April 2008
Semantic Web! Semantic What?
The End of the Web as we know it
Das Semantic Web wurde bereits 1998 aus der Taufe gehoben, etwas mehr als sechs Jahre nach dem World Wide Web – doch fristet es im Vergleich zum WWW nur ein Schattendasein. Dieser Artikel sucht nach den Gründen für die (Un-)Popularität trotz seines gewaltigen Potenzials und schaut in die Zukunft: Was wird aus dem Semantic Web? Verschwörungstheoretiker aufgepasst!
Text: Thomas Biskup
Geboren wurde das World Wide Web irgendwann zwischen 1990 und 1992. Sein Schöpfer Tim Berners-Lee hatte hierfür auf eine Vielzahl von Ideen aus vorangegangenen Jahrzehnten zurückgegriffen. Die Anliegen, die Berners-Lee mit der Entwicklung verfolgte, waren eine bessere Vernetzung von Informationen bei seinem Arbeitgeber dem Genfer CERN sowie generell ein einfacherer wissenschaftlicher und organisatorischer Informationsaustausch weltweit (A Little History of the World Wide Web
Ernsthaft wahrgenommen wurde das Web ab etwa 1994 – an Universitäten wurde zu dieser Zeit das Usenet (überwiegend in Form von FTP, Usenet-News und E-Mail) zunehmend durch Webbrowser und Webseiten verdrängt. Die Basis für den schnellen Erfolg war der überaus einfache technische wie strukturelle Ansatz, den Tim Berners-Lee verfolgte: Informationen aller Art konnten auf einfachste Weise miteinander verlinkt werden, die HTML-Grundlagen konnte man sich schnell aneignen und es gab nur wenig fortgeschrittenes IT-Wissen, das man erlernen musste, um "im Web" dabei zu sein. Dementsprechend rasant ging dann auch das Wachstum des WWW vonstatten: Von Jahr zu Jahr vervielfachten sich Angebot, Nutzerzahlen und Konzepte rund um das Word Wide Web mit exponentieller Geschwindigkeit – es war und ist eben sehr einfach eine Website online zu stellen.
Der nächste Schritt
Da Tim Berners-Lee bei allem immer ein Visionär war, dachte er sein Konzept konsequent weiter: Nachdem es mit dem Web geradezu kinderleicht wurde, Informationen aus der ganzen Welt miteinander zu verbinden, Nachrichten auszutauschen und zu verbreiten sowie neue Gemeinschaften zu bilden, war für ihn der nächste naheliegende Gedanke, Ordnung in den Wildwuchs aus Ideen und Kreativität zu bringen. Dazu sollten die von Menschen lesbaren Informationen nun auch für Maschinen verständlich werden – die Idee für das Semantic Web war geboren. Auf Basis einer formalen Sprache sollten die Konzepte auf Webseiten auch für Maschinen leicht interpretierbar werden.
Noch bevor Berners-Lee 1998 seine Gedanken zum Semantic Web niederlegte, hatte die konzeptionelle Vorarbeit 1997 in Form der ersten RDF-Spezifikation bereits Früchte getragen. Die Öffentlichkeit wurde allerdings erst 2001 mit dem weithin bekannten und berühmten Artikel "The Semantic Web" von Tim Berners-Lee, James Hendler und Ora Lassila auf den nächsten Streich des WWW-Gurus aufmerksam. Danach passierte nicht mehr wirklich viel. Doch bevor wir uns der Zukunft widmen, schauen wir uns zunächst einmal die Wurzeln des Semantic Web und seine "Blüten" an.

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