. .
CREATE OR DIE Special Downloads Shop webinale

Schauplatz

Artikel
  • Currently 5/5 Stars.
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5

März 2008

Das World Wide Web


Fortsetzung, Teil 4

The End of the Web as We Know It

(Link zum Artikel: http://www.createordie.de/cod/artikel/1633)

Während einerseits die Wirtschaft ihre Pfründe beackerte, strömten andererseits die Surfer herein, jene Privatanwender, die sich freudig erstaunt fragten "Bin ich schon drin?". Sie begannen das Netz als Quelle für Informationen und Software zu nutzen und die neuen Angebote wie Onlineshops und E-Banking anzunehmen. Vorbei schien die Pionierzeit, als die meisten Anwender auch gleichzeitig Entwickler gewesen waren und gemeinsam an der Schaffung des neuen vernetzten Universums gearbeitet hatten. Ansätze zur Gründung von Bürgernetzen als teils rein private, teils öffentlich geförderte Initiativen wie PrenzlNet und lokale Computerforen und Bürgernetzvereine waren eine Minderheit, die angesichts zunehmend kostengünstiger kommerzieller Angebote unbedeutend war. Es wurde in, drin zu sein. Besonders chic war es, auch gleich noch eine eigene Domain und eine Homepage zu haben, auf der man sich, seinen Nachwuchs, seine Haustiere und Hobbies präsentierte. Hübsch gemacht, schön bunt, vielleicht mit ein paar netten Animationen, sollte sie sein.

Inhalt spielte bei diesen virtuellen Paradekissen meist eine untergeordnete Rolle und ihr Nutzwert für die Internetgemeinde im Großen ging gegen Null. Wohl lebt neben diesem Treiben auch der alte, kooperative Pionier- und Hackergeist weiter. Immer noch wird Software in weltweiter Zusammenarbeit entwickelt, publiziert, getestet und dokumentiert. Doch insgesamt scheint das letzte Jahrzehnt des zwanzigsten Jahrhunderts vor allem von Kommerzialisierung, Konsum und der Selbstdarstellung der Nutzer geprägt. Seit ab 1995 Internetunternehmen an die Börse drängten, stand "Dotcom" für Businesspotential und Gewinnphantasien, die sich von dem rasanten Wachstum und der radikal neuen Natur des Mediums nährten. Angeheizt wurden sie von Erfolgsgeschichten wie Netscapes spektakulärem Börsengang. Kaum war jedoch die Schwelle ins neue Jahrtausend überschritten, platzte die darauf gewucherte Spekulationsblase. Eine gesunde Ernüchterung setzte ein. Doch gerade in der folgenden Phase der Beruhigung und Konsolidierung wurde phantasievoll weitergewebt am World Wide Web.

... UND DIE VERLINKTE WELT BEVÖLKERTE SICH MIT WEBWESEN

Mit dem Anbruch des 21. Jahrhunderts traten die der Natur des Internet innewohnenden Stärken wieder mehr zu Tage. Wie in seinen Entstehungszeiten Time Sharing, also das Teilen von Rechnerkapazitäten, zum Teilen von Inhalten geführt hatte und die physikalische und soziale Vernetzung eins waren, so sind nun erneut gemeinschaftliche Erarbeitung und Nutzung von Content und soziale Netzwerkbildung in den Vordergrund getreten. Marshall McLuhans Satz "The Medium is the Message" scheint mehr denn je zuzutreffen. Vernetzung, wie das World Wide Web sie bedeutet, ist Medium und Botschaft, Mittel und Zweck zugleich. Der zunehmende Komfort des Mediums, sprich flotte breitbandige Anschlüsse, verbesserte Hardware und weniger absturzträchtige Software, begünstigen den entspannten Umgang mit ihm. Die Technik im Hintergrund braucht Otto Normalnutzer nicht mehr groß zu kümmern. Der Mensch und seine Bedürfnisse sind in den Vordergrund gerückt. Hatten die Nutzer zu allen Zeiten des Internets rege über Medien wie Newsgroups, Chatrooms, Peer-to-Peer-Netze, Mailinglisten und Instant Messaging kommuniziert, so strukturiert sich ihre soziale Vernetzung nun zunehmend und wird, wie das World Wide Web selbst, multimedialer.

 

Kommentare
Bisher keine Kommentare
Neuer Kommentar
  • Gute Kommentare werden belohnt.
  •   (optional)
  •   (Kommentar abonnieren/Gravatar - wird nicht veröffentlicht)
  •    Benachrichtige mich bei nachfolgenden Kommentaren per E-Mail
  • -+
Tags
Werbung