
27. Juli 2010
Cow Klicker - Die Mutter aller Social Games
Social Games auf Facebook boomen. Einer der tonangebenden Spieleproduzenten auf Facebook ist Zynga, der nach Angaben der New York Times die Grenze von 100 Millionen Usern bereits geknackt hat. Dem Unternehmen winken dieses Jahr Einnahmen von über 500 Millionen Dollar. Spiele wie FarmVille ziehen Fans und Hasser gleichermaßen an. Der Spieleentwickler Ian Bogost wollte dem Phänomen nachgehen und entwickelte daher ein eigenes Social Game mit dem Namen "Cow Klicker".
Das Prinzip ist denkbar simpel. Der Spieler darf alle sechs Stunden eine Kuh anklicken. Dafür erhält er Punkte. Will er nicht so lange warten, kann er sich die Zeitspanne freikaufen. Die Währung des Spiels heißt "Mooney" und kann wie auch bei den Spielen von Zynga, mit echtem Geld aufgeladen werden. Man kann ferner auch Geschichten darüber posten, wie man seine Kuh angeklickt hat und die Klicks seiner Freunde in deren Posts wiederum anklicken. Die Idee zu dem Spiel kam Ian Bogost, als er damit anfing, sich intensiver mit dem Phänomen der Social Games auseinanderzusetzen. Auf seinem Blog sagt er über sein Spiel:
Cow Clicker is a Facebook game about Facebook games. It's partly a satire, and partly a playable theory of today's social games, and partly an earnest example of that genre.
Der Erfolg der Social Games auf Facebook führte zu hitzigen Diskussionen innerhalb der Spiele-Entwickler. Es ist die Philosophie der Spiele von Zynga, die vielen Spieleentwicklern sauer aufstößt. Sie folge dem Motto "fuck the user", wie David Hayward sich auf Gamasutra darüber empörte. Angesichts von Spielen wie FarmVille, begangen andere Spieleentwickler ihren Berufs als künstlerisches Handwerk zu verstehen. So brach für Bogost das Jahr an, um "Social Games zu hassen".
Das Netzwerk in Social Games übernimmt eine Funktion als Ressource, wie Bogost glaubt. "Freunde" werden nutzbar gemacht, um ein bestimmtes Ziel zu erreichen. Die Spiele werden zu einer zwanghaften Sucht, aus der die Hersteller Profit schlagen können. So hatte FarmVille zur Folge, dass ein Kind über die Kreditkarte der Eltern an die 1.400 Dollar in seine Farm "investierte". Der Ausbau der Farm in FarmVille stellt für TechCrunch nichts anderes dar, als das Sammeln von virtuellen Statussymbolen, die man seinem Netzwerk vorzeigen möchte.
Die Spielweise von Social Games ist optional: Man kann Handeln, muss es aber nicht permanent. Dennoch ist das Spiel nie vorbei, da Online-Spiele sich in einem fortlaufenden Prozess befinden. Auch fernab des Spiels wird der User von der Sorge geplagt, wie es der Farm oder Mafia-Gang gehen könnte und was die anderen "Freunde" tun. Das Ergebnis ist eine gravierende Vernichtung von Zeit, so Bogost.
Aufmacher: TechCrunch
Lukasz Konieczny
Das Ganze ist an sich auch ein netter Zeitvertreib, der aber irgendwann dafür sorgt, dass man sich, in der Wartezeit in der man z. B. bei Farmville das eigene Obst und Gemüse wachsen lässt, auch mit den anderen Ablegern dieser Social Games beschäftigt. Irgendwann hatte ich drei verschiedene Spiele und als der neue Job endlich kam, war ich nach meinen Feierabendaktivitäten oft noch bis spät in den Abend damit beschäftigt meine Ernte bei Farmville einzufahren, meine Essen bei Caféworld zu servieren, bevor es verdirbt und meine gebackenen Kuchen bei Yoville aus dem Ofen zu holen... Ganz schön verrückt? Jawohl!
Irgendwann artet das Ganze in Stress aus, da man meint, genau diese oben genannten Statussymbole besitzen zu müssen und dafür muss man sich dann zu bestimmten Zeiten einloggen. Echt anstrengend. Zudem befreundet man sich mit Leuten mit denen man im echten Leben gar nichts zu tun hat bzw. sich nicht mal grüßt wenn man sich über den Weg läuft, nur um an sein Ziel zu kommen. Die Frage sollte allerdings lauten: Gibt es überhaupt ein Ziel? Ich denke nicht!
Zumindest keines, das den User befriedigt. Schließlich gibt es ja immer neue Dinge die man unbedingt haben oder tun muss um weiter zu kommen. Ganz schön ermüdend!
Daher habe ich mich nach einigen Monaten des Spielstresses entschlossen es sein zu lassen und mich lieber intensiver mit meinen Freunden und realen Aktivitäten zu beschäftigen. Immerhin haben wir mittlerweile Sommer und da gibt es wirklich wichtigeres... #zitieren
































