April 2008
Virtuelle Welten: Gefangen in der Matrix?
Fortsetzung, Teil 5
The End of the Web as we know it
Brauchen wir dann noch 2D?
Oft wird in dem Zusammenhang die Frage, ob das Web der Zukunft nur noch Virtual Reality in 3D sein wird, diskutiert. Dies wird davon abhängen, welche Variante (Internetverbindungen und Endgeräte) für die Masse der Anwender leichter und schneller zu verarbeiten ist und auf welchem Weg Informationen leichter und schneller aufgenommen werden können. Ein Produktkatalog oder ein Zeitungsartikel beispielsweise lässt sich über eine normale Webseite einfacher erfassen. Andererseits werden unsere Präferenzen auch durch unsere Sehgewohnheiten bestimmt, insofern wird auch hier erst die Erfahrung zeigen, welche Art der Informationsvermittlung wo stärker angenommen wird.
Input und Output – die totale Illusion
Die Zukunftsvision der Virtual Reality kennen wir bisher nur aus Filmen und der Forschung: Datenhelme und Datenhandschuhe, visuelle, akustische, haptische und olfaktorische Ausgabe für das Erleben mit allen Sinnen. 3D-Scan des Menschen, um ein realistisches virtuelles Abbild zu erstellen, Avatarsteuerung über Sensoren, die Körperbewegungen auswerten. Das Endziel der virtuellen Realität ist, eine Umgebung zu schaffen, die ähnlich der "Matrix" so realitätsnah ist, dass es für den Anwender schwierig wird zu unterscheiden, ob er sich in seiner realen Umgebung oder einer virtuellen Realität befindet. Momentan spielt sich die virtuelle Realität immer noch auf einem flachen Computerbildschirm ab und schon allein durch die Bedienung des VR-Clients via Maus und Tastatur entsteht eine gewisse Distanz zum virtuellen Geschehen, die ein vollkommenes Eintauchen unmöglich macht.
Ob ein solches vollkommenes Eintauchen überhaupt wünschenswert ist, scheint überdies fraglich zu sein. Denn eine virtuelle Realität, die sich von der echten kaum noch unterscheidet, birgt ein hohes Suchtpotenzial in sich. Welche Auswirkungen das auf den User respektive Menschen hat, wird erst die Erfahrung zeigen. Hoffentlich finden wir dann den Ausgang auch ohne die rote Pille.
Olivia Adler ist seit 1992 online, seit 1993 im IT-Bereich tätig und publiziert seit acht Jahren als freiberufliche Fachredakteurin für IT- und Internetthemen.

































