15. Juli 2010
Chatroulette – Mehr Ordnung, weniger Penisse
Chatroulette ist Anarchie pur: Man loggt sich ein, startet die Webcam und bekommt Chatpartner aus der ganzen Welt zugewiesen. Dass Anarchie hingegen nicht die Ultima Ratio ist, wurde schnell deutlich: Allzu oft wurden User mit Nudisten und Exhibitionisten konfrontiert, wenn sie sich auf einen gemütlichen Plausch mit Unbekannten freuten. Wer keine Lust auf Obzönitäten hatte und deswegen den Dienst in jüngster Zeit gemieden hat, der sollte Chatroulette vielleicht doch einmal wieder einen Besuch abstatten: Neue Features sorgen für mehr Ordnung.
Fortan haben User die Möglichkeit, für ihr ungezwungenes Chatvergnügen diverse Channels zu nutzen: durch den Location- und den Themen-Channel. Der Location-Kanal schustert einem ausschließlich Chatpartner zu, die aus derselben Region stammen. Im Themen-Channel kann man sich mit Gesprächspartnern verbinden lassen, die dieselben Interessen teilen. Exhibitionisten dürfen an dieser Stelle aufatmen: Auch die Themen "Sex", "Gayteen", "Girls", "Local-Cybersex" oder "Youngasiengirls" hat man nicht vergessen.
Zudem ist es fortan möglich, eigene Channels zu einem bestimmten Thema zu erstellen. Diese bekommen dann eine eigene Adresse zugewiesen, in der Form thema.chatroulette.com. Dieses Feature erweist sich als recht nützlich, bietet es doch zugleich Potential, auch zu Marketingzwecken verwendet werden zu können. Vielleicht liegt hierin auch der Schlüssel, den Dienst in ferner Zukunft nachhaltig zu monetarisieren.
Techcrunch weist ferner darauf hin, dass für die Zukunft noch weitere Features geplant sind. Nachdem das Interesse an dem Chat-Service in den letzten Monaten wieder leicht abgeflaut ist, hat Chatroulette-Gründer Andrey Ternovskiy den Napster-Macher Shawn Fanning mit ins Boot geholt. Diese Allianz kämpft nun dafür, die anarchistische Ursprungsidee zu wahren und gleichzeitig mehr Struktur in die Sache zu bringen.
Jürgen Telkmann
Mein Chatroulette Motto ;) #zitieren

























