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12. August 2010

Flattr und die materialisierte Solidarität der Online-Leserschaft

(Link zum Artikel: http://www.createordie.de/cod/news/056596)

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Man hat es in der Vergangenheit bereits öfter beobachten können: Flattr-Buttons luden in verschiedenen Blogs und Magazinen dazu ein, die Leistungen der Autoren mit einem Klick und damit zuletzt auch barer Münze zu honorieren. Allerdings war es nicht ohne weiteres möglich, Flattr auch in seine eigene Seite einzubinden – bis heute. Flattr hat die geschlossene Betaphase, die nur über Einladung Tester zuließ, verlassen und darf nun von der Öffentlichkeit ausprobiert werden, heißt es im Flattr Blog. Ein Betaprogramm, das sich unter Umständen in barer Münze auszahlt.

If you thought we were just a bunch of lazy guys hanging out at the beach all day drinking rum cocktails with tiny pink umbrellas. Well, you thought right. But we do manage to put in some work between the drinks and today we are happy to announce what some of you already know. We are now in open beta!

Hinter Flattr verbirgt sich die Idee, einen Ausweg aus der Kostenloskultur des Netzes zu finden und mit Online-Inhalten Geld zu verdienen. Gegründet wurde der Service im März diesen Jahres von Pirate Bay-Mitbegründer Peter Sunder in Schweden. Leser von Online-Inhalten können einen Account bei Flattr eröffnen, in den sie einen selbstgewählten Betrag einzahlen. Bei ihren Streifzügen durchs Netz bestimmen sie dann mittels Klick auf die jeweiligen Buttons, wie das Geld am Ende des Monats unter den verschiedenen Blogs und Medien aufgeteilt werden soll. Das Prinzip erinnert ein wenig an das Konzept experimentierfreudiger Restaurants, in denen der Kunde selbst festlegt, wieviel ihm das Essen wert war: Für guten Content gib`s Kohle, für schlechten nicht.

War zuvor die Teilnahme nur über Einladungscode möglich, so können ambitionierte Mediendienstleister nun auch ohne großen Aufwand an dem Projekt partizipieren. Besonders deutsche Blog haben Flattr bereits aufgegriffen, zuletzt trat allerdings mit Wikileaks auch ein populärer, internationaler Vertreter der Beta bei. Und das kann sich unter Umständen so richtig rentieren. Auch die Taz hat sich zu einem Flattr-Button in ihren Online-Artikeln überreden lassen und wurde damit im Juni diesen Jahres Rekordhalter, was die daraus generierten Einnahmen betrifft: Beinahe 1.000 Euro konnte sich die Tageszeitung erschreiben.

Die offene Beta von Flattr bringt zugleich ein paar Neuerungen mit sich. Beispielsweise hat man das Design ein wenig überarbeitet, bietet eine Facebook-Integration samt App und Twitter darf natürlich auch nicht fehlen. Die User Experience wurde durch verbesserten Login sowie überarbeitetes Dashboard erneuert und die JavaScript API hat einen kompletten Neustart erfahren.

Hinter Flattr steckt demnach Potential, welches derweil noch in erster Linie kleinere Online-Projekte anspricht, aber auch für die Großen in der Branche interessant werden könnte. Während man sich in Verlagen noch die Köpfe rauchig denkt, wie um alles in der Welt der Online-Rubel rollen soll, scheint das Problem im Kleinen bereits auf dem Weg der Lösung zu sein.

Jürgen Telkmann

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