Mai 2009
next09: Share Economy
Die Agenturbranche entdeckt das Teilen
Anfang Mai fand in Hamburg die next09 statt. Auf dieser von SinnerSchrader veranstalteten Konferenz, die einst auf der Feier zum zehnjährigen Firmenjubiläum aus der Taufe gehoben wurde, stehen Jahr für Jahr die aktuellen Themen der Branche im Mittelpunkt. Das Thema der next09 lautete: "Share Economy".
Text: Tobias Kaufmann
Share – teilen, weiterverwenden, zurückgeben. Ein interessantes soziales Phänomen, das seine Prägung natürlich nicht erst durch die diesjährige Ausgabe der next erfuhr. So ist etwa im Onlinebereich und in der Kreativszene die Creative-Commons-Idee seit Jahren im Gebrauch. Man lizensiert seine Werke auf eine Art, die es anderen gestattet, sie zu verwenden und eigenständig zu interpretieren. In kreativer Hinsicht ist das auf jeden Fall eine spannende Angelegenheit, aber wie sieht es aus betriebswirtschaftlicher Perspektive aus: Kann man mit Teilen, also trotz des Verzichts auf monetäre Gegenleistung, wirtschaftlich erfolgreich sein?
Wikipedia definiert Creative Commons wie folgt:
Creative Commons (englisch: "schöpferisches Gemeingut, Allmende") ist eine gemeinnützige Gesellschaft, die im Internet verschiedene Standardlizenzverträge veröffentlicht, mittels derer Autoren an ihren Werken, z. B. Texte, Bilder, Musikstücke usw., der Öffentlichkeit Nutzungsrechte einräumen können. Anders als etwa die von der Freie-Software-Gemeinde bekannte GPL, sind diese Lizenzen jedoch nicht auf einen einzelnen Werkstyp zugeschnitten, sondern für beliebige Werke anwendbar, deren Schutz sich aus dem Urheberrecht ableiten lässt. Ferner gibt es eine starke Abstufung der Freiheitsgrade: von Lizenzen, die sich kaum vom völligen Vorbehalt der Rechte unterscheiden, bis hin zu Lizenzen, die das Werk in die Public Domain stellen, das heißt, bei denen auf das Urheberrecht so weit wie möglich verzichtet wird.
What would Google do?
Jeff Jarvis sieht in Google den besten Beweis dafür, dass die "Share Economy" funktioniert. Mit Öffnung der Applikationen für andere Tools habe Google für eine Vielzahl von neuen Anwendungen den Grundstein gelegt. So kommt beispielweise heute kaum noch eine Webseite, die Ortsangaben beinhaltet, ohne eine Google-Map aus. Auch die offen kommunizierte Firmenethik "Do no evil!" tue ein Übriges zu Googles Erfolg.
Kritisch anzumerken bleibt allerdings, dass Google so zentrale Informationen wie den Suchalgorithmus dann doch nicht mit der Allgemeinheit teilen mag.
The next Retooling
Auch die Veranstalter der next selbst setzen sich intern intensiv mit dem Thema auseinander. Das wurde durch die Keynote von Mathias Schrader belegt (Präsentationsslides siehe hier), die einen weiteren spannenden Aspekt in die Diskussion brachte: Share Tools, Softwarecode!
Der Gedanke dahinter: Ideen, in diesem Fall Tools, bauen immer aufeinander auf. Im Prinzip lässt sich dies bis zum Faustkeil zurückverfolgen, mit dem unsere Vorfahren vor einigen tausend Jahren arbeiteten.
Heutzutage nutzen Unternehmen offen verfügbare Tools, um komplexe Applikationen umzusetzen. So bauen z. B. populäre Anwendungen wie Facebook und Twitter auf freien Basistechnologien auf – unter anderem PHP, Ruby on Rails und MySQL. Nur wird diese Basis nicht immer wahrgenommen, schon gar nicht vom Nutzer. Wie konsequent SinnerSchrader diesen Ansatz umsetzen, sieht man an der Firmenwebseite www.sinnerschrader.de. Diese besteht nur aus der Startseite, alle Inhalte liegen bei externen Diensten.

































