September 2008
InDesign CS4
Fortsetzung, Teil 2
Schneller, umfangreicher, einfacher
Conditional Text für Layoutvarianten
InDesign ermöglicht, Text mit hinterlegten Konditionen gezielt ein- oder auszublenden. Dies erlaubt unterschiedliche Versionen eines Layouts in einem InDesign-Dokument – eine praktische Unterstützung beispielsweise bei der Anlage von Katalogen mit lokalen Preisen wie Euro, Pfund oder Schweizer Franken bis hin zu Bedienungsanleitungen für unterschiedliche Modelle. Denkbar sind auch Schulbücher in einer Lehrer- und Schülervariante. Die Konditionen funktionieren auch mit komplexen, automatischen Numme-rierungen und verankerten Objekten. Bei Tabellen wird der Text in der Zelle ein- und ausgeblendet. Da durch die Konditionen die Textmenge massiv variieren kann, kommt gleich die nächste CS4-Funktion zum Zug: "Smart Text Reflow". Damit kann InDesign bei Übersatztext automatisch eine nächste Seite einfügen. Gibt es zu wenig Text, werden leere Seiten entfernt. Über eine neue Abteilung in den Voreinstellungen kann man das Verhalten von "Smart Text Reflow" sehr exakt konfigurieren.
Weitere Neuerungen:
- Für lange Dokumente bietet InDesign CS4 Querverweise, die auf Absätze oder vorher gesetzte Textanker verweisen können. Solche Ziele dürfen sogar in anderen Dokumenten liegen. Zur Definition und zum Einfügen von Querverweisen hat Adobe das Hyperlink-Bedienfeld aufgebohrt.
- Nicht bearbeitbarer Übersatztext in Tabellenzellen gehört der Vergangenheit an. Denn Tabellen erscheinen jetzt im Textmodus nicht mehr nur als Symbol, man kann den Text wie normalen Lauftext bearbeiten und kürzen.
- Klein aber fein ist das neue Wörterbuch "Alle Sprachen". In ihm speichert man eigens definierte Trennausnahmen, die gleich für alle Sprachen gelten sollen.
GREP-Styles: Formatierautomat
Mit CS3 hat GREP (global/regular expression/print) Einzug gehalten. Über GREP werden mit regulären Ausdrücken Suchabfragen definiert, die nach Mustern suchen statt nach eigentlichen Buchstabenfolgen. So ist es beispielsweise möglich, sich mit GREP einen regulären Ausdruck zusammenzustellen, der nach Text zwischen Anführungszeichen sucht. Mit den neuen GREP-Styles kann man nun solchen regulären Ausdrücken gleich Zeichenformate zuweisen. In unserem Beispiel hätte dann – sobald das schließende Anführungszeichen getippt wird – der Text das korrekte Zeichenformat zugewiesen.
Mehr Verknüpfungsinfos
Vorschaubilder im "Verknüpfungen"-Bedienfeld erlauben es auf den ersten Blick zu sehen, um welche Verknüpfung es sich wirklich handelt. Zudem kann man sich zahlreiche weitere Informationen zu Verknüpfungen einblenden. In den Bedienfeldoptionen der Ver-knüpfungen kann außerdem angegeben werden, was im Bedienfeld und was in der darunter erscheinenden Verknüpfungsinformation gezeigt werden soll. Besonders hilfreich ist die Möglichkeit, ausgewählte Verknüpfungen in einen anderen Ordner "umzuleiten". Das ermöglicht es mit kleinen JPEG-Versionen der Bilder zu arbeiten, um sie dann alle in einem Rutsch mit den hochaufgelösten PSD- oder TIF-Versionen zu verknüpfen.
Grünes Licht für Qualität
InDesign gibt jetzt grünes Licht für Datenqualität. Unten links im Programmfenster leuchtet nämlich eine Ampel und gibt mit rot oder grün an, ob das aktuelle InDesign-Dokument den Anforderungen des ausgewählten Preflight-Profils entspricht. Möglich macht dies der komplett neu geschriebene Live-Preflight von InDesign CS4. Wer eine Übersicht aller Fehler im Dokument haben will, öffnet das Preflight-Bedienfeld. Dort sind alle Fehler aufgelistet und mit einem Hyperlink hinterlegt, um das fehlerhafte Objekt anzuspringen. Über das Bedienfeldmenü können eigene Preflightprofile geschrieben werden, die auch exportiert und in anderen InDesigns wieder importiert werden können. Es ist sogar möglich, ein Preflightprofil in ein InDesign-Dokument einzubetten. In den Praxistests erweist sich dieser Preflight als enorm mächtig und zuverlässig. Dienstleister sollten ihren Kunden geeignete Prüfprofile abgeben, um künftig bessere Daten zu erhalten.
Clever & Smart, die Smart Guides
Fürs schnelle Layouten sind die neuen SmartGuides besonders hilfreich. Das sind Hilfslinien, die automatisch erscheinen, wenn ein Objekt positioniert oder gedreht wird. Die Hilfslinien richten sich an Rändern, Spalten und anderen Objekten aus. Stehen beispiels-weise zwei Objekte nebeneinander und ein drittes wird in die Nähe gerückt, melden die SmartGuides, dass die Abstände zwischen den Objekten identisch sind.
Die Funktionalität der Place Gun (Option zum zeitgleichen Positionieren mehrerer Bilder) wurde in InDesign CS4 ausgebaut. Hat man mehrere Bilder zum Positionieren im Cursor und hält die Befehls- und Shift-Taste gedrückt, erscheint ein Kontaktabzug der Bilder. Die Anzahl der Ränder und Spalten des Abzugs können über die Pfeiltasten während des Aufziehens verändert werden.
Neu ist, dass sich die Proportion eines Bildrahmens beim Aufziehen immer dem zu positionierenden Bild anpasst. Wer das nicht will, hält die Shift-Taste gedrückt. Das Bild wird dann so verkleinert, dass es auf jeden Fall ganz im Rahmen gezeigt wird.



























