
7. Dezember 2007
Alle lieben Google – aber wie lange noch?
Arbeitssuchende, die ihre Bewerbung in unzulässiger Form "frisieren", gehen im Internetzeitaler ein hohes Risiko ein. Aber auch verbale Exzesse in einem Forum oder unvorteilhafte Fotos können einem später schnell zum Verhängnis werden. Viele Personaler haben inzwischen ein investigatives Gespür entwickelt und recherchieren die Angaben der Bewerber online nach.
Google braucht ein Ablaufdatum
Viktor Mayer-Schönberger, Professor für Politik an der Harvard-Universität, fordert von Google daher die Einführung eines "Verfallsdatums" für Daten. Das Ablaufdatum soll sogar gesetzlich verankert werden, berichtet die "Welt". "Durch staatliche Regulierung würden Hersteller von Applikations-Software zur Speicherung und Wiederfindung von Informationen verpflichtet, ein Ablaufdatum vorzusehen, und dieses auch zu beachten", so Meyer-Schönberger. Vor dem Abspeichern oder dem Datentransfer sollten die Nutzer nach dem gewünschten Ablaufdatum gefragt werden. Nach diesem Zeitpunkt müssten die Daten automatisch von den Websites und aus den Datenbanken der Internet-Anbieter verschwinden.
Bisher lassen sich selbst gelöschte Daten im Internet leicht finden, Archive halten Daten lange vor. Bei Google gibt es dafür eine Chace-Funktion. Archive.org hat bis heute Milliarden Webseiten abgespeichert. am liebsten wäre es Meyer-Schönberger, das Ablaufdatum würde für alle online gespeicherten Daten geltn. doch das ist am Ende eine rechtspolitische Frage.
Google im Visier der Datenschützer
EU-Datenschützer haben bereits Anfang dieses Jahres Google ins Visier genommen. Sie sind der Meinung, Google verstoße mit seiner "Sammelwut" möglicherweise gegen EU-Recht. Google selbst verteidigt seine Datensammlungen als Mittel zur Qualitätssicherung. Um der EU entgegenzukommen hat Google jedoch beschlossen erhobene Daten nach 18 Monaten zu anonymisieren. damit ist die Diskussion jedoch längst nicht beendet.
Im Fachreferat des Bundesbeauftragten für den Datenschutz wird der Vorschlag von Meyer-Schönberger als "interessante Idee" eingestuft. International dürften solche Regeln zwar nur schwer einzuführen sein. Auf deutscher Ebene sei jedoch Vorstellbar, dass man Arbeitnehmern eine im Internet gefundene Information nach fünf Jahren nicht mehr entgegenhalten kann. Allerdings dürfte das Gesetz in der Praxis wohl kaum erfolgreich sein.
Google muss zerschlagen werden
Von einer "frischen Brise" die Google derzeit um die Ohren weht kann eigentlich nicht mehr die Rede sein. Der einstige Dotcom-Liebling sieht sich inzwischen zahlreichen Kritiken gegenüber. Erst kürzlich hat die TU Graz in einer Studie Google als "Gefahr für die Gesellschaf" bezeichnet, wir berichteten. Der Konzern dominiere das Internet und verfüge über so viel Macht, die Sicht der Dinge und die Wirtschaft zu beeinflussen. Dem Unternehmen wird eine monopolartige Stellung vorgeworfen, die zerschlagen werden müsse.
Es wird sich zeigen, wie Google mit der Kritik umgeht. Momentan versucht man, sich ein "grüneres" Image zu geben. Der Konzern macht mit bei der Greenpeace-Aktion "Licht aus für unser Klima" Ob das für Google der richtige Weg ist? Für unser Klima auf jeden Fall.
Felix Schrader


























