Mai 2008
Social Networks: Geschäftsmodelle, Nutzerverhalten und Erfolg
The End of the Web as we know it
Social Networks und Web 2.0, für viele Internetnutzer ist das längst ein und dasselbe. Angetrieben durch die Popularität der Online-Netzwerke, ist die Zahl der Anbieter in den letzten Jahren sprunghaft angestiegen. Inzwischen, so scheint es, verfügt jede Nischenkultur über ihr eigenes Social Network. Zunehmend schwieriger wird es dabei, einen Überblick über die Entwicklung zu behalten. Der folgende Text beinhaltet einige Beobachtungen und Überlegungen zu beliebten Diensten wie Facebook, StudiVZ oder Xing. Was sind die Geschäftsmodelle, wie "ticken" die Nutzer und was macht den Erfolg aus?
Text: Alexander Richter
Seit dem 3. März 2008 gibt es sie, die deutsche Ausgabe des Online-Netzwerks Facebook. Mit großen Erwartungen hatte die deutschsprachige Web-Community dem Start entgegengefiebert. Das große Interesse verwundert kaum: Facebook ist nach MySpace das zweitgrößte Social Network weltweit, und mit einem geschätzten Marktwert von zehn bis 15 Milliarden Dollar zudem das teuerste. Die Anfänge waren noch bescheiden: Im Jahr 2004 wurde Facebook von Mark Zuckerberg in Harvard als Studentennetzwerk gegründet, doch inzwischen tummeln sich dort sämtliche Alters- und Bildungsschichten aus allen Ländern der Welt.
Unklar ist, was genau eigentlich den Erfolg von Facebook ausmacht. Worin unterscheidet sich das US-amerikanische Netzwerk etwa vom weniger erfolgsverwöhnten deutschen Pendant StudiVZ? Der vermeintliche Facebook-Nachahmer wurde Anfang 2007 für geschätzte 80 Millionen Euro an die Holtzbrinck-Verlagsgruppe verkauft. Zwar soll StudiVZ inzwischen über insgesamt 4,5 Millionen Nutzer verfügen – so viele User gewinnt Facebook monatlich hinzu –, doch gilt das deutsche Studentennetzwerk als nicht sonderlich profitabel. Warum das so ist, weiß nicht mal die Konkurrenz. Matt Cohler, Vizepräsident für Strategy & Business Operations bei Facebook, ist ratlos: "Ich weiß auch nicht, was sie falsch machen."
Dabei verfügen die beiden Social Networks nicht nur über ein ähnliches Design, sondern auch über ein vergleichbares Geschäftsmodell. Wichtiges Stichwort: Targeting. Hierbei werden die soziodemographischen Informationen, welche die Nutzer z.B. in ihren Profilen anderen Mitgliedern des Social Networks zugänglich gemacht haben, von den Plattformbetreibern ausgewertet. In der Folge bekommen die Nutzer dann individuelle Werbung angezeigt. Facebook nutzt Targeting schon länger und äußerst erfolgreich: geschätzte 100 Millionen Dollar nahm man 2006 mit dieser Werbemethode ein. Bei der Vermarktung der Anzeigen verlässt man sich seitens Facebook auf den Kooperationspartner Microsoft. Redmond hat sich unlängst für 240 Millionen Dollar ganze 1,6 Prozent des Unternehmens gesichert.
Anders bei StudiVZ. Hier gab es im Dezember vergangenen Jahres einen Aufschrei unter den Anwendern, als der Betreiber die Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) für die Einführung von Targeting ändern wollte. Angeschoben wurde der Aufruhr von einem schlecht recherchierten und mehrmals geänderten Welt-Online-Artikel, in dem gar von Datenverkauf die Rede war. Mehrere Blogs und Zeitungen berichteten von dem "Datenschutzskandal". Wirklich clever hatte man sich bei StudiVZ tatsächlich nicht angestellt: Anfänglich war in den modifizierten AGB von Werbung per SMS und Chat die Rede gewesen.
Diese Version wurde zwar schnell wieder eingestampft und die mit den AGB beauftragte Anwaltskanzlei gewechselt. Doch zu spät: Inzwischen hatten sich verschiedene Gruppen auf StudiVZ gegründet, um gemeinsam gegen die neuen AGBs zu protestieren. Die Gruppen verfügten nicht nur über kreative Namen wie: "Revolution im Studivz – gegen die neue AGB", sondern zum Teil auch über mehrere tausend Mitglieder.
Nicht nur mit Austritt wurde gedroht. Ein großer Teil der registrierten Studenten begannen, ihre Kontaktinformationen oder persönliche Informationen ganz oder teilweise zu löschen – etwa das Geburtsdatum. Manche Studenten verpassten sich Phantasienamen, andere kürzten ihren Nachnamen ab oder löschten ihn vollständig. Ein Großteil tat dies aus Angst ausspioniert zu werden, einige vermutlich als Zeichen des Protests gegen die neuen AGBs. Am Ende blieb die befürchtete Austrittwelle jedoch aus und die meisten Studenten stimmten den neuen AGBs zu.
StudiVZ ist nicht das einzige deutsche Social Network, das in der vergangenen Zeit durch negative Schlagzeilen von sich reden machte. Auch das Hamburger Businessnetzwerk Xing bekam zu Beginn des Jahres 2008 sein Fett weg.

- Best of GGGGfunden
- Casual Friday - Super Bowl, Superman und Beyonce
- Facebook stellt 60 neue Timeline-Apps vor
- Path entschuldigt sich für Datenklau und löscht heimlich gesammelte User-Infos
- Facebook-User mobilisieren sich gegen rechte Wählergruppe
- E-Mail-Beleidigung bringt Startup wieder ins Gespräch
- Soziale Netzwerke in Deutschland: Nutzerübersicht [Infografik]
- Erfolgreiches Job Recruiting via Facebook [Infografik]
- Besserer Kundenservice durch Social Media? [Infografik]
- Picozu: Photoshop-Klon im Browser-Fenster mit JavaScript, HTML5 und CSS3
- GIF me some mo'
- Liest Google meine E-Mails?
- Apple Newsstand - zu prüde für Penis-Cover
- Selection - Straßenatlas durch die deutsche Agenturlandschaft
- Safer Internet Day - Jugendliche besonders gefährdet
- Sind online Zahlungen sicher? [Infografik]
- Erfolgreich bloggen - Teil 2: Wordpress installieren
- Makaber: Steve Jobs macht Werbung für Android
- Twitter: 10.000 Tweets pro Sekunde beim Super Bowl
- Best of GGGGfunden
- Casual Friday - Siri, Big Bang und eine Welt ohne Strom
- Nach Twitter jetzt auch Blogger mit Zensur - internationale Blogging-Community adieu?
- Leiche auf Google Maps gefunden
- Facebook: Verbot für österreichische TV-Sender
- Battle of the Startup Bands - Gründer rocken die Hauptstadt
- Google, Twitter, Facebook, LinkedIn - Deine virtuellen Freunde [Infografik]
- Facebook-Börsengang: Zuckerberg legt Fakten auf den Tisch
- Twitter will Tweets länderspezifisch zensieren
- HTML5 vs Adobe Flash [Infografik]
- Facebook-Börsengang: erstmal tief stapeln
2. Könntet Ihr das Karriere bei "...Karrierenetzwerks Facebook..." wegmachen? Sehe ich nämlich gar nicht so....
Wäre wirkich nett. Danke. #zitieren

































