Juni 2008
Wissensgesellschaft 2.0 – Mitmachen oder Verlieren
The End of the Web as we know it
Web 2.0 ist Ausdruck eines dynamischen, gesellschaftlichen Wandels. Eine Entwicklung, die der Wissensgesellschaft neue Bedeutung und Aufgaben geben. Werden sie nicht umgesetzt, scheitern Personen und Organisationen. Das zeigt eine Reise von den Anfängen bis hin zur total vernetzten Wissensgesellschaft.
Text: Hans Fischer
Wissensmanagement 2.0: Grundsätzliches
Grundsätzliche Zweifel am Wissensmanagement sind nicht angebracht. Management-Visionär Peter F. Drucker brachte die Notwendigkeit im Buch "Management im 21. Jahrhundert" mit folgender Aussage auf den Punkt: "Besonders für Führungskräfte stellen Informationen die Schlüsselressource schlechthin dar. (…) Nur wer über Informationen verfügt, kann sein Wissen einsetzen". Oder mit den Worten des englischen Philosophen Lord Francis Bacon (1561-1626) ausgedrückt: "Wissen ist Macht".
Wir leben im Informationszeitalter. Informationen und das darauf basierende Wissen haben sich neben Boden, Arbeit und Kapital zu einem klassischen Produktionsfaktor entwickelt. Was, wenn ein Bauer in der Agrargesellschaft dem Boden nicht genügend Aufmerksamkeit geschenkt hätte? Obwohl Antwort und Analogie zur Gegenwart auf der Hand liegen, schenken viele Unternehmensverantwortliche der Information und dem darauf basierenden Wissen nicht die gebührende Aufmerksamkeit.
Zweifelsohne verschenken sie dadurch einen Teil des möglichen Erfolges oder verbauen sich ihre wirtschaftlich prosperierende Zukunft ganz und gar. Mit den Worten von Sokrates: "Der Kluge lernt aus allem und von jedem, der Normale aus seinen Erfahrungen und der Dumme weiss schon alles besser."
Über die Frage, was denn Wissen genau ist und ob man dieses überhaupt managen kann, sollte man sich aus Unternehmerperspektive nicht allzu lange aufhalten. Die vermeintlich einfachen Fragen sind philosophischer Natur und werden in entsprechenden Kreisen auch mit Verve diskutiert. Kurz: Eine allgemeingültige Definition für Wissen gibt es nicht. Es steht aber fest, dass Daten die Grundlage für Informationen sind und diese wiederum die Grundlage für Wissen.
Wissen ist nicht eindeutig definiert, Wissensmanagement aber schon: Eine etablierte Version von Bukowitz und Williams (1999) lautet:
"Wissensmanagement ist der Prozess, durch den eine Organisation Wohlstand aus ihren intellektuellen oder wissensbasierten Ressourcen schöpft". Da Wissen immer Kopfsache ist, stehen die Angestellten im Zentrum aller entsprechenden Anstrengungen. Vereinfacht gesagt, geht es vorrangig um die Förderung von Kommunikation und Interaktion, mit Zielsetzungen wie Wissensidentifikation, Wissenserwerb, Wissensentwicklung, Wissensverteilung, Wissensnutzung, Wissensbewahrung und Wissensbewertung. Oder, noch mal anders: Vorhandene Informationen werden so aufbereitet, dass sie den Mitarbeitern im richtigen Moment in passender Form zur Verfügung stehen.

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