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Dezember 2007

ColdFusion 8!


Fortsetzung, Teil 2

Goldene Zeiten für effiziente Programmierer

(Link zum Artikel: http://www.createordie.de/cod/artikel/1450)

Sie benötigen zur Texteingabe in Ihrem Web-Formular einen Rich-Text-Editor? ColdFusion bietet Ihnen auch das in extrem einfacher Form:

<cftextarea name="meinText" richtext="true" toolbar="Basic" />

Hiermit wird automatisch der beliebte Open-Source-Rich-Text-Editor FCKEditor in einer speziell angepassten Version integriert und kann via ColdFusion an die eigenen Anforderungen angepasst werden. Einziges Manko derzeit: Die im FCKEditor angebotene Funktion, über eine spezielle Schaltfläche auch gleich Bilder auf den Server hochladen zu können, ist in der aktuellen ColdFusion-Version aus Sicherheitsgründen noch nicht integriert.

Wer sich für dieses spezielle Feature interessiert, sollte die Gelegenheit nutzen, es das Entwicklerteam bei Adobe wissen zu lassen, da dieses sich sehr stark am Feedback aus der Community orientiert. Was verlangt wird, wird in der Regel auch umgesetzt. Hierzu steht Ihnen ein Bug-Report-/Feature-Request-Formular zur Verfügung.

Wir sind das Volk
Überhaupt hat Adobe sich in dieser Version sehr stark an den (An)Forderungen der Entwicklergemeinde orientiert, was dazu geführt hat, dass bei diesem Release scheinbar auch der letzte Entwickler glücklich geworden ist, zumindest ist das Feedback auf die neue Version bisher durch die Bank positiv ausgefallen.

Seit Jahren standen Wünsche nach einer guten Methode, Bilder in ColdFusion zu be- und verarbeiten, ganz oben auf der ewigen Entwicklerwunschliste. In ähnlicher Höhe ein interaktiver Debugger, Servermonitor und Plug-ins für die Entwicklungsumgebung Eclipse oder die Anbindung an Microsofts Exchange Server und .NET-Plattform. All diese Wünsche wurden in der aktuellen Version berücksichtigt und entsprechende Features integriert.

Die Nähe zur Entwicklergemeinde zeigt sich auch dadurch, dass zwei Monate vor Veröffentlichung der neuen Version erstmals eine öffentlich frei zugängliche Betaversion über die Adobe Labs zum Testen bereitgestellt wurde.

Letztendlich wurde auch der Ruf aus der Community erhört, beim Herunterladen einer Trial-Version besser kenntlich zu machen, dass ColdFusion grundsätzlich als Developer-Version völlig kostenlos zur Verfügung steht. Wer keinen eigenen Webserver betreibt, hat also außer Hosting-Gebühren keine weiteren Kosten.

Das Beste aus allen Welten
Zur Umsetzung neuer Features kann sich das Entwicklerteam zum einen aus der Open-Source-Szene bedienen und viele Projekte aus der Java-Welt integrieren, zum anderen wird eigenständige Software von Drittherstellern lizenziert oder zugekauft und integriert, und nicht zuletzt kann sich aus dem internen Adobe-Fundus bedient werden. Die Möglichkeit, auf alle diese Quellen zugreifen und sie unter einem Dach vereinen zu können, ist einer der exklusiven Vorteile von ColdFusion.

Mit Version 8 lassen sich nun auch .NET-Objekte in ColdFusion genauso wie Java-Objekte ansprechen, was ColdFusion zur idealen Middleware für Projekte macht, die beide Plattformen bedienen müssen.

Neue Features braucht das Land
Die bereits kurz angerissenen neuen Features stellen nur einen Bruchteil der vielen Neuerungen in CF 8 dar. Insgesamt wurden 34 neue ColdFusion Tags und 88 neue Funktionen eingeführt, womit in CF 8 nun insgesamt 379 Funktionen zur Verfügung stehen.

Ein großer Teil der neuen Funktionen entfällt auf die Bildverarbeitung. Hier hat sich das lange Warten gelohnt: In Version 8 werden umfangreiche Bildbearbeitungsfunktionen angeboten, die im Detail den Umfang dieses Artikels bei weitem sprengen würden. Zusätzlich zur Manipulation von Bilddaten ist auch ein automatischer Captcha-Generator in das neue <cfimage> -Tag integriert, der die Erstellung von Captcha-Bildern ebenfalls in einer einzigen Codezeile ermöglicht.

Die Integration verschiedener AJAX-Techniken ist ein spannendes und umfangreiches Thema für sich, dem in Kürze in einem eigenen Workshop auf CREATE OR DIE Rechnung getragen wird. Hier sind viele interessante neue Features hinzugekommen, wobei verschiedene Ansätze gewählt und sowohl die Yahoo! User Interface Library als auch Prototype und das Adobe-eigene Spry integriert wurden. ColdFusion 8 bietet sowohl fertige Lösungen mit Tags wie <cfToolTip> oder <cfPod> an, wie auch die Möglichkeit, über <cfAjaxProxy> selbstgestrickte Lösungen mit einer einfachen und eleganten Möglichkeit zu unterstützen, aus JavaScript heraus mit ColdFusion Components zu kommunizieren. ColdFusion Components unterstützen nun auch nativ den Datentransfer via JSON.

Wie gut die Integration gelungen ist, sieht man am Beispiel für ein so genanntes Autocomplete-Formularfeld. Während des Tippens wird unter dem Eingabefeld automatisch eine Liste mit Auswahlmöglichkeiten zur Vervollständigung des Eingegebenen eingeblendet:

<cfset vorschlaege="Philipp, Philosoph, Philippinen, Philatelie, Philosophie"> <cfinput name="eingabefeld" autosuggest="#vorschlaege#">
ColdFusion generiert den kompletten JavaScript-Code inklusive Links für Include Files und Stylesheets und bindet ihn in den generierten HTML-Code ein. Im Beispiel wurde eine einfache Liste verwendet, im echten Leben würde diese Liste aus einer Datenbank ausgelesen werden, das Prinzip (und die Kürze) bleiben gleich.

Weitere Goodies wie ein aufpoliertes Datagrid und <cftree> runden das Paket ab. Ganze sechs neue Tags wie <cfExchangeMail> , <cfExchangeCalendar> und <cfExchangeContact> bringt die Microsoft-Exchange-Integration mit sich, wodurch sehr komfortabel auf Kalender, Kontakte und E-Mails auf einem Exchange Server zugegriffen werden kann.

Ein weiteres interessantes neues Feature ist die Möglichkeit, mithilfe des neuen <cfpresentation> -Tags komplette webbasierte Präsentationen zu generieren und diese z.B. mit Realtime-Daten aus einer Datenbank anzureichern, die mittels <cfchart> in verschiedenen Grafiken dargestellt werden können.

Über das neue Tag <cfzip> kann ColdFusion jetzt auch von Haus aus komfortabel Zip-Archive verarbeiten und erstellen, während <cfdbinfo> zahlreiche Informationen über verwendete Datenquellen liefert. So kann abgefragt werden, welche Datenbanken, Tabellen und Spalten, Stored Procedures, Indexe usw. in einer Datenquelle vorhanden sind.

Mittels <cfthread> können abzuarbeitende Programmschritte in mehrere Threads aufgespalten und gleichzeitig bearbeitet werden, was in vielen Fällen der (gefühlten) Performance zugute kommt und die Möglichkeiten moderner Mehrprozessorsysteme ausnutzt. Eine weitere performancesteigernde Neuerung ist die Möglichkeit, jetzt auch dynamische Datenbankabfragen cachen zu können, die <cfqueryparam> -Tags enthalten, dies war in vorherigen ColdFusion-Versionen nicht möglich.

Nachdem ColdFusion einige Jahre ohne Debugger auskommen musste, gibt es mit Version 8 nun endlich wieder interaktive Debuggingmöglichkeiten für ColdFusion, und das gleich doppelt mit den Adobe Eclipse Plug-ins und dem noch wesentlich umfangreicheren, separat erhältlichen Programm FusionDebug. Einziger Wermutstropfen: die Plug-ins laufen derzeit noch nicht auf OS X.

Freunde der objektorientierten Programmierung werden mit dem neuen Tag <cfinterface> glücklich, das es erlaubt, Interfaces für ColdFusion Components zu schreiben. Außerdem bringt ColdFusion 8 einige neue Dateifunktionen zum schnelleren Durchlaufen von eingelesenen Dateien und Auslesen und Modifizieren von Rechten und Dateiinformationen sowie viele weitere Detailverbesserungen, die sich unter anderem in vielen neuen Tag-Attributen für bereits vorhandene Tags niederschlagen.

Zusätzlich zu den bisher unterstützten Systemen läuft CF 8 jetzt auch auf Mac OS X Intel und Microsoft Virtual Server/VMWare und bringt Unterstützung für die Datenbanken MS SQL Server 2005, Oracle 10g, Sybase ASE15, MySQL 4 und 5 und PostgreSQL 8 mit.

 

Kommentare
Gravatar Pete 02.01.2008
um 15:02 Uhr
Sehr guter Artikel. #zitieren
Gravatar Alex 24.02.2009
um 03:22 Uhr
Gute Artikel. Nur im Bezug zum cftextarea gibt es noch zu korrigieren, dass man den Dateiupload dennoch aktivieren kann => http://www.rakshith.net/blog/?p=41
LG
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