10. Juni 2009
Adobe forciert Flash-Entwicklung für mobile Endgeräte
Adobe sieht im Smartphone das entscheidende Internet-Medium der nächsten Jahre. Konsequenter Weise trachtet der Softwarekonzern deshalb danach, seine Flash-Technologie nun auch für mobile Endgeräte vollständig nutzbar zu machen Der Flash Player 10 soll künftig auch auf Basis von Betriebssystemen wie Android, Windows Mobile, Symbian und webOS laufen. "Auf Basis der bisherigen Hardeware-Plattformen konnten wir nur eine abgespeckte Variante des Flash Players mit eingeschränktem Funktionsumfang anbieten. Durch neue Code-Optimierung in enger Zusammenarbeit mit den führenden Hardwareanbietern können wir nun bald auch auf mobilen Endgeräten die volle Funktionalität von Flash zur Verfügung stellen", sagt Alexander Hopstein, Pressesprecher von Adobe, gegenüber pressetext.
Adobe arbeitet mit Chipherstellern wie Nvidia und ARM eng zusammen, um eine schnelle Flash-Unterstützung zu realisieren. Flash gilt aber gemeinhin als Ressourcen beanspruchende Technologie, weshalb technische Modifikationen nötig werden, um die Software auf der Grundlage der weniger leistungsfähigen Smartphone-Hardware zum Laufen zu bringen. Im Verlauf der diesjährigen Computex wurde denn auch deutlich, dass die hohen Erwartungen an internetfähige mobile Endgeräte (MID) immer noch unerfüllt sind. Hersteller von Hardware mit hoher Performance wie Intel oder AMD versuchen daher weiterhin, ihre Plattformen zu verkleinern und deren Energieeffizienz zu erhöhen, während auf mobile Endgeräte spezialisierte Prozessorfabrikanten wie ARM und Qualcomm immer noch auf der Suche nach mehr Rechen- und Grafikleistung sind.
Die Flash-Plattform unterstützt die Ausgabe von dynamischen wie statischen Rich-Media-Inhalten. Video, Audio, Bilder, Text und Animationen können so in einem Format plattformunabhängig veröffentlicht werden. Eine entsprechende technische Modifizierung soll im Rahmen des von Adobe ins Leben gerufenen Open-Screen-Projects erreicht werden. "Wie bei jeder Software-Entwicklung stehen uns die Angaben und Spezifikationen der Prozessorhersteller zur Verfügung, anhand derer wir unsere Entwicklung anpassen. Je nach Programmierung und Einsatzzweck kann der Flash Player, zum Beispiel bei der Wiedergabe von hochauflösendem Video, die vorhandenen Ressourcen natürlich sehr ausschöpfen. Aus diesem Grund verlagern wir wichtige Berechnungen mehr und mehr auf den Grafikprozessor bzw. den Chipsatz", so Hopstein.
Unwahrscheinlich – aber nicht unbedingt wegen technischer Hindernisse – ist, dass Flash auf Blackberry-Smartphones von Research in Motion (RIM) oder Apples iPhone nutzbar wird. Sowohl RIM als auch Apple stellen die Hard- wie Software für ihre mobilen Endgeräte weitestgehend selbst her und gestehen Drittentwicklern nur wenig Handlungsspielraum zu. Entsprechend sagte Alexander Hopstein hierzu: "Wir entwickeln die Software-Plattform und stellen Sie interessierten Herstellern zur Verfügung, wir haben aber keinen Einfluss darauf, welche Hersteller auf unsere Plattform zurückgreifen möchten".
Quelle: pte
Reimar Winkler

































