März 2008
Das World Wide Web
Fortsetzung, Teil 6
The End of the Web as We Know It
Ein typisches Web-2.0-Phänomen sind Blogs. Erstellen und pflegen lassen sie sich mit einer komfortablen fertigen Software oder, noch bequemer, über gehostete Weblogdienste. Die Auffindbarkeit der Blogbeiträge wird durch Tags und Pings, Community-Server und spezialisierte Suchmaschinen wie Technorati erleichtert. Durch Verlinkung, Kommentar- und oft automatisierte Rückmeldefunktionen entstehen gemeindeartige Blogosphären. Spätestens seit im August 2005 Hurrikan Katrina New Orleans verwüstete, sind Blogs ein neuer Faktor in der Medienlandschaft geworden. Während der Katastrophe begann sich ihre Stärke zu zeigen: Schneller, plastischer und authentischer berichteten sie von der Unglücksstätte. Sie wurden damals umso wichtiger, als die örtliche Zeitung, die New Orleans Times-Picayune wegen Überflutung ihrer Räume nicht mehr in Druckform erscheinen konnte. Statt dessen stellte sie eine Online-Version und eine Bloglösung ins Netz, wobei sich schnell zeigte, dass das effizientere und beliebtere Medium der Blog war, auf dem bald 25.000 Wörter täglich in Beiträgen veröffentlicht wurden, die laufend im Abstand von wenigen Minuten eingingen. Als drei Wochen später Hurrikan Rita zuschlug, folgte die Zeitschrift Houston Chronicle dem Beispiel und stellte mit dem gleichen Erfolg eine ähnliche Plattform ins Internet.
All dem, was unter den Begriff Social Software fällt, also Blogs, Kontaktbörsen wie Facebook und Xing, Video- und Fotoplattformen wie Flickr und YouTube, ist gemein, dass sie dem Anwender erlauben, bequem ohne Programmierkenntnisse zu kommunizieren, sich zu vernetzen und zu publizieren. Damit haben die partizipatorischen Qualitäten des Internets die breiten Massen erreicht. Gleichzeitig wurden seine Ordnungs- und Verknüpfungseigenschaften auf die 2.0-Stufe gehieft. Tags sortieren Information auf nichthierarchische Art, also genau wie es der Webphilosophie entspricht. RSS macht Verknüpfungen dynamisch. Mashups verbinden Inhalte verschiedener Quellen und öffnen neue Perspektiven. Die Verwebung ist dichter und dabei gleichzeitig flexibler und vielschichtiger geworden.
Die ursprüngliche Offenheit wurde auch in der 2.0-Phase weitgehend bewahrt: Die meisten Anwendungen basieren auf Open-Source-Software. Durch offene Schnittstellen (APIs) können die Angebote und Daten miteinander kombiniert werden. So lassen sich zum Beispiel in Blogs Youtube-Videos, Landkarten oder Stadtpläne von Google Maps und Wetter oder Veranstaltungshinweise anderer Webangebote einbinden. Der Möglichkeiten sind viele.
Fazit: Gut steht es da, das World Wide Web des 21. Jahrhunderts. Tapfer hat es sich seinen ureigenen Charakter bewahrt, während es wuchs und gedieh, seine Talente schulte und entwickelte und sich neue Fähigkeiten aneignete. Ein gestandenes Websbild: Robust, fesch, unverdorben und bereit, zu immer neuen Ufern aufzubrechen. Weiter so. And the World will be One!
































