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1. Juni 2010

Die mobile Revolution ist längst da

(Link zum Artikel: http://www.createordie.de/cod/news/055714)

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Das Web hat in den letzten Jahren eine wahre Revolution erlebt: das Mobile Web. Das Internet wird via Smartphone zu einem ständigen Begleiter in der Hosentasche. Für Designer, Entwickler wie Geschäftsleute ergeben sich damit ganz neue Perspektiven. Mit dem "Mobile Revolution Day" hat sich die webinale in diesem Jahr der rasant wachsenden Welt des Mobile Web und der Smartphones gewidmet. Die Sessions haben einen Einblick in die Themen Mobile Commerce, Windows Phone 7 und die neuesten Entwicklungen im Mobile Web gegeben.

Mobile Commerce

Nadine Brendel und Antonia Neubauer von dem Marketing-Unternehmen Yoc AG haben die Konferenz-Besucher in die Welt des Mobile Commerce eingeführt. Bei M-Commerce handelt es sich im Prinzip um E-Commerce auf dem Kanal der Smartphones. Pioniere des E-Commerce waren 1995 eBay und Amazon, die auch heute für über 70% des mobilen Einkaufens verantwortlich sind. M-Commerce hat ein enormes Wachstum, so hat sich der Markt in den USA von 2008 auf 2009 nahezu verdreifacht. Vorreiter ist wieder einmal Japan. Im Land der aufgehenden Sonne werden durch M-Commerce fast zehn Milliarden Dollar umgesetzt. In Deutschland reichen die Prognosen für das Jahr 2010 von 300 Millionen bis zu über einer Milliarde Euro.

In Deutschland werden beonders Bahntickets mit dem Smartphone erworben, gefolgt von Veranstaltungs-Tickets, Musik und Filmen. Aber auch der Kauf von materieller Waren über das Smartphone nimmt zu. Eines der größten Knackpunkte im M-Commerce ist die Zahlungsweise. Es gibt noch keinen übergreifenden Standard. Die Zahlung per SMS hat nur eine minimale Verbreitung. Mit Mpass gibt es derzeit nur einen relevanten Anbieter dafür in Deutschland. Mobile Internet-basierte Dienste sind hingegen im Kommen. So lassen sich Zahlungen über PayPal oder Google Checkout tätigen. Der Einsatz von Kreditkarten ist auch möglich, wenn auch weniger sicher.

Das Smartphone könnte sich dank Near Field Communication (NFC) zu einem neuen Zahlungsmittel entwickeln und die Kredit- oder EC-Karte auf Dauer ersetzen. In Japan gehört die Zahlung per NFC bereits zum Alltag. In Deutschland bietet bislang nur Nokia ein Gerät an, dass über NFC-Unterstützung verfügt. Die mangelnde Verbreitung der nötigen Hardware, auch gerade in Geschäften hat, bisher den Einsatz von NFC in Deutschland verhindert. Die Zahlung über Barcodes entpuppt sich dabei allerdings weitere Alternative.

Windows Phone 7

Das neue mobile Betriebssystem von Microsoft dürfte endlich im vierten Quartal dieses Jahrs erscheinen. Oliver Scheer von Microsoft gewährt mit seiner Session einen Einblick in Windows Phone 7. Das auffälligste Merkmal des mobilen Betriebssystems ist die Metro-UI. Sie orientiert sich in ihrem Design an der Symbolik von Verkehrsschildern und Informationstafeln, wie man sie aus Flughäfen oder U-Bahnstationen kennt. Das erklärt auch den Namen Metro. Einfachheit, Klarheit und Symbolik stehen bei Metro im Vordergrund. Die Typografie mit der Segoe Schriftart dominiert das Erscheinungsbild des Windows Phone 7 Interfaces.

Endgeräte-Hersteller müssen bestimmte Hardware-Voraussetzungen erfüllen, wenn sie von Microsoft zertifiziert werden möchten. Das Smartphone muss mindestens über eine Kamera mit Fünf-Mega-Pixeln verfügen, vier Touch-Eingaben gleichzeitig verarbeiten können und über A-GPS, 256 MB RAM sowie eine CPU mit ARM v7 Cortex verfügen. Windows Phone 7 bietet kein wirkliches Multitasking. Startet eine neue Anwendung, wird das bereits laufende Programm nach kurzer Zeit kontrolliert angehalten. Microsoft nennt dieses Verfahren "Smart Multitasking".

Die Entwicklung von Apps für Windows Phone 7 läuft in Silverlight 3 ab. Dazu bietet Microsoft das Visual Studio an. Mit einem Emulator kann die App auf dem PC getestet werden, bevor sie auf das Endgerät gelangt. Silverlight innerhalb von Browsern wird jedoch nicht unterstützt, genauso wenig wie Flash. Entwickler erhalten einen mittlerweile üblichen Anteil von 70 Prozent für ihre Apps, der Rest geht an Microsoft.

The Next Big Thing in Mobile Web

Torsten Oelke hat mit seiner Session die Gegenwart und mögliche Zukunft des Mobile Web beleuchtet. Er hat von einem "Rise of the App Economy" gesprochen. Das Geschäft mit den Apps habe bei Vielen eine Art von Goldgräberstimmung geweckt, wie sie aus Zeiten der "New Economy" bekannt war, so Oelke. Apples App Store ist ein gutes Beispiel dafür. Mit über 200.000 Apps hat er sich als eine gigantischen Einnahmequelle für Apple entpuppt.

Der Vorteil im App-Modell für Entwickler und Plattformbetreiber liegt auf der Hand: bis zu 25 Prozent der Anwendungen sind Paid Apps. Beim klassische Web lässt sich kaum mehr als ein Prozent bisher als Paid Content monetarisieren. Selbst an freien Apps lässt sich mit Werbung Geld verdienen. Apple verdient an jeder App mit. 175 Millionen Dollar Umsatz werden im Monat durch die Apps im App Store generiert. Smartphone-User geben besnders für Bücher, Entertainment und Spiele am meisten Geld aus.

Neben der App-Economy und dem rasanten Wachstum, der selbst die steigende Internetnutzung in den 90er Jahren zu übertreffen scheint, bietet das Mobile Web völlig neue Möglichkeiten, um Zielgruppen zu erreichen. Die Stichworte lauten Geotargeting und Locaion-based Services. Diese ermöglichen Unternehmen, Kunden gezielt durch regionale Angebote zu erreichen. So zeigen sich mobile Coupon-Systeme bisher als recht erfolgreich. In den USA zeigten sich Einlösungsquoten von 30 Prozent. Das iPad wird das dynamische mobile Web auch maßgeblich beeinflussen. So stellt es sich zunehmend als Hoffnungsträger für Verlage heraus.

Lukasz Konieczny

Kommentare
Gravatar 3d internet 07.06.2010
um 11:57 Uhr
Der megatrend in diesem zusammnenhang ist 'Augmented Reality'. Und bald kommt das 3D Internet! #zitieren
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