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Juni 2008

Sagt ihnen, dass ihr die Welt verändern wollt…


Fortsetzung, Teil 3

(Link zum Artikel: http://www.createordie.de/codv2/artikel/1782)

Die Projektfinanzierung habe den Vorteil, über Partner und Banken an Geldmittel, bestehende Strukturen und begleitende Beratung heranzukommen. Hierbei ist es wichtig, ein starkes Team und klare Beteiligungsabsprachen zu haben. Dazu ist der Businessplan ganz entscheidend, denn darin sind auch die Rollen aller Beteiligten geregelt.

Die Finanzierung über Venture Capital (VC) oder Risikokapital ist dann sinnvoll, wenn man 2 bis 3 Millionen Euro an Geldmitteln benötigt. Die Partner sind in diesem Fall Institutionen oder Rechtspersonen. Sie bieten zwar das Geld und eine Anfangsberatung, begleiten aber das Projekt nicht, so wie in den erst genannten Modellen. Ihr Interesse ist nicht zuallererst, dass das Projekt läuft, sondern dass sie zeitnah und mit Gewinn auch wieder aus dem Projekt herauskommen. VC-Finanzierung ist daher immer schon mit einer Exit-Absicht seitens der Geldgeber verbunden.

Welche Strategie man auch wählt: Aus eigener Erfahrung rät Kögel bei der Rechtsberatung nicht zu sparen, denn Probleme kommen auf jeden Fall. Sinnvoll ist es auch, sich Berater zu suchen, bei denen man mehrere Ansprechpartner hat, riet von Bergmann, damit man im Fall der Fälle immer jemanden erreicht.

André Ballay, 24IP Law Group, empfahl, zu einem frühen Zeitpunkt bei mehreren Anwälten nach deren Kosten und Erfahrungen zu fragen. Es gebe spezialisierte Unternehmen, die über entsprechende Erfahrungen und unterschiedliche Beratungsmodelle verfügen. In seinem Vortrag wies er vor allem auf die Fallstricke des Markenschutzes hin. Hier empfiehlt es sich, genaue Recherche zu betreiben, bevor man seinem Projekt einen Namen gibt. Den Ärger mit Rechteinhabern kann man schnell bekommen. Die beste Quelle ist hierfür das Deutsche Patentamt und Marken Amt (DPMA), dort kann man auch für recht wenig Geld seine eigene Marke schützen lassen. Will man allerdings die Welt erobern, sollte man sich vorab über die Regeln der Zielmärkte informieren.

Nur nicht den Mut verlieren

Erfahrungen muss man leider selbst machen – auch die schmerzhaften. Ein Unternehmen zu gründen ist, wie Andreas Mertens in seinem Vortrag über den ganzheitlich denkenden Unternehmer sagte, auch ein Weg, seine Persönlichkeit zu entwickeln. Dabei gilt es als Generalist den Überblick zu behalten und als Spezialist sein Produkt zu optimieren.

Zu dieser Entwicklung gehört es auch, in der Krise nicht den Mut zu verlieren. Sollte ein ambitioniertes Projekt in die Insolvenz führen, ist das noch lange nicht das Ende. Denn erst beim zweiten Mal ist ein Fehler wirklich ein Fehler. Eine Insolvenz kann positiv sein – sie zeigt Erfahrung. Auch wenn es ein wenig nach Karl May klingt, dass Narben den tapferen Krieger kennzeichnen, sehen vor allem die amerikanischen VC dies so, wie Kögl aus eigener Erfahrung weiß. Er riet daher, mit Insolvenzen offen umzugehen und sie als Pfund in die Waagschale zu werfen.

Überhaupt ist Offenheit im Umgang mit den Geldgebern ein wichtiger Aspekt. Das betrifft nicht nur die Vergangenheit, sondern auch die Zukunft. Was versprochen wird, muss Hand und Fuß haben, Geldgeber mögen es nicht, wenn das Geschäftsmodell oder die Idee im Prozess geändert wird. Von Bergmann rät auch, den Plan nicht zwanghaft an die Bedingungen der Förderer anzupassen. Besser sei es, diese vom eigenen Plan zu überzeugen, da sie einen anbiederischen Förderantrag früher oder später durchschauen werden.

Insolvenzen können übrigens noch andere Vorteile haben – man wird vielleicht einen Partner los, der doch nicht ins Team gepasst hat.

 

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