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März 2008

Das World Wide Web


Fortsetzung, Teil 2

The End of the Web as We Know It

(Link zum Artikel: http://www.createordie.de/cod/artikel/1631)

... UND DAS WORT WURDE HYPERLINK

In den 90er Jahren sollte sich das ändern, denn genau hier setzte Tim Berners-Lee an. Als Ordnungssystem zum effizienten Ablegen, Auffinden und Austausch von Informationen konzipierte er zu Anfang des Jahrzehnts am CERN in Genf sein Hypertext-System, aus dem das World Wide Web werden sollte. Damit wollte er Information so strukturieren, dass sie elektronisch auf ähnliche Weise wie im menschlichen Gehirn abgelegt und wieder gefunden werden kann. Ende 1990 begann er damit, einen Webserver (HTTP) und einen einfachen Browser, den er WorldWideWeb (zusammengeschrieben) nannte, zu schaffen. Damit wären die Grundvoraussetzungen für das World Wide Web, wie wir es kennen, bereits gegeben. Nur hatte sein Browser, abgesehen davon, dass er noch recht rudimentär war, vor allem das Manko, nicht betriebssystemunabhängig zu sein. So war er nicht einmal am CERN universell einsetzbar, weil dort auf ganz unterschiedlichen Rechnern gearbeitet wurde. Schon gar nicht hätte er für das heterogene Internet getaugt.

Da das CERN nicht kurzfristig ausreichende Mittel für eine Weiterentwicklung zur Verfügung stellen wollte, besann sich Berners-Lee auf die Potenziale des Internet und seiner Communities. Um sein Projekt vor dem Dahindümpeln bei seinem Arbeitgeber zu retten, ließ er, anstatt einen kompletten universellen Browser zu schaffen, eine Anwendungsbibliothek schreiben, um sie Programmierern im Internet zur Verfügung zu stellen. Sie sollte als Basis für deren eigene Browserentwicklungen dienen und enthielt alle Kernkomponenten der World-Wide-Web-Technologie, wie Übertragungsprotokoll, einheitliches Adressierungsschema und Auszeichnungssprache für Hypertext-Dokumente. Im Spätsommer 1991 stellte Berners-Lee diese libwww genannte Bibliothek auf seinem Webserver ins Internet. Die Rechnung ging auf. Die ersten Browserentwicklungen außerhalb des CERN ließen nicht lange auf sich warten. Wieder einmal eines von vielen schönen Beispielen dafür, wie das Web als weltweite Gemeinschaft für sich selbst sorgt und Bürokratie und fehlender Einsicht in die bahnbrechende Qualität von Erfindungen ein Schnippchen schlägt.

Erste Ansätze waren die von Studenten entwickelten Browser Erwise und ViolaWWW für Unix-Rechner und Cello für Windows. Im April 1993 folgte der an der Universität Illinois entwickelte Browser "Mosaic". Auf ihn setzte 1994 das Produkt einer kommerziellen Firma auf: Der "Netscape Navigator", der für alle gängigen Plattformen und in vielen Sprachen verfügbar war. Microsoft zog mit seinem Internet Explorer für Windows nach. Nun konnte endlich benutzerfreundlich gesurft werden. Davon ging für Firmen und Organisationen ein Anreiz aus, tausende neuer Websites zu schaffen. Doch auch immer mehr Privatpersonen stellten Inhalte ins Netz, denn nie zuvor war Veröffentlichen für ein riesiges Publikum leichter. Das Internet wandelte sich vom Forschungsnetz zum Universalmedium, die ursprünglichen Beschränkungen der kommerziellen Nutzung waren gefallen. In diesen Jahren wurde das Potenzial der Digitalisierung von Sprache, Tönen und Bildern und die Bedeutung der neuen Kommunikationstechnologien erkannt. Visionen gründeten sich darauf. Den Anfang hatten der amerikanische Präsident Bill Clinton und sein Vizepräsident Al Gore gemacht. Schon im Präsidentschaftswahlkampf 1992 hatten sie die Bedeutung der geplanten Datenautobahn, des "information superhighway", als Katalysator für kulturellen und industriellen Fortschritt herausgestellt. Im September 1993 formulierte ein Komitee unter Leitung Al Gores die Pläne in der Agenda "The National Information Infrastructure: Agenda for Action".

 

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