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10. August 2011

50 Photo Icons

(Link zum Artikel: http://www.createordie.de/cod/buchtipps/000889)

Die Geschichte hinter den Bildern

  • Autor/in: Hans-Michael Koetzle
  • Verlag: Taschen
  • Seiten: 304
  • erschienen: Juni 2011
  • Preis: 19,99 Euro
  • ISBN: 978-3836526913
8/10 Punkte

50 Photo Icons nimmt die wichtigsten Meilensteine in der Fotografiegeschichte unter die Lupe und liefert dem Leser die Geschichten hinter den Schlüsselbildern des Mediums. Darunter befinden sich weltberühmte Fotos wie Robert Capas Spanischer Loyalist aus dem Jahre 1936, Sam Sheres "Bild der brennenden Hindenburg" (1937), René Burris "Che" (1963) und Nick Uts "Kim Phúc – Napalm gegen Zivilisten" (1972).

Wer bei 50 Photo Icons einen textarmen Bildband erwartet, wird sich aber wundern. Denn die fünfzig Fotos werden bis ins Detail im ästhetischen, historischen und künstlerischen Kontext beschrieben und analysiert. So liefert der Autor Hans-Michael Koetzle zum einen eine kleine Geschichte der Fotografie ab, möchte aber in erster Linie dazu animieren, Bilder kritischer zu lesen, aufmerksamer und bewusster wahrzunehmen.

Die fünfzig Fotos sind chronologisch geordnet und umfassen einen Zeitraum von satten 174 Jahren – angefangen 1827, dem Beginn des fotografischen Zeitalters, mit den ersten permanenten Bildern (Nicéphore Niépces Foto vom Dach mit achtstündiger Belichtungszeit und Louis Daguerres berühmte Straßenszene von 1839). Immer gibt es das eine, groß abgebildete Hauptmotiv – entweder auf einer ganzen Seite, oft auch auf einer Doppelseite. Ergänzt wird es durch mehrere, kleinere Bilder des jeweiligen Fotografen. Jedes Photo Icon wird auf mehreren Seiten einer eingehenden inhaltlichen Analyse unterzogen. Koetzle besitzt enorme Fachkenntnisse und schildert detaillierte, kenntnisreiche und tiefgreifende Hintergründe zum Bild und zum Fotografen. Die einzelnen Kapitel werden schließlich abgerundet durch eine Kurzbiografie des betreffenden Fotografen.

Es geht bei Koetzle – dem es als Chefredakteur der Leica-World an Fachkenntnis nicht mangelt – nie nur um das Foto an sich, sondern besonders auch um die zeitgeschichtlichen Hintergründe. Das ist für mich die wahre Stärke des Buches, etwa wenn es um die Kinderarbeit in den Südstaaten oder um die brennende Ölfelder Kuwaits geht. Diese geschichtlichen Exkurse haben mich mehr gepackt, als die Geschichte der Fotografie und die ausführlichen Bildanalysen. Aber das liegt wie immer im Auge des Betrachters. Mit Sicherheit aber ist das Buch nicht nur Fotografieinteressierten zu empfehlen.

Christian Gogic

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