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Dezember 2009

Helden der Straße

Streetart – Teil 2

(Link zum Artikel: http://www.createordie.de/cod/artikel/2683)

Streetart, das ist Kunst, sagen die einen, Vandalismus, die anderen. Manch einer spricht von Reviermarkierung, genauso gut kann man aber auch von gelebter Kreativität im öffentlichen Raum reden. Über den Sachverhalt wird seit nun schon drei Generationen gestritten. Diese Diskussion sparen wir uns. Vielmehr wollen wir Gutes und Sehenswertes zeigen. (Unsere Position dürfte damit eindeutig sein.)

Text: Matias Roskos und Lisa Knips

Nachdem wir im ersten Teil der Serie auf verschiedene Formen von Streetart eingegangen sind, folgen im zweiten Teil namhafte Protagonisten der weltweiten Streetart-Szene. Viel Spaß mit dem Bildmaterial von Arbeiten, die es meist schon nicht mehr gibt. Denn Streetart ist vergänglich.

alias
Das kreative Zuhause von alias ist Berlin. Die Wirkung seiner Fotos verstärkt alias durch Montagen mit anderen Bildern oder durch das Nachzeichnen bestimmter Elemente. Umgesetzt wird das Ergebnis meist durch Schablonen auf Stickern oder Postern. Vielschichtigkeit, Detailverliebtheit und aufwändige Kompositionen zeichnen seine Arbeiten aus, die man auf wandfüllenden Postern, aber auch auf kleineren Aufklebern entdecken kann.

el bocho
Inzwischen ist el bocho in Berlin bekannter als der weltweite Star der Streetart-Community Banksy. Und das sicherlich zu Recht. el bocho nutzt den öffentlichen Ausstellungsraum, um auch jene Menschen zu erreichen, für die Galerien und Museen ein Tabu sind. Der Name des Künstlers entstand während eines längeren Spanien-Aufenthalts, ist eine Abwandlung seines richtigen Namens und bedeutet "das Eselchen". el bocho hat Grafikdesign studiert und beschäftigt sich seitdem mit Typografie und Plakatkunst im öffentlichen Raum, auf einem Niveau, wie es kaum ein anderer hierzulande erreicht.

Xoooox
Xoooox ist bereits seit gefühlten Ewigkeiten mit dabei. Erste Experimente mit Collagen gab es bereits in den 90er-Jahren, aus denen heraus der unverwechselbare Schablonen-Graffiti-Stil entstand. In Metropolen wie Paris, Wien, New York und natürlich Berlin stolpert man über die lebensgroß gesprühten Silhouetten und umgearbeiteten Designerlogos. Dabei werden Brands wie Chanel, Breitling, Hermes und H&M aufs Korn genommen. Eine Hommage an die Haute Couture? Wohl eher ein anarchistisches Statement gegen unsere konsumfixierte Alltagswelt.

"Du kannst die Kraft der Mode wie deine persönliche Waffe nutzen. Sie kann dir als Schutzschild dienen, aber genauso kann sie dich zerstören."

Mymo
MYMONSTERS ist zugleich multimediales Projekt und Plattform für Mymos künstlerische Arbeiten. Ihre Wurzeln liegen im klassischen Graffiti. Aber in ihren Monster-Werken geht sie deutlich über dieses Fundament hinaus und lässt mithilfe von Collagen, Installationen und gemalten Bildern ganz neue Werke entstehen. Die Monster sind ihr Medium, um mit uns im Stadtbild zu kommunizieren und sämtliche Facetten menschlicher Emotionen ausdrücken zu können.

A Stop Motion Painting from mymo on Vimeo.

Miss Van
Miss Van stammt aus Toulouse/Frankreich und zählt zu den wenigen gefeierten weiblichen Protagonisten der europäischen Streetart-Szene. Nach ihrem Kunststudium widmete sie sich der Umsetzung ihrer Gemälde auf Materialien jeder Art: Leinwand, Stoff oder auch Steinwände. Ihre dabei entstehenden weiblichen Charaktere kamen auch schon für eine Kollektion des Modelabels Fornarina zum Einsatz und gehören zu den sicherlich auffälligsten Arbeiten in diesem Genre.

blu
Blu kommt aus Italien und hat sich dort, aber nicht nur dort, einen Namen mit seinen großformatigen Arbeiten gemacht. Nichts ist zu klein für ihn. Besonders Häuserwände haben es ihm angetan. Die hier gezeigten Bilder sind Aufnahmen aus Berlin-Kreuzberg, nahe Schlesisches Tor. Im Video kann man sehen, wie ein solches Werk entsteht. Meist wochenlang werden dafür Aufnahmen gemacht, um sie dann im Stop-Motion-Verfahren umzusetzen.

JR
Die Spezialität von JR sind großformatige Fotodruckarbeiten, die bereits weltweit für Aufmerksamkeit gesorgt haben. Häuserwände, Brücken, Dächer, sogar Zugwaggons werden in die gigantischen Arbeiten mit einbezogen. Aufnahmen der Projekte sind aufgrund ihrer Kurzlebigkeit und Klasse bei Sammlern von Streetart extrem begehrt.

 

Kommentare
Gravatar Steffi 10.02.2010
um 18:08 Uhr
Eine sehr schöne Sammlung und sehr schöne Fotos! Großartig! #zitieren
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