April 2008
Das Web.3D im Wandel der Zeit
Fortsetzung, Teil 5
The End of the Web as we know it
Standards
Das Etablieren eines De-facto-Standards würde den Grundstein für eine weltweite Web.3D-Infrastruktur legen. Ein solcher Standard würde es ermöglichen, dass Web.3D-Server künftig genauso einfach in ein globales Netz eingebunden werden können, wie dies heute mit normalen Webservern funktioniert. Auf Basis des Open-Source-Projekts Opensimulator sind bereits mehrere Serverfarmen (Grids) im Aufbau. Die Grids laufen parallel und unabhängig vom Second Life Grid und sind kompatibel zum Second Life Client, der 2007 von Linden Lab als Open Source freigegeben wurde.
Philip Rosedale, CEO von Linden Lab, kündigte in einem Podcast vom Dezember 2007 an, seine Grid-Technologie fundamental zu öffnen [29]. Wenn sich künftig die Open Source Grids mit dem Second Life Grid von Linden Lab verbinden lassen, würde dies den Durchbruch für einen De-facto-Standard bedeuten.
Neben einigen technischen Unklarheiten werden auch juristische Probleme erwartet. Linden Lab überträgt heute die Rechte von virtuellen Objekten an den Ersteller, der diese verkaufen oder verschenken kann. Was aber, wenn sich ein Avatar samt seinen Objekten aus dem Second Life Grid in das Central Grid oder Openlifegrid teleportiert? Wie verhält es sich mit den Eigentumsrechten, wenn Objekte in ein anderes Grid übertragen wurden?
Ein gut aufgebautes Web.3D-Zukunftsradar sollte auch weitere Open-Source-Projekte und deren Entwicklungen beobachten. Hier sind unter anderem die Plattformen Croquet und Wonderland von Sun Microsystems zu benennen. Ebenso spannend sind die strategischen Schritte der Global Player, namentlich Google mit Google Earth, Sony mit Sony Home und Microsoft mit Virtual Earth. Ebenso sind IBM und Adobe mit im Rennen, wenn es um das Thema Protokoll- und Datenstandards sowie um die Diskussion des Universal-Avatars geht, der Grid-übergreifend eingesetzt werden kann. Dies kommt fast einem Single-Sign-On-Verfahren nahe, das bereits in Konzernen eine fast unlösbare Aufgabe darstellt.
Zusammenfassung
Das Web.3D wird mit den Bereichen Human-Interface-Technologien, Augmented Reality, mobile Kommunikation und 3D-Erzeugung neue Produkte und sinnvolle Anwendungen hervorbringen, die unser Leben mindestens so beeinflussen wie das Internet heute.
Junge Geschäftsbereiche, wie die E-Learning-Branche sind durch das Web.3D gefährdet. In Kollaborationsplattformen, wie beispielsweise in die Software Centra für virtuelle Klassenräume, sind hohe Investitionen für die Entwicklung geflossen. Ein großer Teil der Funktionalitäten ist über Plattformen wie Second Life kostenlos verfügbar. Darüber hinaus erfährt die Kommunikation eine höhere und neue Qualität mit Mehrwerten, die in der Zweidimensionalität nicht abzubilden sind.
Ebenso ist die intuitive und nahtlose Integration von 2D-Content in einer 3D-Umgebung denkbar, sodass künftig der normale Web-Browser Bestandteil einer 3D-Umgebung sein könnte.
Technische Entwicklungen bleiben vor der Zeit nicht stehen, weshalb wir die Zukunft aktiv mitgestalten sollten. In diesem Sinne: Create or Die!

























