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April 2008

Das Web.3D im Wandel der Zeit


Fortsetzung, Teil 3

The End of the Web as we know it

(Link zum Artikel: http://www.createordie.de/cod/artikel/1667)

Medienkonvergenzen

Außer den vorher beschriebenen Beschleunigungsprozessen spielen Medienkonvergenzen eine Rolle. Man unterscheidet hier zwischen der Medienkonvergenz auf technischer und auf inhaltlicher Ebene.

Die inhaltliche Konvergenz wird heute auch mit Crossmedia bezeichnet und meint den zeitgleichen Launch von Inhalten auf verschiedenen Medien wie Print, Internet, DVD und TV.

Auf technischer Ebene bezieht sich Medienkonvergenz auf das Zusammenwachsen verschiedener Einzelmedien in einem gemeinsamen Ausgabegerät. Für das Web.3D ist die technische Medienkonvergenz interessant, wenn klassisches TV mit IPTV und dem Web.3D verschmilzt. Allen voran ist der amerikanische TV-Sender CBS, der im Oktober 2007 seine Sendung CSI:NY an Second Life gekoppelt hat (zu CSI NY in Second Life siehe: CBS.com und YouTube.com). Ebenso interessant sind die Produktionen des Second-Life-TV-Magazins Life4u, das im April 2007 die deutsche Band Juli und kurz darauf den Starpianisten Lang Lang in Second Life präsentiert hat.

Strategische Faktoren und Rahmenbedingungen

Neben den bereits genannten Beobachtungsfeldern kommen globalstrategische Machtfaktoren hinzu. Dies betrifft insbesondere die Etablierung von De-facto-Standards am Markt. Hier kommt einem Standard-Übertragungsprotokoll eine besondere Bedeutung zu, ebenso einem Datenbeschreibungsstandard für 3D-Content. Man denke an eine http-/HTML-Analogie, wobei jedoch oft übersehen wird, dass es um 3D-Daten geht, die sich in Echtzeit verändern!

Nichttechnische Faktoren sind in diesem Bereich notwendige gesetzliche Veränderungen, die das Handeln sowie Eigentums- und Übertragungsrechte im virtuellen Raum regeln.

Aktuelle Beobachtungen und Tendenzen

3D-Erzeugung
Die 3D-Erzeugung lässt sich in zwei Bereiche einteilen: Die Erzeugung von virtuellem 3D-Content und von physisch anfassbaren 3D-Erzeugnissen.

Für die Erzeugung von virtuellem 3D-Content sind Entwicklungen im Bereich der Photogrammetrie bedeutend. Die Firma RSI aus Oberursel entwickelt eine Software, mit der aus 2D-Aufnahmen sehr schnell 3D-Modelle erzeugt werden können. Eine etwas andere Technologie ist das 3D-Scanning, welches die Firma Polygon Technology GmbH aus Darmstadt anbietet. Diese Techniken unterstützen die kostengünstige Erzeugung von 3D-Content. Die Anwendungsgebiete sind naheliegend. Insbesondere der Immobilien- und Möbelmarkt wird von diesen Anwendungen profitieren, neue Geschäftsbereiche werden erschlossen und eine neue Form der Produktkommunikation und -präsentation entdeckt werden.

Andere Geschäftsbereiche werden von Techniken berührt, die aus virtuellen 3D-Modellen physisch anfassbare Dinge produzieren. So ist es vorstellbar, dass sich in Zukunft ein 3D-Modellierer mit Marketingexperten innerhalb virtueller Welten wie Second Life trifft. Sie sitzen vor ihrem Rechner und steuern ihre Avatare. Die Marketingexperten sitzen beispielsweise in Deutschland, der 3D-Modellierer in China oder Indien. Besprochen wird ein Produktdesign, das in Echtzeit vor den Augen der Marketingexperten modelliert und diskutiert wird. Ist der 3D-Prototyp fertig, wird mittels eines 3D-Druckers das Modell in Deutschland ausgedruckt. Der Prototyp wird physisch anfassbar, bevor dieser im weiteren Entwicklungsprozess zur Produktreife gebracht wird. Auch hier liegen die Vorteile auf der Hand. In sehr frühen Phasen des Produktdesigns können Fehler entdeckt und Kosten gespart werden. Die Drucker sind bereits heute von Firmen wie 4D Concept und Z-Corporationdrucken lassen.

 

Kommentare
Gravatar Casper 15.04.2008
um 23:08 Uhr
Schöner Überblick! Kennst du zufälligerweise einen Dienstleister (deutsch oder international), der anbietet, Avatare aus Second Life in 3D "auszudrucken"? Fabjectory hat das mal angeboten, die gibt es aber anscheinend nicht mehr :( Suche dringend so einen Service, Kosten fast egal (naja) #zitieren
Gravatar Robert 16.04.2008
um 09:03 Uhr
rapidobject.com (von denen Fabjectory mal abstammte) bietet so einen Service nach wie vor an. Du musst die Daten allerdings schon vorliegen haben. WoW-Spieler haben es da mit figureprints.com schon wesentlich einfacher (falls sie es auf die Warteliste schaffen). #zitieren
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