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April 2008

Semantic Web! Semantic What?


Fortsetzung, Teil 2

The End of the Web as we know it

(Link zum Artikel: http://www.createordie.de/cod/artikel/1682)

Die Grundlagen des Semantic Web

Die Grundidee des Sermantic Web ist sehr einfach: Wenn alle Informationen in einer formalisierten und maschinenlesbaren Weise angereichert werden, so steigert sich ihr Wert um ein Vielfaches. Computer werden in die Lage versetzt, Informationsketten zu folgen, Schlussfolgerungen zu ziehen und aus einzelnen Informationsbrocken wertvollere Informationsstücke zu generieren. Das Konzept, das Tim Berners-Lee und seine Kollegen hierfür ausarbeiteten, basiert auf der einfachen und jedem seit der Grundschule bekannten Formel: "Subjekt, Prädikat, Objekt". Einfach, aber genial!

Das Resource Description Framework (RDF)

Die formale Basis des Semantic Web ist das so genannte Resource Description Framework (RDF). Dieses erlaubt Dinge zu beschreiben, indem es das oben erwähnte Tripel aus Subjekt, Prädikat und Objekt maschinenlesbar definiert. Des Weiteren gibt es noch zusätzliche Konzepte, um auch Prädikate und Objekte bzw. Gruppierungen aller dieser Elemente durch weitere Informationskonzepte anzureichern – und das alles mit einer stringenten und leicht durch Maschinen interpretierbaren Form.

"Diese Informationen sind für Menschen sehr einfach und gut handhabbar, für Maschinen sind sie aber extrem kompliziert."

Was heißt das konkret? Nehmen wir einmal an, Sie arbeiten in einem Institut und haben eine Website, auf der Ihre Kontaktdaten zu finden sind. Diese werden HTML-codiert und ansprechend präsentiert und weisen Sie als Herr Meier, Mitarbeiter des Müller-Instituts aus, der unter der Telefonnummer 1234 zu erreichen ist. Diese Informationen sind für Menschen sehr einfach und gut handhabbar, für Maschinen sind sie aber extrem kompliziert. Betrachtet man HTML-Code, so enthält dieser vielfältige Auszeichnungen (Tags), um die Informationen ansprechend auf dem Bildschirm zu präsentieren und Formatierungen usw. vorzugeben. Doch die eigentliche Bedeutung der Informationen findet sich nur in den Texten selbst. Und, wie jeder weiß, der schon einmal etwas mit einer beliebigen Suchmaschine recherchiert hat, führt eben dies zu Irrtümern bei der Interpretation durch Computer. RDF ermöglicht es nun, Zusatzinformationen – eben jenes (Subjekt, Prädikat, Objekt) Tripel – in maschinenlesbarer Weise darzustellen.

Das könnte z.B. folgendermaßen aussehen:

  1. <rdf:RDF xmlns:rdf="http://www.w3.org/1999/02/22-rdf-syntax-ns#"
  2. xmlns:ns="http://www.biskup.net/example#">
  3. <ns:angestellter rdf:about="http://www.biskup.net/personen/#mueller">
  4. <ns:betrieb rdf:resource="http://www.biskup.net/betriebe/#institut-meier" />
  5. <ns:adresse>
  6. <rdf:Description rdf:about="http://www.biskup.net/adressen/#mueller">
  7. <ns:telefonnummer>1234</ns:telefonnummer>
  8. </rdf:Description>
  9. </ns:adresse>
  10. </ns:angestellter>
  11. </rdf:RDF>

Andere Standards (z.B. OWL, die Web Ontology Language) erweitern RDF um wesentlich komplexere Konzepte, um Zusammenhänge und Strukturen beschreiben zu können, als dies mit den bislang vorgestellten Tripeln der RDF möglich ist.

Einfach, oder? Und hier könnte eines der Probleme des Semantic Web liegen: Es ist sehr ambitioniert, angetreten um komplexe Probleme zu lösen – Maschinen sollen Informationen "verstehen", interpretieren und komplexe Schlussfolgerungen daraus ziehen. Wenn alle Informationen im Web (oder zumindest sehr viele) gemäß obigem Prinzip auch für Maschinen annotiert sind, könnte man eine Suchmaschine nach einer Apotheke in 30 Kilometern Umkreis fragen, die ein bestimmtes Medikament zur Verfügung stellen kann. Sofern die entsprechenden Informationen vorhanden sind, könnte die besagte Suchmaschine dann die RDF-Annotationen nutzen, um den Standort des Users mit denen der gefundenen Apotheken zu vergleichen, deren Medikamentenlisten auf das Benötigte überprüfen (und gegebenenfalls sogar Generika berücksichtigen), Öffnungszeiten abfragen und die entsprechenden Ergebnisse präsentieren. Soweit die Theorie…

 

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