
9. April 2010
Bildkritik selbst gemacht
Bildbearbeitung am Bildschirm kann eine mühevolle Angelegenheit sein. Nachdem man stundenlang den Bildschirm betrachtet hat, fällt es schwer, die eigene Arbeit noch objektiv beurteilen zu können. Wer gerade keine Freunde zur Hand hat, die Feedback geben können, für den bietet Meowza Katz auf dem Aviary-Blog eine Technik zur effektiven Selbstkritik an. Die Formel hat den nicht ganz so einprägsamen Namen MRZMFGTI. M steht für "Mirror", R für "Rotate", Z für "Zoom", M diesmal für "Multitask", F für "Frame it", G für "Greyscale", T für "Turn Away" und I für "It's Art".
Im ersten Schritt sollte das Bild zunächst gespiegelt werden, um eine neue Perspektive darauf zu erhalten. Dieser Methode bedienten sich schon die Künstler in vergangen Zeiten. Durch die neue Perspektive lassen sich Fehler entdecken, die vorher nicht aufgefallen waren, wie zum Beispiel ein fehlender Schatten.
Eine weitere Möglichkeit, eine andere Sichtweise zu gewinnen, ist das Bild zu rotieren. Dieser Trick dient dazu, den Verstand auszutricksen. Betrachtet man ein Bild in gewohnter Position, dann gaukelt der Verstand einen häufig vor, wie es auszusehen hat, anstatt, wie es gerade wirklich aussieht. Steht ein Foto auf dem Kopf, fallen durch die abstrakte Sichtweise andere Elemente auf, wie Farbintensität und Form.
Um zu prüfen, wie gut ein Bild zu lesen ist, bietet es sich an, stufenweise heraus zu zoomen. Ist das Bild nur halb so groß, fällt sofort auf, ob Text darauf überhaupt lesbar ist und wie schnell die Kreation ins Auge fällt. Diese Methode eignet sich besonders gut für Bilder mit Schriftzügen, die als Werbung oder Logo gedacht sind.
Multitasking hilft, den Geist frisch zu halten und nicht in einem einzigen Projekt verloren zu gehen. Durch das simultane Arbeiten kann die kreative Energie auch für andere Projekte genutzt werden. Beschäftigt man sich mit etwas anderem, kann plötzlich eine neue Idee für eine andere Arbeit auftauchen, die man vorher verzweifelt gesucht hat.
Legt man um das Bild einen Rahmen, zum Beispiel mit den Fingern, dann fallen Elemente auf, die noch ausgebessert werden müssen. Ein weiterer Trick, um seine Kreation zu bewerten, ist die Wiedergabe des Bildes in schwarz-weiß. Damit können Kontrast und Helligkeit besser beurteilt werden.
Wer permanent ein Bild anstarrt, verliert jede Objektivität dazu. Daher sollte man für eine Weile einfach wegschauen. Betrachtet man für einige Sekunden etwas anderes und schaut dann wieder auf das Bild, fallen oft Kleinigkeiten auf, die vorher nicht erkannt wurden. Konnten all diese Schritte nicht weiterhelfen, dann bleibt nichts anderes, als zu akzeptieren, wie das Bild aussieht. Es ist eben Kunst!
Lukasz Konieczny

























