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April 2010

Dreamweaver CS5

In der Warteschleife der Webentwicklung

(Link zum Artikel: http://www.createordie.de/cod/artikel/3000)

Dreamweaver erscheint in der nächsten Ausgabe, und alle Jahre wieder fragt man sich, was denn jetzt noch Neues dazukommen kann. Adobe orientiert sich an aktuellen Webtrends und integriert sie in das Rund-um-glücklich-Paket des Webeditors.

Text: Stefan D'Amore

Viele Softwarefirmen haben inzwischen erkannt, dass Redakteure einer armen Spezies angehören, mit zu wenig Zeit und in Zeiten des Bloggens mit zu geringen Einkünften. Zeit ist Geld – um es den Journalisten leicht zu machen, gibt es deshalb die so genannten Reviewers Guides oder aber "What's new"-Materialien: Presseinformationen, aus denen schnell ersichtlich ist, was es denn wieder zu sagen gibt über eine Neuentwicklung.

Hier die Top 9 aus dem Hause Adobe zum Thema Dreamweaver CS5:

  • Unterstützung für PHP-basierte Content-Management-Systeme á la Wordpress, Drupal und Joomla
  • 
Live-View-Navigation
  • 
Optimierte CSS-Analysetools
  • 
Verbesserte Verarbeitung von PHP samt Code Hinting
  • 
Zusammenarbeit mit BrowserLab
  • 
Verbesserter Support von Subversion
  • 
Optimierte CSS-basierte Templates
  • 
Vereinfachtes Site-Management
  • 
Integration von Flash-Business Catalyst

Adobe hat uns eine Betaversion bereitgestellt, insofern folgen hier "nur" erste Eindrücke.

CMS-Funktionen im Zusammenspiel mit Live-View

Die ersten drei Features lassen sich am besten in der Zusammenarbeit testen. Flugs also lokal ein Wordpress-Blog mittels XAMPP und aktueller Wordpress-Version 2.9.2. aufgesetzt, in den Site-Definitionen die entsprechenden Einträge vorgenommen und geschaut, was passiert. Nach etwas Feintuning findet sich in der Registerkarte "Files" die gesamte Wordpress-Struktur mit den entsprechenden PHP-Dateien. Ruft man die index.php-Datei auf, werden gleich die verknüpften Dateien angezeigt; Dreamweaver greift dabei beispielsweise auf die CSS-Datei zu, das funktioniert auch bei einem zusätzlich installierten Theme aus dem World-weiten Webfundus.

Was aber soll das bringen? Dreamweaver ist ein Webeditor, und somit bei CMS-Systemen nicht dafür gedacht, Inhalte zu ändern – dies geschieht beispielsweise bei Wordpress über die Weboberfläche, in der man Artikel anlegt, die direkt in die Datenbank geschrieben werden. Ziel von Dreamweaver ist stattdessen, einerseits wie erwähnt die zugehörigen Dateien anzuzeigen und so den schnellen Zugriff zu ermöglichen, andererseits das Layout möglichst zügig überarbeiten zu können. Das klappt in der neuen Version sehr gut, wenn man die schon aus Dreamweaver CS4 bekannte Funktion "Live View" aufruft. Hierdurch zeigt das Programm die Seite im Live-Modus an, basierend auf der Browserengine Webkit.

Im Gegensatz zum Vorgänger kann man nun allerdings auch per STRG+linke Maustaste oder durch die Aktivierung der Option "Follow Links Continuously" innerhalb der Seitenstruktur navigieren und andere Seiten aufrufen, sodass sich Layoutveränderungen auf diese Weise ebenfalls auf den Unterseiten überprüfen lassen.

Für Anwender, die wissen wollen, wie andere Webseiten funktionieren, lassen sich als Goodie Website-Adressen angeben, die Dreamweaver daraufhin live anzeigt, samt zugehörigem Quellcode-Interaktionsverhalten und verlinkten Dateien.

Firebug für Adobe-Jünger

Stark wird diese Funktionalität der Liveanzeige, wenn man auf den Button "Inspect" klickt: Dreamweaver ermöglicht dann wie die für Firefox bekannte Erweiterung Firebug einen Zugriff auf das Boxmodell sowie die gesamten CSS-Eigenschaften der angezeigten Webseite. Dreamweaver arbeitet dabei visuell mit farbigen Hervorhebungen der jeweiligen Elemente, sodass man die entsprechenden CSS-Eigenschaften flott verändern kann – allerdings mit dem Unterschied, dass man im Gegensatz zum Browser-Plug-in direkt im Quellcode arbeitet und sich so den Umweg vom Testen im Browser und der Nacharbeit in der jeweiligen CSS-Datei spart.

PHP-Code-Hinting

Für PHP-Entwickler dürften die aufgebohrten PHP-Funktionalitäten von Dreamweaver interessant sein: CS5 verfügt über Code-Vorabanzeigen, die sich sowohl auf übliche PHP-Funktionen beziehen wie auch auf Codefunktionen aus eingesetzten PHP-Libraries oder beispielsweise von verwendeten Plug-ins des jeweiligen CMS.

BrowserLab

Nicht wenigen dürften die BrowserLabs von Adobe ein Begriff sein: Dieses nur online verfügbare Angebot von Adobe ermöglicht, die Anzeige der erstellten Seiten in den unterschiedlichsten Browservarianten zu testen. Die Integration ist für Dreamweaver CS5 vorgesehen und soll aus dem Programm heraus den Test in den verschiedensten gängigen Browsern ermöglichen. Dies ließ sich allerdings nicht von uns testen – hier kommt uns der Betastatus der Software in die Quere. Es ist aber davon auszugehen, dass diese Option in der Endversion verfügbar ist. Wer es vorab testen will, klickt hier: browserlab.adobe.com.

Verbesserte Integration von Subversion

Die Versionskontrolle mittels Subversion gab es schon in Dreamweaver CS4. Adobe hat die Unterstützung hochgeschraubt, sodass nun statt nur reinem Ein- und Auschecken auch das Verschieben, Kopieren und lokale Löschen von Dateien möglich ist, um die Zusammenarbeit in Teams zu verbessern und dabei die Kontrolle über die verarbeiteten Dateien und Verzeichnisse zu behalten.

Was sonst noch kommt

Für den schnellen Einstieg ins Webdesign bietet Adobe nun optimierte Templates, die man schon aus den Vorgängerversionen kennt, die allerdings in der Anwendung vereinfacht und besser dokumentiert worden sind, um gerade Anfängern die ersten Schritte ins Web zu erleichtern. Eine Vereinfachung hat ebenfalls das Site-Management erfahren. Musste man bisher einige Dialoge ausfüllen, um eine komplette Site aufzubauen, können die entsprechenden Informationen in den Dialogen auch nachträglich eingegeben werden.

Verknüpfung mit Adobe Business Catalyst

Adobe Business Catalyst ist ein Onlinedienst, der auch mit Dreamweaver CS5 genutzt werden kann – dazu muss man sich allerdings zugehörige Erweiterungen installieren. Business Catalyst wendet sich an Agenturen und Dienstleister, die ihren Kunden beispielsweise neben zahlreichen anderen Funktionen die selbstständige Änderung von Webseiten ermöglichen wollen. Einen guten Überblick bekommt man unter der Website businesscatalyst.com.

Fazit

Dreamweaver konzentriert sich in der neuen Version auf seine Stärken, die schnelle Liveanzeige von dynamischen Inhalten, gekoppelt mit weitreichenden CSS-Bearbeitungsmöglichkeiten. Adobe hat mitbekommen, dass professionelle Anwender oft mit Tools wie Firebug arbeiten, um schnell zum Ziel zu kommen. Ebenso macht die Unterstützung von CMS-Systemen Sinn, da diese Tools bei Webentwicklern zunehmend für umfangreiche Projekte eingesetzt werden. Die Arbeit mit Dreamweaver CS5 erlaubt in diesem Zusammenhang zügiges Arbeiten, von der Webseitenerstellung bis hin zur Kontrolle im BrowserLab. Dass die Zusammenarbeit im Team mit der verbesserten Integration von Subversion weiter gestärkt wird, fußt auf der Strategie von Adobe, ein Rundum-sorglos-Paket für Webentwickler bereitzustellen, das wenig Wünsche offen lässt. Und das schafft der Softwareriese wie kein anderes Unternehmen.

Trotzdem ist Dreamweaver CS5 kein "Must-have". Die wenigen neuen Funktionen überzeugen, ohne zu begeistern – Adobe hängt hier in seinem Veröffentlichungsturnus mit den anderen Softwarepaketen fest. Die nächste wirkliche Evolution des Webeditors ist wohl erst mit CS6 oder wie immer die nächste Version heißen wird, zu erwarten – denn sobald sich HTML5 und CSS3 als feste Standards etabliert haben, sind Anwendungen mit Dreamweaver denkbar, die beispielsweise ein mehrspaltiges Layout aus InDesign ins Web überführen: Aktuell befindet sich Dreamweaver unfreiwillig in der Warteschleife der Webentwicklung.

 

Kommentare
Gravatar TiM 19.04.2010
um 19:59 Uhr
Vielen Dank für diesen informativen Artikel :-) #zitieren
Gravatar Frank 21.04.2010
um 17:09 Uhr
Ergänzung, mein lieber Stefan, ich habe die Browserlab-Integration bereits testen dürfen und die hat zwei klare Mehrrwerte gegenüber der Web-only-Version. Zum einen werden die Seiten direkt aus Dreamweaver an Browserlab geschickt. Man kann also mitten in der Arbeit mal eben testen, wie das auf dsem PC produzierte Zeug auf einem Mac aussieht, ohne die Dateien von Hand auf einen Server zu schieben.

Was aber noch cooler ist, ist die Taste "F4", während LiveVeiw angeschaltet ist. Damit wird nämlich Javascript deaktiviert und der aktuelle Zustand auch im Code eingefroren. Somit kann ich dann mit Browserlab sogar die Wirkung von Mouse-RollOvers testen. Das geht mit keinem anderen Screenshot-Werkzeug.
Im Fazit gebe ich Dir recht: MustHave ist DW CS5 nicht, aber CSS-Editing per Rechtsklick macht echt Spaß.
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