August 2008
Crowdsourcing
Teil 2: Einsatz im Kreativbereich
Nach der grundlegenden Begriffsklärung im ersten Teil unserer Artikelserie, geht es diesmal um die Zwecke und Ziele von Crowdsourcing im Kreativbereich.
Text: Matias Roskos
Kreativ-Crowdsourcing als Mix von Dienstleistung, Viralmarketing und SEM
Crowdsourcing im Kreativbereich ist mehr als nur eine neue, innovative Form der Ideengenerierung. Anders formuliert: Crowdsourcing kann und sollte mehr sein als "nur" eine Kreativdienstleistung.
Für die meisten Auftraggeber spielt erst einmal der Kreativprozess die entscheidende Rolle. Erst bei der Detailkonzeptionierung einer intelligenten Crowdsourcing-Kampagne fällt auf, dass man diese wunderbar als Baustein in bestehenden oder in der Planung befindlichen Marketingkonzepten nutzen oder sogar um das Kreativ-Crowdsourcing herum spannende Marketingkonzepte planen kann.
Hierfür bedarf es aber einer strategischen Planung, damit Marketingeffekte auch tatsächlich zum Tragen kommen. Und man muss jederzeit bedenken: Web 2.0, und damit auch Crowdsourcing, bedeutet Kommunikation und ist keine PR-Einbahnstraße! Dies fällt so manchem Markenverantwortlichen immer noch sehr schwer. Kommunikation auf Augenhöhe statt Frontalansprache – für viele ein Feld, das ihnen Angst macht.
Wozu kann Crowdsourcing gut sein? Was erreiche ich damit?
Crowdsourcing kann als Bestandteil von Open-Source-Marketing eingesetzt werden. Hierbei dient es als Container in Communities hinein. Es geht darum, entweder die eigenen Nutzer zu involvieren oder aber auch neue Fans zu lokalisieren, zu binden und ihnen Mehrwerte zu bieten. Eine spannende Crowdsourcing-Aktion kann dafür den Rahmen und den Startschuss bieten, denn sie motiviert zum einen kreative Menschen zum Mitmachen. Sie lädt kommunikative Menschen wiederum dazu ein, die eingesandten Arbeiten und Vorschläge zu kommentieren. Und jeder hat die Chance, sich mittels Votingsystemen aktiv einzubringen, auch wenn er selbst nicht kreativ tätig sein möchte. Mitmachen, Voten, Kommentieren, Weiterempfehlen – das sind die Möglichkeiten, die Teilnehmer haben, um sich sinnvoll einzubringen.
Hierbei wird deutlich, dass die Kreativen letztendlich nur eine Gruppe von verschiedenen involvierten Internetnutzern sind – wenn auch eine enorm wichtige. Denn ohne die Arbeit der Kreativen gäbe es nichts, worüber es sich zu diskutieren lohnt, was man bewerten oder weiterempfehlen könnte. Für die Kreativen wiederum zeigt sich, dass es nicht nur aufgrund vorhandener monetärer Anreize Sinn macht, mit dabei zu sein. Man kann sich zudem anderen Menschen präsentieren und sehen, ob man den Zeitgeist und den Geschmack vieler Internetnutzer trifft, wer ankommt, auch bei potenziellen Kunden.
Crowdsoucing als Schaufenster
Immer wieder kommt es aufgrund von eingesandten Arbeiten bei Kreativ-Contests zu späteren oder parallelen Kontaktaufnahmen durch "Kunden", die Stil und Individualität einzelner Grafikdesigner, Fotografen, Digital Artists, Comiczeichner oder Illustratoren begeistern und mit diesen zusammenarbeiten möchten. Man wird über einen Kreativcontest oft schneller und besser gefunden als über das eigene, irgendwo in den Weiten des Internets versteckte Portfolio. Crowdsourcing im Kreativbereich ist also auch ein Schaufenster für kreativ tätige Menschen und eine echte Fundgrube für Firmen auf der Suche nach Kreativen.

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