Festivalleiter Gregor Maria Schubert und Festival-Planerin Johanna Süß über alternative Finanzierungskonzepte und Crowdfunding im Internet:

Createordie.de: Was ist das Lichter-Filmfest Frankfurt und wofür genau sammeln Sie auf Startnext.de Geld?

Gregor Maria Schubert: Im Kern der "Lichter" stehen Filme mit Bezug zu Rhein-Main. Sie treten in einen Wettbewerb um Preise für den besten Kurz- und Langfilm.

Dazu zählt dieses Jahr zum Beispiel eins der größten Crowdfunding-Projekte weltweit: die finnisch-deutsch-australische Co-Produktion “Iron Sky”, die ihre Weltpremiere auf der Berlinale feiert, und “Schlafkrankheit” von Ulrich Köhler, Wettbewerbsfilm der Berlinale 2011.

Daneben gibt es ein umfangreiches Rahmenprogramm, für das die Finanzierung leider noch nicht steht. Vorträge, Diskussionen, Installationen und unser geliebter Lichter Art Award - all das macht für uns ein lebendiges Festival aus. Deshalb ist es auch so wichtig, dass wir das Geld dafür zusammen bekommen, beispielweise über Crowdfunding-Plattformen wie Startnext.de.

Die Fortsetzung des Interviews findet Ihr auf Seite 2.

 

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