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November 2010

FDT 4.0

Die neue Version der Eclipse-IDE für Flash- und Flex-Projekte

(Link zum Artikel: http://www.createordie.de/cod/artikel/3439)

Wir tauchen in die Entstehungsgeschichte von FDT 4.0 ein und zeigen, wie die Flash-Community in den agilen Entwicklungsprozess mit einbezogen wurde und welche neuen Features die FDT-Version 4.0 für Flash- und Flex-Entwickler bietet.

Text: Michael Plank, Meinhard Gredig

FDT steht für "Development Tool for Flash" und wurde von der Powerflasher GmbH in Aachen entwickelt. Es bietet sowohl Flash- als auch Flex-Entwicklern eine professionelle Entwicklungsumgebung für komplexe Codeprojekte. Der Fokus von FDT liegt in den Codeeditoren. FDT bietet Funktionen, wie man sie aus JDT (Java Development Tool) kennt und ermöglicht dem Entwickler schnelles, komfortables und fehlerfreies Programmieren. Dadurch beschleunigt sich der Entwicklungsworkflow im Vergleich zu anderen Tools um ein Vielfaches.

Zwei unterschiedliche Programmiersprachen kommen in der Flash- und Flex-Welt zum Einsatz: ActionScript und MXML. Bei ActionScript handelt es sich um eine Java-ähnliche, objektorientierte Programmiersprache. MXML ist hingegen eine XML-basierte Markup-Sprache und kann beispielsweise für die GUI-Entwicklung verwendet werden. Beide Programmiersprachen werden in FDT unterstützt. Seit der Flex-Version 4.0 kann ebenfalls FXG (Flash XML Graphics) eingesetzt werden, um Vektor-Grafiken im XML-Format zu beschreiben. Auch diese Sprache wird im neuen FDT 4.0 vollständig unterstützt. FDT bietet Features, die man von einer professionellen Programmier-IDE erwartet:

  • Code Completion und Code Hints
  • Live Error Highlighting
  • Quick Fixes
  • Visual Debugger
  • Profiler
  • Code Navigation
  • Code Formatter
  • Refactorings

Die zahlreichen zusätzlichen Plug-ins für Eclipse können natürlich ebenfalls verwendet werden. FDT kann sowohl als Plug-in in eine bestehende Eclipse-Instanz installiert oder als Standalone Installer heruntergeladen werden.

Besonderheiten von FDT

Alle Funktionen in FDT sind auf schnelles und bequemes Programmieren ausgelegt. Das spart bei der Projektentwicklung Tipparbeit und Zeit. Beherrscht man alle Shortcuts, ist es dem Programmierer möglich, vollständig ohne Maus zu arbeiten. Dies fördert das fokussierte Arbeiten im Quellcode. Das Scrollen durch Package- und Klassenlisten oder lange Codedateien mit dem Mausrad ist nicht mehr notwendig.

Eines der herausragenden Features von FDT ist der "Quick Fix". Dieser ermöglicht bei fehlerhaftem Code, den Fehler mit nur einem Shortcut (CMD/CTRL + 1) zu beheben. Gleichzeitig lässt sich der zusätzlich benötigte Code automatisch einfügen. Diese Funktion erlaubt eine völlig andere Herangehensweise an das Schreiben von Programmcode. Man erzwingt förmlich einen schnellen Fehler, um das bequeme Angebot für einen Quick Fix zu erhalten. Das geht meist schneller von der Hand als das manuelle Eintippen des Codefragments.

Möglich macht dies der Liveparser von FDT. Er versteht den Sourcecode zu jeder Zeit und nimmt alles ab, was eine maschinelle Logik übernehmen kann. Fehler werden so nicht erst beim Kompilieren entdeckt. Anstatt dessen kompiliert man gar nicht erst, wenn es noch Fehler gibt.

Die intelligente Code Completion bietet diverse Möglichkeiten an, um Variablen, Methoden etc. zu vervollständigen. Auch das Überschreiben von Methoden oder die Vervollständigung von Flash-spezifischen Konstantenkonventionen ist möglich. Zusätzlich können Code Templates, die der Programmierer für sich selbst erstellen kann, die Programmierung beschleunigen.

Neben dem schnellen und einfachen Schreiben von Code sollte auch das Navigieren zwischen Klassen und Dateien keine Hürde darstellen. Navigationsfeatures wie "Quick Open Type", "Quick Type Hierarchy", "Quick Outline" oder "Quick Type Dependency" bieten dem Entwickler die Möglichkeit, innerhalb einer Klasse zu navigieren oder zu einer anderen Klasse zu springen.

Entstehungsgeschichte

Das Geburtsjahr von FDT ist 2004. Zu dieser Zeit existierte für Flash-Entwickler lediglich die Flash IDE, um Flash-Inhalte zu erstellen. Mit ActionScript 2 (AS2) stand zwar bereits eine Java-ähnliche, objektorientierte Programmiersprache zur Verfügung. Der Codeeditor in der Flash IDE hatte allerdings bis auf spärliches Syntax-Highlighting kaum Funktionen.

Die Powerflasher GmbH ist seit dem Jahr 1997 auf interaktive und multimediale Inhalte spezialisiert. Für solche Projekte im Web ist bis heute zumeist Flash die richtige Lösung. Zu diesem Zeitpunkt stand jedoch kein Entwicklungstool für AS2 zur Verfügung. Deswegen wurde im Jahr 2004 quasi aus der Not heraus beschlossen, ein eigenes Tool zu entwickeln, um große Codeprojekte im Team besser umsetzen zu können. Als Basis wurde Eclipse gewählt, da hier bereits eine Vielzahl an Plug-ins zur Verfügung standen, so zum Beispiel ein Plug-in für die Versionskontrolle mittels CVS/SVN. Zudem konnte die Plug-in-Architektur von Eclipse genutzt werden, um die zusätzliche Programmiersprache AS2 zu unterstützen.

Innerhalb eines Zeitraums von sechs bis neun Monaten wurden parallel zur Projektarbeit, also in zahllosen Nächten, die FDT-Versionen 0.0.1 bis 0.0.4 entwickelt. Auch Partner, Freelancer und Freunde kamen in den Genuss, FDT einzusetzen. Aufgrund des vielfachen Wunsches, das Werkzeug auch außerhalb der Tätigkeit für die Agentur einzusetzen, wurde entschieden, es als Produkt weiterzuentwickeln und als FDT 1.0 auch kommerziell zu verwerten und zu verkaufen. Die Veröffentlichung dieser ersten FDT-Version mit eigener Flash-Website – natürlich mit FDT programmiert – war ein großer Erfolg. FDT professionalisierte die Flash-Programmierwelt und die Art und Weise, zukünftig AS2-Code zu schreiben.

Im Jahr 2006 erfuhr die Programmiersprache AS2 ein umfangreiches Update und näherte sich dem gleichen Standard wie Java. AS3 brachte neue Sprachkonzepte, eine leicht geänderte Syntax und ein völlig neues Rendering-Konzept mit sich. Da FDT nun sowohl AS2 als auch AS3 unterstützen sollte, standen große Umbauarbeiten bevor. Dies bedeutete, dass der Kern von FDT vollständig neu entwickelt werden musste. Zusätzlich wurden neue Features wie der Formatter, der Debugger und Refactoring-Funktionen eingebaut. Diese neue Version mit AS3-Unterstützung wurde unter der Versionsnummer FDT 1.5 statt unter FDT 2 veröffentlicht.

Im Zuge von Adobe Flex 3 kam eine neue Markup-basierte Programmiersprache namens MXML mit ins Spiel. Auch diese sollte in FDT unterstützt werden, um auch Flex-Entwicklern eine professionelle IDE zu bieten, zumal viele ActionScripter ihre Arbeit um Flex ergänzten. Man entschied sich, mit der Versionsnummer von Flex gleichzuziehen, um die Nähe zu den unterstützten aktuellen Adobe-Produkten anzuzeigen. Dadurch machte die neue Version von FDT bei der Veröffentlichung einen Sprung auf die angepasste Versionsnummer FDT 3.0. Sie liegt mit zusätzlich kostenlos aktualisierten Features derzeit als FDT 3.5 in der letzten Version vor.

Seit Anfang 2010 läuft nun die Entwicklung der neuesten Version 4.0. Im Folgenden geben wir Einblicke in den Entwicklungsprozess von FDT 4.0, zeigen, welche Rolle die FDT-Community bei der Zusammenstellung der Featureliste spielte und werfen einen Blick auf die hinzugekommenen Features.

 

Kommentare
Gravatar ihsan 31.12.2010
um 01:28 Uhr
dusakabin dus kabini dusakabinler #zitieren
Gravatar shower 15.03.2012
um 18:07 Uhr
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