Mai 2010
Pimp my Gimp
Gimp mit Plugins erweitern
Photoshop mag für viele das Non plus Ultra sein, doch das Schwergewicht bietet auch einige Nachteile. Beispielsweise wenn man Linux nutzt oder schwachbrüstige Netbooks, dann kommt man nicht drum herum, sich nach Alternativen umzusehen. Eine davon ist sicherlich das Open Source Bildbearbeitungs-Tool Gimp. Oftmals als schlechte Photoshop-Kopie belächelt, lohnt die Auseinandersetzung mit dem Tool dennoch. Denn das kostenlose Programm lässt sich mithilfe von Plug-ins ordentlich pimpen und erweitern.
Text: Jürgen Wolf
Wie man das macht, erklärt ein Kapitel aus dem umfassenden Gimp 2.6 Handbuch von Jürgen Wolf, aus dem wir nachfolgend ein Kapitel in leicht gekürzter Fassung präsentieren. Es zeigt, dass Gimp zwar nicht den vollen Funktionsumfang eines professionellen Tools liefert, wie eben Photoshop, aber man hier und da noch an einigen Rädchen drehen kann.
Gimp um Plugins erweitern
Es gibt zwei verschiedene Arten, GIMP zu erweitern: entweder über Plugins oder mit Skript-Fu. Zwischen diesen beiden Möglichkeiten besteht ein gravierender Unterschied: Mit Plugins erweitern Sie Gimp um echte neue Funktionen. Mit Skript-Fu hingegen schreiben Sie eigene Skripte (oder auch Makros), die Funktionen enthalten, die der Benutzer auch über die grafische Oberfläche verwenden kann. Skript-Fu-Programme sind also eher zur Automatisierung geeignet.
Während Plugins über die Programmiersprache C in eine Maschinensprache übersetzt (kompiliert und gelinkt) werden, werden Skript-Fus von einem Interpreter ausgeführt. Fertig übersetzte Plugins sind abhängig von dem System, auf dem sie ausgeführt werden. So kann ein für Mac OS X übersetztes Plugin nicht auf Windows- oder Linux-Systemen verwendet werden. Hierfür müsste aus dem Quellcode des Plugins das Programm auf dem entsprechenden System kompiliert werden.
Die Skript-Fu-Programme hingegen sind systemunabhängig. Hierbei muss nur der entsprechende Interpreter auf dem System installiert sein, der das Skript ausführt.
Gimp um Plugins zu erweitern ist dennoch eine feine Sache. Solche Plugins sind auf dem System (meistens) binäre Programme, die relativ eng mit dem Gimp-Hauptprogramm zusammenarbeiten. Trotzdem ist es möglich, mit diesen Plugins die Fähigkeiten von Gimp zu erweitern. Über das Menü "Bearbeiten/Einstellungen/Ordner/Plugins" können Sie das Verzeichnis zu den Plugins ermitteln. Werfen Sie einen Blick in das Verzeichnis, und Sie werden überrascht sein, wie viele Gimp-Funktionen als Plugins realisiert sind. Eine Übersicht zu aktuell geladenen Erweiterungen erhalten Sie auch mit dem Dialogfenster "Hilfe/Plugin-Browser".
Plugins installieren – Darauf sollte man achten.
An dieser Stelle muss nochmals erwähnt werden: Jeder kann Plugins entwickeln. Anders als bei den Plugins, die von Gimp mitgeliefert werden, können Sie daher nicht davon ausgehen, dass nachinstallierte Plugins von zuverlässigen Entwicklern getestet und weitergepflegt werden.
Leider treffen Sie im Web auf sehr viele tolle Plugins, die allerdings nicht an die verschiedenen Systeme angepasst wurden. Meistens finden Sie dann nur das Plugin in binärer Form für Windows, Linux oder (leider eher seltener) für Mac OS X vor. Zwar liefern die Entwickler auch meistens den Quellcode mit, aber gerade unter Windows-Systemen ist es nicht ganz so einfach, diesen Quellcode zu übersetzen.
Häufig kommen auch verschiedene Gimp-Versionen zum Einsatz. Einige Plugins funktionieren beim Versionswechsel nicht mehr, so dass Sie sie portieren müssten, was leider auch nicht immer so einfach ist, wie es häufig geschrieben wird. Gehen Sie daher zunächst auf Nummer sicher, und überprüfen Sie, ob das Plugin auch mit Ihrer Gimp-Version ausführbar ist.
Zusammengefasst sollten Sie sich über folgende Punkte im Klaren sein, wenn Sie externe Plugins nachinstallieren wollen:
- Es gibt keine Garantie, dass ein Plugin ordentlich getestet und gepflegt wurde. Eine häufige Folge ist, dass das Plugin sich mit einer Fehlermeldung beendet.
- Plugins sind binäre Programme und somit systemabhängig. Wenn Sie ein Plugin herunterladen und es sich um ein Windows-Binary (»*.exe«) handelt, dann lässt es sich auch nur unter Windows installieren. Gibt es keine Version für Mac OS X oder Linux, bleibt Ihnen nur noch der Versuch, das Plugin mit Hilfe des Quellcodes selbst zu übersetzen.
- Da Plugins auf die Bibliotheken von GIMP (Windows-Anwender kennen diese beispielsweise als DLL-Dateien) zurückgreifen, kann es sein, dass dieses Plugin nicht funktioniert, wenn Sie eine neuere GIMP-Version verwenden, die die entsprechende Bibliothek nicht enthält. Plugins sind also auch von der GIMP-Version abhängig.
- Die meisten Plugins sind nicht übersetzt (oder nur teilweise in seltsamer Übersetzung) und liegen meistens in englischer Sprache vor. Wenn Sie partout kein Wort davon verstehen, kommen Sie nicht um das Ausprobieren herum.
mit Interesse lese ich diesen Bericht, denn das Buch habe ich unlängst - leider nur als pdf - da ich selbst viel mit Gimp mache und schon unzählige Tutorials geschrieben habe, bin ich, was Tuts angeht sehr wählerisch und kritisch geworden.
Das Buch, welches hier vorgestellt wird bzw. das Kapitel, zeigt mir, daß es doch noch immer wieder neue Sachen gibt und das ein alter Hase wie ich, dennoch dazu lernen kann. Eine Bereicherung für die "Gimpiner in der Gimpgemeinde"
Ein ganz großes Dankeschön an dieser Stelle
Liebe Grüße
Avarra vom gimp-atelier.de #zitieren
































