20. April 2010
Facebook – Die F8 kündigt sich an
Facebook macht derzeit mit einigen neuen Features von sich reden, die in den kommenden Tagen an den Start gebracht werden sollen. Dies geschieht vor allen Dingen im Vorfeld der F8, Facebooks Entwicklerkonferenz, die Mittwoch in San Francisco startet. Das soziale Netzwerk befindet sich nach wie vor auf dem aufsteigenden Ast. Davon zeugen vor allen Dingen jüngste Studien und Analysen. Damit das jedoch auch so bleibt, arbeitet man bereits intensiv daran, weiterhin für seine User attraktiv zu bleiben. Grund genug, einen genaueren Blick auf das Netzwerk um Mark Zuckerberg zu werfen.
King of Social Media
Um sich noch einmal das gewaltige Ausmaß Facebooks vor Augen zu führen, helfen jüngste Erhebungen des Marktanalysten ComScore. Dort hat man sich mit Veränderungen im Traffic von Social Media Angeboten beschäftigt. Demnach verzeichnen YouTube und Facebook den größten Prozentsatz an Traffic im Social Web und auch Twitter konnte zulegen. Was soziale Netzwerke anbelangt, ist jedoch einer ganz klar an der Spitze: Facebook.
Schon allein im zwölfmonatigen Zeitraum von März 2009 bis März 2010 konnte das Netzwerk seinen Traffic dramatisch steigern. Facebooks Anteil macht satte 41 Prozent am Gesamttraffic der sozialen Netzwerke aus – vor Myspace, Twitter oder Gmail. Damit hat Facebook seinen Zulauf in einem Jahr beinahe verdoppelt.
Ideal für Online-Marketing
Wie nun das immense Traffic-Aufkommen durch die beinahe 500 Million registrierten User in bare Münze umgewandelt wird, geht aus einer anderen Studie hervor, die Nielsen durchgeführt hat. Sechs Monate lang behielt man 800.000 Profile sowie 125 Werbekampagnen von 70 verschiedenen Marken im Auge. Herausgekommen ist, dass Facebook gegenüber der klassischen Online-Werbung immense Vorteile aufweist und damit umso attraktiver als Werbeplattform für Unternehmen ist.
Das Netzwerk sollte inzwischen bei jeder Marketingkampagne berücksichtigt werden. Nielsens Studie hat ergeben, dass Facebook-User eher gewillt sind, auf Werbebotschaften zu klicken, wenn sie Fan der entsprechenden Marke sind. Die Etablierung einer erfolgreichen Fanpage steht damit an vorderster Front, was den Weg ins soziale Marketing anbelangt. Mashable hat sich ausführlich mit dem Netzwerk als Werbeplattform befasst und berichtet über mögliche Vorgehensweisen.
Aus dieser Perspektive wird deutlich, dass Facebook nicht nur ein Interesse daran hat, seine User zufriedenzustellen, sondern vor allen Dingen auch für Unternehmen attraktiv zu bleiben. Doch wie schafft man den Spagat zwischen Nutzer und Marketing?
Community Pages
Das erste neue Feature, das Facebook dieser Tage veröffentlicht, ist die Einführung der sogenannten Community Pages. Dabei handelt es sich um eine neue Art von Profil, welches sich bestimmten Interessen der Nutzer widmet. Im Gegensatz zu den Fanpages von Berühmtheiten oder Marken können hier Seiten zu Themen und Interessengebieten angelegt werden. Unter den Community Pages kann man sich eine Mischung aus Forum und Wiki vorstellen. Diese sollen die Möglichkeit bieten, "the best collection of shared knowledge on a topic" anzulegen. Über 6,5 Million Community Pages sollen bereits eingerichtet worden sein, berichtet Techcrunch. Noch sind die Seiten in Deutschland allerdings nicht abrufbar.
Laut Techcrunch ist eine offizielle Begründung für das Feature, dass viele Fans nicht von der Möglichkeit Gebrauch machen, ihre Interessen in ihr Profil einzugeben. Mit den Community Pages sei dieser Schritt jedoch einfacher und attraktiver geworden. Die Interessen seiner User zu kennen ist für Facebook überaus wichtig. Daraus generiert das Netzwerk seine Werbung und wird für Marketingkampagnen umso reizvoller.
Bald wird demnach beim Login die Option angeboten, die bereits eingetragenen Interessen mit den jeweiligen Community Pages zu verlinken. Facebook soll laut Techcrunch hingegen auch die Option anbieten, diesen Schritt zu überspringen.
Neue Privatsphäreneinstellungen
Die richtige Privatsphäreneinstellung zu finden, ist eine hohe Kunst. Manch einer mag spotten, man könne die Bedienung der Einstellungen auch als eigenständigen Studiengang anbieten. Techcrunch berichtet ebenfalls von dem jüngsten Versuch, die Privatsphäre seiner User in den Griff zu bekommen.
Unter dem Punkt "Friends, Tags, and Connections" soll dem User alles an Daten angezeigt werden, was er NICHT kontrollieren kann. Die Möglichkeiten, die dieser neue Menüpunkt im Sicherheitsbereich bieten soll, erstrecken sich darauf, jene Daten so schwer auffindbar wie möglich zu machen: "You can run but you cannot hide". Facebook erklärt das neue Feature wie folgt:
Friends, Tags and Connections covers information and content that’s shared between you and others on Facebook. This includes relationships (shared between you and the person you’re in the relationship with), interests, and photos you’re tagged in. These settings let you control who sees this information on your actual profile. However, it may still be visible in other places unless you remove it from your profile itself.
Laut Techcrunch handelt es sich dabei zwar weitestgehend nicht um neue Einstellungen, durch die zentrale Steuerung sei jedoch für mehr Transparenz gesorgt. Mit den Erläuterungen Facebooks zu den neuen Settings hat man hingegen noch seine Probleme.
Hovercards – Popups für alles und jeden
In einer Pressekonferenz wurde zudem die Einführung von Hovercards angekündigt. Dabei handelt es sich um kleine Popups, die bei Mouseover über einen Link aufklappen. Fährt man beispielsweise mit der Maus über den Link zum Profil eines Freundes, so erscheint eine Art Vorschau: Profilbild, Name und Anzahl der Freunde werden übersichtlich angezeigt. Auch die Hovercards sind noch nicht für jedermann verfügbar. Techcrunch rechnet mit einem Release in den kommenden Tagen.
Facebook ist sexy
Dass Facebook nicht nur mehr oder minder gute Features im Rahmen der F8 an den Start bringen wird, sondern in einem Punkt sogar besonders sexy sein kann, ist Mashable aufgefallen. Facebook COO Sheryl Sandberg wird derzeit in einem Feature-Artikel der amerikanischen Vogue vorgestellt. Darin legt Sandberg nicht nur ihre Tätigkeiten bei Facebook offen, sondern gewährt auch einen lesenswerten Einblick in ihren Arbeitsalltag und auf ihr Privatleben.
Derweil darf man gespannt darauf sein, was man dieser Tage sonst noch von Facebook hören wird. Die F8 startet morgen in San Francisco und wird sicherlich noch einige Überraschungen, Ankündigungen und Neuigkeiten bereithalten.
Jürgen Telkmann


























