
27. Dezember 2007
Design ist nicht demokratisierbar! - Interview mit MSH AND MORE
CREATE OR DIE: Hallo Jürgen, wer oder was steckt hinter MSH AND MORE? Stell doch
bitte eure Agentur kurz vor. Woher kommt der Name MSH und wofür steht er?
Jürgen Walleneit: MSH AND MORE wird von Martin Klein und Jürgen Walleneit geleitet und ist eine Werbeagentur mit 12 Mitarbeitern. MSH leitet
sich aus den Namen der Gründer der Agentur Martin, Stefan und Harald her. Letztgenannte verließen das Unternehmen dann aber wieder. Für das J von Jürgen war
später einfach kein Platz mehr. Schon früh waren wir auch unter dem Namen "MSH AND MORE" bekannt. Das "MORE" steht für den Zugriff auf ein großes Netzwerk
von Spezialdienstleistern.
CREATE OR DIE: Welche Leistungen finden sich bei Euch im Portfolio? Habt ihr euch
auf bestimmte Bereiche spezialisiert?
Jürgen Walleneit: MSH AND MORE ist eine Full-Service-Werbeagentur, die schon seit 12 Jahren für hohe Qualität und die Lösung von teils
ungewöhnlichen Aufgabenstellungen steht. Wir bieten dabei klassische Werbeleistungen wie z.B. Markenführung, Corporate Design, Kampagnenerstellung,
Produktneueinführungen ebenso gut an wie Leistungen aus dem Event- und Promotionumfeld. Das Internet nimmt jedoch bei uns die stärkste Rolle ein und dient
sozusagen als Kommunikationsbasis. Aus unserer Sicht ist der crossmediale Einsatz von Medien, die stets in das Internet münden, heutzutage der Schlüssel
erfolgreicher Kampagnen.
CREATE OR DIE: Was bedeutet für euch gutes Design?
Jürgen Walleneit: Gutes Design entsteht, wenn eine komplexe Aufgabenstellung auf das Wesentliche reduziert und maximal kommunikativ
unterfüttert wird. Damit dieser Reduktions-Prozess funktioniert, bedarf es eines hohen fachlichen Know-how.
CREATE OR DIE: Ihr habt ja für die Afri-Cola-Website den "Red Dot Design Award"
gewonnen. Welche anderen Auszeichnungen und Awards habt ihr denn noch einheimsen können?
Jürgen Walleneit: Da wären z.B. der "Food&Beverage Award", für den wir in London dreimal nominiert waren und ihn dann im dritten Anlauf
gewonnen haben. Der "Emma", "LIAA" und "Meeting Business" Award waren noch weitere Highlights. Wobei der Gewinn des "Red Dot Design Awards" natürlich die
absolute Spitze für uns darstellte. Besonders stolz sind wir auf unseren Kunden Fixies, der in diesem Jahr mit unserer Hilfe den Preis für die erfolgreichste
Produktneueinführung gewinnen konnte.
CREATE OR DIE: Für welche Kunden und Branchen seid ihr unterwegs?
Jürgen Walleneit: Kernbranchen sind der Automotive-, Food & Beverage-, Kosmetik-, IT- und Pharmabereich. Mit MSH Mini haben wir eine eigene
Kompetenzmarke für die Zielgruppe Schwangere und Kinder bis 6 Jahren im Portfolio. Kunden sind z.B. Fixies, die REWE AG, Staatlich Fachingen, Barilla, Wasa,
Heineken und neuerdings NGK, einer der größten Zündkerzenhersteller.
CREATE OR DIE: Gibt es zu bestimmten Projekten irgendwelche lustigen oder
merkwürdigen Stories zu erzählen?
Jürgen Walleneit: Wir haben mal einen Event für Amazon durchgeführt. Dabei war ein Querdenkender-DJ nachts am Plattenteller. Zur vorgerückten
Stunde konnte sich dieser nicht von seinem Arbeitsplatz lösen und sagte: "Hohn und Spot können DJs nicht gebrauchen und haben ihn auch nicht verdient".
Daraufhin zogen wir den Stecker und sagten: "Strom auch nicht".
CREATE OR DIE: Welche Projekte aus eurem Portfolio mögt ihr persönlich am liebsten?
Jürgen Walleneit: Das ist mit Sicherheit neben, den aktuell laufenden, unsere langjährige Tätigkeit für Afri-Cola. Außerdem fällt mir die
Stadtansicht von Köln ein, die wir bei eBoy in Auftrag gegeben haben.
CREATE OR DIE: In welchem Maße setzt ihr bei Website-Projekten Video und Rich Media Applications ein?
Jürgen Walleneit: Bei unserer aktuell produzierten Iridium-IX-Kampagne ließen wir das aufwändige Fotoshooting auf Video dokumentieren. Diese
Doku ist aktuell auf YouTube, in Blogs zur viralen Unterstützung des Kampagnenauftakts im Einsatz. Gute Erfahrungen haben wir schon 2002 mit interaktiven
QuickTime-Videos für Bluna gemacht. Diese Abwandlung der Bluna-Commercials konnte spielerisch erforscht werden und war mit einer Karaokespur unterlegt.
CREATE OR DIE: An welchen aktuellen Projekten arbeitet ihr im Moment?
Jürgen Walleneit: Das bereits erwähnte Making-of-Video, das die gute Arbeit unseres Fotografen Dirk Behlau dokumentiert, leitet zurzeit das
sehr große Projekt für Iridium IX bei uns ein. Dieses Produkt wird von uns 2008 mit Anzeigen, einer großen Biketour, Messen, Internet, Vkf-Massnahmen und
Media eingeführt. Geplant ist hierbei auch eine große Biker-Community aufzubauen.
CREATE OR DIE: Mit dem Designstudio eBoy habt ihr vor einiger Zeit im bekannten
Pixelstyle einen Ausschnitt der Kölner Innenstadt als Poster realisiert. Ist solch eine Kooperation für die Zukunft erneut geplant?
Jürgen Walleneit: Wir können uns solche kreativen Zusammenschlüsse sehr gut vorstellen, da es dort einen brodelnden und sehr innovativen
Markt gibt. Die Zusammenarbeit mit eBoy war sehr
angenehm und professionell, der Stil dieser Gruppe ist einmalig.
CREATE OR DIE: Nenn mir doch bitte noch eure Alltime-Surftipps und derzeitigen
Lieblingslinks.
Jürgen Walleneit: Mir gefällt zurzeit die Idee, die hinter mixxt steht, sehr gut. Mixxt ist eine Art
WebCommunity-Baukasten, der sich zu einer Alternative zu XING entwickeln könnte. Als Alltime- Zerstreuungsplattform muss natürlich BoingBoing herhalten, und fasziniert hat mich die aktuelle Softwarepromotion von
MacUpdate. Trotz der nach wie vor bestehenden Zensurproblematik ist Flickr! mein Kreativpool der
Wahl. Und wenn ich mal viel Zeit habe, werde ich mir
alle Einträge auf Presentationzen.com anschauen.
CREATE OR DIE: Famous last words?
Jürgen Walleneit: Design ist nicht demokratisierbar!
CREATE OR DIE: Vielen Dank für das Gespräch!
Das Interview führte Dirk Behlau (Pixeleye.de)
Felix Schrader


























