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April 2010

see#5 – Tanz auf dem Vulkan


Fortsetzung, Teil 4

Datenvisualisierung im Schatten des Eyjafjallajökull

(Link zum Artikel: http://www.createordie.de/cod/artikel/3032)

Koch – Spiel mit Licht und Schatten

Den Abschluss der Vortragsreihe bildete Hannes Koch von Random International – allerdings stand auch er im Schatten des Vulkans. Koch stand eigentlich früher im Programm, reiste aber verspätet an: Als sein Flug aus London gestrichen wurde, mietete man sich kurzerhand ein Auto und legte den Weg durch den Eurotunnel zurück.

Koch zeigte mehrere Projekte aus seinem Arbeitsalltag mit Random International. Das Kreativstudio hat sich vornehmlich auf den künstlerischen Output konzentriert und wartet bisweilen nur mit wenigen kommerziellen Produkten auf. Ähnlich wie bei Obarzanek setzt Random International bei seinen Projekten auf die Wirkung von Licht und Schatten. Bei ihren Werken agiert allerdings kein Künstler, sondern das Publikum selbst wird zur Kommunikation mit der Technik eingeladen.

Von den vielen interessanten Einblicken in die Arbeit der Wahl-Londoner sei vor allen Dingen "Audience" zu nennen. Koch und seine Partner fertigten für eine Ausstellung Miniroboter an, die mit Spiegeln bestückt sind. Ein Programm vermittelte den kleinen Technikmännchen menschliches Verhalten im Rahmen ihrer physischen Möglichkeiten. Man stelle sich einen Raum vor, in dem alle Spiegel nach zufälligen Positionen ausgerichtet sind. Betritt nun eine Person den gefüllten Raum, richten sich alle Spiegel nach dem Eintretenden aus und fixieren jede seiner Bewegungen mithilfe eines Tracking-Systems. Wird sich der Mensch dieser Eigenschaft bewusst, fängt er in der Regel an, mit der Technik zu interagieren, d.h. deren Verhalten auf die Probe zu stellen.

Als weitere – im wahrsten Sinne des Wortes – Highlights, die Koch uns vorgestellt hat, seien noch "You Fade To Light" und "Swarm" zu nennen. Für ersteres entwickelte das Studio eine Wand aus LEDs, die auf Bewegung reagierte. Auch hier steht die Integration des Publikums an vorderster Stelle. "Swarm" ist wiederum eine aus drei kubischen Skulpturen bestehende LED-Installation, die mittels Licht Bewegungen visualisiert. Luftzüge werden beispielsweise von Sensoren erfasst und von den einzelnen Lichtern nachgezeichnet.

Ende gut, alles gut

So ging ein ereignisreicher und sonniger Tag in Wiesbaden zu Ende, den kein feuerspuckender Riesenberg trüben konnte – weder durch abwesende Speaker, noch durch sichtbare Staubwolken. Zurück blieben Teilnehmer, die einen umfassenden wie Interessanten Einblick in die neuesten Möglichkeiten der Datenvisualisierung erhalten haben, der an allen Disziplinen des kreativen Handwerks gekratzt hat. Man kann sich also bereits heute auf die nächste See-Konferenz freuen, denn einen reibungslosen und spannenden Ablauf kann wirklich nichts und niemand durchkreuzen – erst recht kein Eyjafjallajökull.

 

Kommentare
Gravatar Philipp 21.04.2010
um 18:10 Uhr
Fast reibungslose Technik sieht aber anders aus. Die Technik war leider eine genau so große Katastrophe wie der Vulkan selbst. Da hätte man besser auf die Live-Übertragungen verzichtet, da die erste akustisch nicht im geringsten zu verstehen war und bei der Zweiten ein lautes schnarchen durch den Saal ging. Lieber ein paar ineressante Ersatz-Speaker! #zitieren
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