April 2008
Das Web.3D im Wandel der Zeit
Fortsetzung, Teil 2
The End of the Web as we know it
Entwicklungstreiber der Zukunft
In die Zukunft schauen kann niemand, auch wenn viele Menschen linear in die Zukunft extrapolieren und regelmäßig daran scheitern. Interessanter und vielversprechender ist die Methode der Kybernetischen Kalibrierung [6], mit der es möglich ist, komplexe Felder ganzheitlich zu betrachten. Die Kybernetische Kalibrierung ermittelt Beobachtungsfelder mit jeweiligen Einflussfaktoren, die miteinander vernetzt werden, um kreativ in die Zukunft zu schauen. Dabei handelt es sich nicht um Prognosen, sondern um "Es könnte sein"-Szenarios auf Basis gegenwärtiger Beobachtungen.
Für die Zukunftsentwicklung des Web.3D wurden im Rahmen einer kybernetischen Betrachtung folgende Beobachtungsfelder identifiziert:
1. Be- und Entschleunigungsprozesse
2. Medienkonvergenzen
3. Technologiekonvergenzen
4. Strategische Faktoren und Rahmenbedingungen
Be- und Entschleunigungsprozesse
In der Kybernetik spricht man von zirkulär rückgekoppelten Prozessen (Abbildung 1) mit der Eigenschaft des exponentiellen Wachstums (Abbildung 2), wenn eine Ausgabegröße auf einen Eingang zurückgeschaltet wird. In unserer Technologieentwicklung finden wir einen solchen Prozess vor, wenn wir z.B. eine produzierende Maschine nutzen, um weitere Maschinen zu produzieren oder zu entwickeln. Mit bestehender Software wird Software erzeugt.
Würde die Welt nur noch aus solchen exponentiell wachsenden Beschleunigungs-prozessen bestehen, hätte die Gesellschaft ein Problem, da Sie der steigenden Komplexität nicht gewachsen wäre. Demnach gibt es natürliche und technische Entschleunigungsprozesse.
Natürliche Entschleunigungsprozesse entsprechen der ablehnenden Haltung von Menschen gegenüber neuer Technik, wie wir dies im Fall Second Life beobachten konnten. Viele Menschen konnten mit dem neuen Medium nichts anfangen und taten es als Spielerei ab. Zum einen sind tatsächlich Ähnlichkeiten mit einem Spiel vorhanden, zum anderen ist da vielleicht eine zu realitätsnahe Matrix-Analogie, die Angst erzeugt. Für den Großteil der Gesellschaft ist es schwer vorstellbar, dass die totale und sofortige Vernetzung mit einer neuen Qualität in der Kommunikation daherkommt. Diese ablehnende Haltung ist natürlich und zwingt den Menschen zu kritischen Reflektionen, um sich Risiken gewahr zu werden. Dies wiederholt sich laufend und ließ sich bei der Einführung des Telefons, der Eisenbahn, des Autos und des zweidimensionalen Webs beobachten.
Die zweite Art von Entschleunigungsprozessen entsteht durch die Komplexitätsfalle. Sie ist eher technischer Natur. Schaut man sich den heutigen Technologie-Stack einer größeren Webanwendung an, hat man es unter anderem neben komplexen Geschäftsprozessen mit XML, J2EE, Datenbanken, Netzwerkprotokollen und Sicherheitsfragen zu tun. Hier steht sich die Technik aufgrund ihrer Komplexität selbst im Weg. Ein einzelner Mensch kann damit nicht umgehen.
Technologiekonvergenzen
Während natürliche Prozesse wie die Technologieablehnung Entwicklungen bremsen, beschleunigen Technologiekonvergenzen. Das klassische Beispiel: Der berühmte Walkman von Sony, der eine Kombination aus Kopfhörer und tragbarem Kassettenrekorder darstellt. Aktuelle Konvergenzen sind zurzeit in der Verschmelzung von Handy, PDA und Fotoapparat zu erkennen.
Für das Web.3D werden Entwicklungen und Konvergenzen in folgenden Technologiezweigen eine Rolle spielen:
1. 3D-Erzeugung
2. Human Interfaces
3. Mobile Kommunikation
4. Augmented/Mixed Reality
































