Mai 2009
Revolutionäre des gesellschaftlichen Engagements
Die Gründer des Web-2.0-Netzwerks wikando im Interview
Das Ende April gestartete Web-2.0-Netzwerk wikando verfolgt ein ehrgeiziges Ziel: Man möchte das gesellschaftliche Engagement revolutionieren. Die Macher von wikando, Mirjam Maier und Peter Kral, erläutern im Interview mit CREATE OR DIE, was genau hinter dem Projekt steckt, wie nützlich der webinale Startup Day für sie war und haben schließlich noch einen Ratschlag für Gründer parat.
Text: Martin Szugat
CREATE OR DIE: Wer seid ihr und was macht ihr?
wikando: Hallo, wir sind Mirjam Maier und Peter Kral und möchten mit unserem Web-2.0-Netzwerk wikando gesellschaftliches Engagement revolutionieren. Vor einem Jahr haben wir das junge Start-up ixenio gegründet, um unsere Idee von wikando, soziale Bewegung im Internet, umzusetzen. Und das haben wir jetzt auch geschafft: wikando.com ist vor Kurzem gestartet.
CREATE OR DIE: Wer sind eure Kunden und was bietet ihr ihnen?
wikando: Unsere Kunden, die wikando-Nutzer, sind Privatpersonen, Projekte und Unternehmen. wikando verbindet diese drei Nutzergruppen gleichberechtigt miteinander. Regionale und internationale Hilfsprojekte haben eine Plattform, sich multimedial mit Bildern, Videos und Texten darzustellen und Unterstützer für sich zu gewinnen.
Privatpersonen und Unternehmen können sich vielseitig engagieren und die Projekte nicht nur mit Geldspenden, sondern auch mit Sach-, Wissens- oder Zeitspenden unterstützen. Jeder wikando-Nutzer hat die Möglichkeit, den Projektverlauf zu verfolgen oder sich selbst bei einem Besuch vor Ort von dessen Erfolg zu überzeugen und auf wikando darüber zu berichten.
Außerdem garantieren wir, dass 100 Prozent der Spenden an die Projekte weitergeleitet werden. Das geht, da die Unternehmen unsere Finanzierungsgrundlage sind. Sie bezahlen eine monatliche Gebühr und können dafür ihr soziales Engagement präsentieren. Für Projekte und Privatpersonen ist die Teilnahme an wikando kostenlos. Wir machen Engagement für jeden einfach, erlebbar und transparent.
CREATE OR DIE: Was waren eure größten Fehler bisher und was eure größten Erfolge?
wikando: Wir haben den Launch-Termin für wikando zu früh bekannt gegeben. Wir wollten unbedingt vor Weihnachten online gehen und haben das zu früh kommuniziert. Dann wurde uns klar, dass wir den Termin nicht halten können und wir mussten den Start verschieben. Aber wir haben aus diesem Fehler gelernt und den Launch jetzt besser geplant.
Das war dann auch unser größter Erfolg: Der Start von wikando Ende April. Endlich konnten sich die Nutzer registrieren und die ersten Projekte und Unternehmen einstellen. Wir haben uns riesig gefreut, als zum ersten Mal gespendet wurde und alles ohne technische Probleme geklappt hat.
CREATE OR DIE: Wie hat euch der webinale Startup Day dabei geholfen und was hat euch am besten auf dem Startup Day 2008 gefallen?
wikando: Wir haben auf dem Startup Day viel Nützliches über den richtigen Aufbau eines Start-ups und die Herangehensweise an potenzielle Kapitalgeber erfahren. So konnten wir schon einmal "Investorenluft" schnuppern und einen guten Eindruck von der Gründerszene gewinnen. Der Erfahrungsaustausch mit anderen Gründern und die Kontakte, die wir geknüpft haben, waren für uns die Highlights auf dem Startup Day.
CREATE OR DIE: Wie lautet euer Firmenmotto und welchen Rat könnt ihr angehenden Gründern mit auf den Weg geben?
wikando: "Erlebe Engagement!" Wir engagieren uns dafür, Engagement für jeden einfach und erlebbar zu machen. Dafür arbeitet unser ganzes Team. Anderen Gründern raten wir, nicht alles alleine zu machen, sondern die eigene Vision mit einem starken Team, auf das man bauen und dem man vertrauen kann, zu verwirklichen.
Und es ist wichtig, rauszugehen, sich so früh wie möglich Feedback einzuholen und ein aktives Netzwerk aufzubauen. Und wenn einmal nicht alles nach Plan läuft, dann ist es oft besser, ein bisschen Abstand zu gewinnen, um ein Problem zu lösen.
Das Interview führte Martin Szugat.

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