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Februar 2009

Pixel Bender

Rapider Pixelkonsum

(Link zum Artikel: http://www.createordie.de/cod/artikel/2151)

Der eine oder andere wird bislang schon mal über Pixel Bender, ehemals bekannt unter dem Codenamen Hydra, gestolpert sein. Aber wie soll man mit einer weiteren Programmiersprache umgehen, die im Zusammenspiel mit Flash keine internen Loops/Schleifen erlaubt und komfortable mathematische Funktionen wie bitweises Shifting oder Random bisweilen vermissen lässt?

Text: Frank Reitberger

Die Antwort scheint auf den ersten Blick eigentlich denkbar einfach: Missachten! Wer sich dennoch dieser auf GLSL basierenden Programmiersprache annimmt, wird all dieser spartanischen Verhältnisse zum Trotz mit fabelhaften Ergebnissen belohnt. Denn Pixel Bender verarbeitet und manipuliert Massen an Pixeln ohne größere Probleme und dazu noch äußerst rasant!

Einer für alle

Zusätzlich begeisternd ist die Tatsache, dass sich mit Pixel Bender einmal entwickelte Filter im Adobe Universum gleich unter mehreren Programmen verwenden lassen. Ob nun Photoshop, Aftereffects oder aber Flash (mit Einschränkungen) – derselbe Filter lässt sich in alle Programme integrieren. Somit ist nun auch denkbar, dass Programmierer in-house ganz gezielt Filteralgorithmen für die Grafik- oder Postpro-Unit zur rein internen Anwendbarkeit im Projektverlauf entwickeln. Das macht gerade immer dann Sinn, wenn gezielt Filter oder Effekte in der Umsetzung angewandt werden sollen, die nicht Standard sind und quasi per Default aus dem Basisrepertoire eines Programms abgerufen werden können.

Ein weiterer Pluspunkt ist, das Pixel-Bender-Filter auch auf geladene Videos oder auf Kamera-Input gestöpselt werden können, ohne dabei den Bildfluss zu beeinflussen oder zu verlangsamen.

Der Fall Flash

Im Zusammenspiel mit Flash gibt es zwar einige Einschränkungen bei der Programmierung von Pixel-Bender-Filtern, die es zu beachten gilt (z. B. keine Loops, keine ausgelagerten Funktionen). Diese Limitierungen hindern allerdings nicht daran, wirklich komplexe Filter zu schreiben, die noch dazu schneller ihre Arbeit verrichten als "nur" in ActionScript umgesetzte Gegenstücke. Dies kann man am Beispiel des "Droste-Effekts" sehr gut aus dem Reich der grauen Theorie hervorholen.

Droste-Effekt?

Die Bezeichnung leitet sich von der Gestaltung einer Kakaoverpackung ab, die ein unter dem Namen Droste firmierender niederländischer Hersteller einst anfertigen ließ. Darauf ist ein Motiv, zu sehen, das sich selbst innerhalb des Bildes wieder und wieder rekursiv fortführt. Ein Meister in der grafischen Darstellung solcher unmöglichen Figuren war seinerzeit der niederländische Künstler M.C. Escher. Seine Ausarbeitungen inspirierten zahlreiche Nachahmer, die Idee fand so schließlich weite Verbreitung. Eines seiner Werke vervielfältigte das Motiv spiralförmig um einen Mittelpunkt herum und führte es schier endlos rekursiv fort.

Flash kann das auch

Der Fairness halber muss hier eingestanden werden, dass ein solcher Effekt durchaus auch mit ActionScript umsetzbar ist. Darum habe ich die "nur AS3-Fassung" diesem Artikel zum Vergleich beigefügt. Mit Pixel Bender ist das Ergebnis allerdings um ein vielfaches schneller anwendbar, noch dazu sauberer in der grafischen Ausführung, und es lässt sich so auch prima in konkrete Projekte einbinden. Im Gegensatz dazu würde die reine Flash-Variante über den Status "F&E Spielerei" niemals hinauskommen.

 

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