Juli 2008
OpenSocial – eine Einführung
Social Networks standardisiert
Die von Google angeführte OpenSocial-Initiative hat sich die übergreifende und "nahtlose" Verbindung von Social Networks zum Ziel gesetzt. Ende letzten Jahres wurde mit der Veröffentlichung der OpenSocial-API ein erster Meilenstein erreicht. Unsere Artikelserie beleuchtet Sinn und Zweck der Initiative und zeigt die Möglichkeiten von OpenSocial auf.
Text: André Wussow
Am 01. November 2007 hat Google "OpenSocial" veröffentlicht. Entwickelt wurde unter dem wenig aussagekräftigen Codenamen "Maka-Maka". OpenSocial ist kein neues soziales Netzwerk (diese Rolle übernimmt das hauseigene Produkt Orkut), sondern ein Application Programming Interface (API) für Social Networks, und richtet sich ausschließlich an Programmierer sowie Betreiber sozialer Netzwerke. Ziel der Initiative ist das seamless (nahtlose) social networking, also die Vernetzung von Netzwerken.
OpenSocial: Initiative mit Wachstumsschub
Im Detail bedeutet das, dass die Betreiber von sozialen Netzwerken der OpenSocial-Initiative beitreten und die OpenSocial-API in ihr Netzwerk integrieren. Entwickler können ihre Applikationen dann an die OpenSocial-API adressieren und in jedes Social Network integrieren, das die entsprechende Schnittstelle anbietet.
Bis dato gehören der OpenSocial-Initiative die Social Networks Orkut, MySpace, LinkedIn, XING, Friendster, Yahoo, studiVZ und viele weitere an. Allerdings haben noch nicht alle Mitglieder die Schnittstelle implementiert und einen entsprechenden Entwicklerbereich bereitgestellt. studiVZ beispielsweise wird die entsprechende Aufgabe vermutlich bis Ende des dritten Quartals 2008 erledigt haben und dann auch Entwicklern die Möglichkeit geben, sich kreativ auf ihrer Plattform auszutoben. Die Freigabe für die Nutzer erfolgt allerdings erst nach Prüfung durch den Betreiber StudiVZ.
Kommunikation innerhalb der Initiative
Generell unterscheidet man beim OpenSocial-Konzept zwischen zwei verschiedenen Komponenten: Container (das eigentliche Social Network mit der OpenSocial-Schnittstelle) und Applikationen (standardisiert). Eine solche Applikation besteht aus JavaScript sowie HTML und ist "open", d.h. sie ist nicht direkt an einen Container, also ein Social Network, gebunden, lediglich an die Schnittstelle. Die eigentliche Client-Logik wird folglich per JavaScript realisiert. Das API unterstützt dabei das Abrufen von Informationen in drei Dimensionen: Profildaten (Name, Adresse, Alter, Beruf, Vorlieben, …), Kontaktdaten (Freunde, Beziehungen, …) und Aktivitätsdaten (Activity-Feeds, "X ist gerade", …). Diese Informationen werden vom Container bereitgestellt, können an die Applikation weitergereicht und dort verarbeitet werden. Die Applikation selbst wird an den Container angedockt und garantiert somit sämtliche Kommunikation.
Eine eigene Applikation erstellen
Eine solche Applikation wird auf Basis des Google-Gadget-Modells (Google Gadget API) erstellt. Über detailliertere Möglichkeiten sowie das erste eigene Gadget wird es im nächsten Teil dieser kleinen Artikelserie gehen.
Bei Fragen, Anregungen und Kritik können Sie gerne einen Kommentar hinterlassen.
André Wussow ist Fachautor und Trainer mit Schwerpunkt auf Webtechnologien und mobile Lösungen. Sein aktuelles Buch über sichere Webanwendungen (entwickler.press) erhalten Sie im Handel.

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