Mai 2008
Social Networks: Geschäftsmodelle, Nutzerverhalten und Erfolg
Fortsetzung, Teil 4
The End of the Web as we know it
Zurück zu Facebook ...
Deswegen noch einmal zurück zu Facebook und den besagten Expansionsbestrebungen. Seit Anfang Januar lässt man sich hier bei der Übersetzung von Inhalten durch die eigenen Nutzer helfen. Die Süddeutsche Zeitung interpretiert diese Zusammenarbeit etwas einseitig so: "Die nicht honorierte Mitarbeit soll den Usern wohl einfach das Gefühl geben, gebraucht zu werden und sie damit stärker an das Produkt binden." Offensichtlich hat man bei der SZ also noch nichts von Crowdsourcing gehört oder der inzwischen vielbeschworenen "Weisheit der Vielen". Diese hat immerhin die Online-Enzyklopädie Wikipedia berühmt gemacht. Warum soll man denn nicht mehrere hundert Nutzer fürs Übersetzen und Testen hinzuziehen? Die Nutzer wissen doch am besten, wie sie ihr Produkt gerne hätten.
Bereits Anfang Januar konnten die ersten Nutzer die deutsche Facebook-Version testen. Am Ende des Monats waren über 1200 Personen an der Übersetzung der Website beteiligt. Diese "Translators" konnten dabei neben dem eigentlichen Übersetzen auch Bewertungen zu Übersetzungen anderer User abgeben. In Foren ließen sich Übersetzungsprobleme diskutieren. Web 2.0 pur.
Allerdings lief nicht alles ohne Reibungen ab. Abstimmbedarf bestand z.B. beim Begriff "to poke". Die eigenwillige Übersetzung "gruscheln", hatte einst StudiVZ deutschlandweit bekannt gemacht. Gemutmaßt wurde nun, dass Facebook den Begriff bei der Übersetzung einfach übernehmen würde. Doch die eigenständigen Facebook-User zogen eine etwas gebräuchlichere Version vor: Man entschied sich schließlich für das Wort "anstupsen":
Deutschland – ein schwieriges Terrain für Social Networks
Apropos eigenständige Nutzer. Inzwischen sind seit Einführung der deutschen Sprachversion bei Facebook zwei Monate vergangen. Erstes Resümee: Hierzulande bleibt Facebook der erhoffte Erfolg weiterhin versagt. Deutschland scheint also ein wirklich schwieriges Terrain für Social Networks zu sein. Das dürfte auch Matt Cohler von Facebook erkannt haben. Vielleicht tut man sich ja bald mit der Konkurrenz von StudiVZ zusammen und ergründet gemeinsam, was man da eigentlich so alles falsch macht.
Alexander Richter ist seit 2006 als wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Forschungsgruppe Kooperationssysteme an der Universität der Bundeswehr München tätig. Im Rahmen seiner Forschungstätigkeiten beschäftigt er sich vorwiegend mit neuen Internettechnologien und deren Auswirkungen auf Computer Supported Collaborative Work (CSCW).
2. Könntet Ihr das Karriere bei "...Karrierenetzwerks Facebook..." wegmachen? Sehe ich nämlich gar nicht so....
Wäre wirkich nett. Danke. #zitieren
































