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Februar 2008

Die dunkle Seite des Web 2.0

Web 2.0 – Tricksen, Tarnen, Täuschen?

(Link zum Artikel: http://www.createordie.de/cod/artikel/1535)

Web 2.0, das Mitmachweb, wächst und gedeiht durch die Beteiligung der Benutzer zum Wohle der Benutzer. Das ist gut. Immer? Nicht immer, denn immer öfter machen sich weniger wohlmeinende Benutzer die Möglichkeiten des Mitmachweb zu Nutze – zum Schaden der anderen Benutzer. Aktuell werden gerade die manipulierten Kundenrezensionen zu Computerbüchern bei Amazon diskutiert. Aber das ist nur die Spitze des Eisbergs.

Text: Carsten Eilers

Bleiben wir erst einmal bei Amazon: Da gibt es nicht nur bei Computerbüchern merkwürdige Übereinstimmungen in Kundenrezensionen, wie es z.B. von Telepolis aufgedeckt wurde. Auch bei Hardware gibt es Übereinstimmungen der Rezensionen zu verschiedenen Artikeln.

Hier eine Bewertung zum T-Com Speedport 200 DSL-Modem:

Retter in der Not, 29. Januar 2007
Von X
Mit meinem WLAN-Router eines anderen Herstellers hatte ich seit Umstellung auf die 16.000er-Geschwindigkeit leider große Probleme. Das Gerät synchronisierte sich ständig neu, an eine dauerhafte Verbindung war nicht zu denken. Besonders bei Downloads war dies mehr als lästig.
Ich fand heraus, dass es um die Qualität meines Telefonanschlusses wohl nicht zum Besten bestellt ist (sehr niedrige Signal-/Rauschtoleranz zwischen 4 und 6 dB) und manche Router mit eingebautem Modem darauf sensibel reagieren. Nicht so das schlichte, aber effiziente Speedport 200: Von Anfang an synchronisierte es sich problemlos mit der DSL-Leitung und stellte blitzschnell die PPoE-Verbindung her, die seither auch während langer Einwahlphasen nie abbrach.
Ich habe zusätzlich einen alten WLAN-Router hinter das Speedport gehängt und kann somit auch drahtlos ins Web.
Fazit: Ein robustes, höchst zuverlässiges DSL-Modem, das insbesondere an problematischen Anschlüssen beste Dienste leistet.
Noch ein Hinweis, der nicht im Anwenderhandbuch steht...

Und nun eine Bewertung von einem anderen Benutzer zum D-Link DSL-380T/DE DSL-Modem:

Robustes und zuverlässiges DSL-Modem – insbesondere an problematischen Anschlüssen, 19. Mai 2007
Von Y
Mit meinem WLAN-Router eines anderen Herstellers hatte ich seit Umstellung auf die 16.000er-Geschwindigkeit leider große Probleme. Das Gerät synchronisierte sich ständig neu, an eine dauerhafte Verbindung war nicht zu denken. Besonders bei Downloads war dies mehr als lästig.
Ich fand heraus, dass es um die Qualität meines Telefonanschlusses wohl nicht zum Besten bestellt ist (sehr niedrige Signal-/Rauschtoleranz zwischen 4 und 6 dB) und manche Router mit eingebautem Modem darauf sensibel reagieren. Nicht so das schlichte, aber effiziente D-Link DSL-380T: Von Anfang an synchronisierte es sich problemlos mit der Vermittlungsstelle und kitzelte das letzte aus der Leitung heraus – ein anderes zuvor getestetes (teureres) Modem konnte übrigens keine so stabile Verbindung wie das D-Link 380 herstellen.
Ich habe jetzt meinen WLAN-Router hinter das D-Link gehängt und kann somit auch drahtlos ins Web.
Fazit: Ein robustes, höchst zuverlässiges DSL-Modem, das insbesondere an problematischen Anschlüssen beste Dienste leistet!!!
[Hervorhebung der Unterschiede durch den Autor]

Da dürfte der zweite Benutzer vom ersten kopiert haben, und selbst wenn man hier keine Manipulationsabsicht unterstellt: Welchen Wert hat so eine kopierte Bewertung? Richtig: quasi keine. Nur merkt das der Leser der kopierten Rezensionen im Allgemeinen nicht.

Amazon hat inzwischen auf die Diskussionen über die gefälschten Buchrezensionen reagiert: Um eine Rezension abgeben zu dürfen, muss der Benutzer jetzt mindestens einmal einen Artikel gekauft haben. Na, das ist ja eine tolle Hürde. Auf die Idee, einfach einen Artikel zu kaufen, werden die Rezensionsfälscher natürlich nie kommen. Besser wäre es, Amazon würde nur Rezensionen zu Produkten akzeptieren, die auch bei Amazon gekauft wurden. Zumindest auf den ersten Blick. Leider ist das keine wirklich gute Lösung: Damit wird zum einen die Anzahl der Rezensionen zurückgehen, was noch zu verschmerzen wäre. Was aber vollständig verschwindet, sind die negativen Rezensionen schlechter Produkte, die die Benutzer woanders gekauft haben. Damit würden die Rezensionen rapide an Informationswert verlieren. Und das Kopieren von fremden Rezensionen bekommt man so auch nicht in den Griff.

 

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