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27. Oktober 2010

Android Apps – Eine brotlose Kunst

(Link zum Artikel: http://www.createordie.de/cod/news/057368)

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Android boomt – anders kann man sich die immense Flut an Apps im Market nicht erklären. Erst gestern wurde eine magische Grenze geknackt: Über 100.000 Apps stehen den zahlreichen Androiden weltweit zum Download bereit. Dafür mussten eine Menge Entwickler lange coden. Und was kommt dabei heraus? Wenig bis nichts, sofern man iSmashPhone glauben schenken darf: The App Makers Still Cannot Make Money.

Doch woran kann das liegen? Man hat eine populäre Plattform, eine anständige Fan-Base und ein riesiges Unternehmen, das hinter dem mobilen OS steht. Da sollte man doch meinen, Android sei eine Goldgrube – sowohl für die Betreiber der Plattform als auch für die Peripherie von Entwicklern, die mit ihren Apps und Spielen nicht unwesentlich zum Erfolg beigetragen haben. Weit gefehlt – fünf Gründe sprechen dagegen.

  • Es gibt keinen einheitlichen Umschlagplatz für Apps. So banal das auch klingen mag: Als Entwickler eine App zu monetarisieren ist auf der Plattform gar nicht so einfach. Nach wie vor gibt es keinen einheitlichen Umschlagplatz, auf dem man Apps in bare Münze verwandeln kann: Einige sind über den Android Market erhältlich, andere direkt über die Webseite des Entwicklers – unter einen Hut bekommt Google die Vermarktung der Apps hingegen nicht.
  • Die Bezahlmethoden für Apps sind fragmentiert. Konkurrenz mag bekanntlich das Geschäft beleben, doch gibt es inzwischen derart viele Handelsplätze für Android-Apps, dass die User schnell den Überblick verlieren. Und jeder einzelne Store, der sich an Androiden richtet, zieht andere Bezahl-Modalitäten vor. Das kann auf Dauer nicht gutgehen.
  • Es gibt zu viele Devices. Was für den Endverbraucher einfach wunderbar klingen mag, kann sich für den Entwickler als Propblem herausstellen. Für welches Device entwickelt er eigentlich gerade? Bei der Vielfalt an Geräten variiert zum Beispiel die Größe des Displays erheblich und es fällt schwer, eine Patentlösung zu entwickeln. Ein Spiel kann beispielsweise für das Droid funktionieren, nicht aber für ein Gerät von HTC. Ein Leiden, das iPhone Developern fremd sein dürfte.
  • An Google haftet das Image der Kostenlos-Kultur. Schließlich ist das meiste, was die Suchmaschine auf den Markt wirft, für umme: Gmail, Maps, News, und der User hat nicht einen Cent dazubezahlt. iSmashPhone hält die These nicht für abwegig, dass sich dieses Image auch auf Android abfärbt, dessen Träger die Suchmaschine nunmal ist. Wie soll man Usern, die an kostenlose Services und Produkte gewöhnt sind, zur Kasse bitten?
  • Für Apps zu bezahlen ist eine Frage der Nationalität. Es ist nur in 32 Ländern möglich, für seine Apps zu bezahlen. Im Vergleich dazu ist Apple mit seinem App Store in mehr als 90 Ländern vertreten. Kein Wunder also, dass sich Android-User in den unterversorgten Nationen geradezu zur Piraterie aufgefordert fühlen.

Man sieht: Das Leben als Androide ist nicht unbedingt einfach. Auch wenn viele in dem OS den einzigen, wahren Konkurrenten zu iOS sehen – was nützt es einem Entwiockler, wenn er für seine Arbeit keinen angemessenen Lohn bekommt. Wer macht sich die Mühe, hochwertige Applikationen zu entwickeln, wenn sie im Endeffekt niemand kauft oder allenfalls raubkopiert? Google soll bereits fiebrig daran arbeiten, dem Android Market zu mehr Popularität zu verhelfen, doch Resultate hat man bisweilen eher wenige gesehen.

Jürgen Telkmann

Kommentare
Gravatar Pragmatiker 27.10.2010
um 11:00 Uhr
Irgendwie ist es doch komisch. Ich höre immer, dass Konkurrenz das Geschäft belebt, andererseites wollen die Anwender aber alles aus einer Hand. Das passt doch irgendwie nicht so ganz zusammen. Und wieso sollte ich mich sowohl als Anwender als auch Entwickler von einem einzigen Konzern abhängig machen und zensieren lassen? Natürlich bringt die Vielfalt einige Herausforderungen mit sich, aber das ist mir immer noch lieber, als von einem Apfel abhängig zu sein. #zitieren
Gravatar essenz 27.10.2010
um 13:04 Uhr
Ich finde, dass freie Apps eine gute Möglichkeit bieten, einen User stärker an sein Produkt/ seine Website zu binden, wodurch indirekt wiederum mehr Einnahmen erwirtschaftet werden können. Dies gilt natürlich nur, wenn nicht die App selbst das Produkt ist. #zitieren
Top Kommentar der Woche
Gravatar Daniel 28.10.2010
um 16:14 Uhr
Klassischer Blogbeitrag eines iPhone users. man stelle sich einmal vor, dass microsoft von einen tag auf den anderen beschliesst, dass Windows Programme nurnoch über einen Microsoft-Store bezogen werden könnten. Alles aus einer Hand, einheitliches Bezahlsystem, klare Devicekontrolle, usw. Das Microsoft-Headquater würde innerhalb von Stunden in Flammen stehen. Aber wenn man iphone User ist, dann nimmt man diese Monopolstellung als USP wahr.
Außerdem merkt man, dass der Verfasser keine Ahnung von Android hat. Seit dem Release v2.1 update1 skaliert Android automatisch auf die verschiedensten Screengrößen, ohne das der App-programmierer noch irgendetwas dazu tun muss. sowas kriegen apple-programmierer seltsamerweise nicht hin. Ich erinnere nur an eine iPhone-App auf einem iPad. Insofern sollte sich einerseits mehr mit Android beschäftigt werden und zweitens die Einsicht, dass Open Source die Zukunft ist und sein muss. Das Google als Weltkonzern in Sachen Internet dies mit über 20 anderen Großunternehmen ins leben gerufen hat, sollte ihm gedankt werden, anstatt immer wieder verschwörungstheorien ins leben zu rufen.
#zitieren
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