4. September 2008
Datenschutz geht uns alle an
Preisfrage: Alle reden darüber, doch keiner tut wirklich etwas dafür? Genau, es geht um den Datenschutz. Nichts ist derzeit leichter als mit Forderungen in Sachen Datenschutz Sympathien zu gewinnen und Aufmerksamkeit zu erregen. Heute versucht sich darin auch der IT-Verband Bitkom. In einer Pressemeldung wird der Politik der Ratschlag erteilt, neue Datenschutz-Gesetze sollten nicht zu streng sein. Aktive Einwilligung von Verbrauchern zur Datenweitergabe? Klar, meint der Bitkom, kein Problem, aber bitte nur bei so schändlichem Treiben wie Gewinnspielen. Das heißt: "Die Vorschriften müssten sich auf bestimmte Bereiche des gewerblichen Datenhandels beschränken."
Maßvolles Handeln sei also von der Politik gefordert, bloß kein Rundumschlag. Kontoinformationen und Gesundheitsdaten sind für den Bitkom "sensible Daten", die schutzwürdiger seien als "reine Adressdaten". Versteht sich, der Bitkom ist schließlich ein Interessenverband. Daher wünscht man auch kein generelles Verbot der Datenweitergabe in der Wirtschaft. Denn dann bestünde laut dem Bitkom die Gefahr, dass "manche Produkte und Services nicht mehr angeboten werden können." Schlecht für so manches Unternehmen! Schlecht aber auch für die Kunden? Der Bitkom möchte gerne den von der Wirtschaft aufgeklärten "mündigen Kunden", der über seine Rechte Bescheid weiß. Und schärfere Sanktionen in Fällen des illegalen Handels mit Kundendaten.
Doch was passiert in den sich häufenden Fällen des Datenverlusts, denen vielleicht Nachlässigkeit, aber kein kriminelles Handeln namhafter Firmen zu Grunde liegen (ein gutes Beispiel bei Robert Basic)? Pech gehabt? Mag Datenschutz auch irgendwie unerotisch sein, so wäre es doch ein Fehler, wenn wir, die letztlich ja betroffenen Konsumenten und Bürger, das Thema alleine den Branchenverbänden und der Politik überlassen würden. Die aktuellen Vorfälle sollten uns Aufforderung genug sein, von der Politik mehr Einsatz zum Schutz unserer Daten zu verlangen. Man sage also später nicht, man habe ja von nichts gewusst.
Reimar Winkler

























