
12. März 2010
Fraxion bringt Paid Content zu Wordpress
Mit der Zeit ist das Internet für viele Menschen die Informationsquelle Nummer Eins geworden, was Nachrichten jedweder Art anbelangt. Ein Umstand, der Verlage und Tageszeitungen vor ein großes Problem stellt, denn im Gegensatz zu Printangeboten ist Online-Content weitestgehend kostenlos. Immer wieder kam es daher zu Klagen gegen beispielsweise Google, die als Newsaggregator zwar am Content der Verlage verdienen, diese aber nicht am Umsatz telhaben lassen. Paid Content schien die Lösung. Nun erhalten auch private Blogger die Möglichkeit, für die Inhalte ihres Wordpress Blogs Gebühren zu verlangen. Fraxion ist ein Plugin, das dies möglich macht.
Mit dem Tool kann jeder Betreiber eines Wordpress-Blogs festlegen, ob er seine potentiellen Lesern zur Kasse bitten will. Er kann bestimmen, wie lang der Teaser-Text sein soll und wie hoch er die Gebühren ansetzt, die für das Weiterlesen anfallen. Um den Besuchern den Griff ins Portemonnaie so leicht wie irgend möglich zu machen, kann der Preis für das Betrachten eines vollständigen Artikels ab einem Cent definiert werden – höhere Beträge sind selbstverständlich ebenfalls denkbar.
Fraxion finanziert sich durch eine Art Provisionsmodell. Von den erschriebenen Einnahmen erhält der Blogger zwischen 60 und 85 Prozent des Gewinns. Dies ist nach der Höhe der Einnahmen gestaffelt: je weniger Gewinn man mit seinem Blog generiert, desto mehr behält Fraxion davon ein. Bei weniger als 100 Dollar sind es 40 Prozent, bei monatlich mehr als 4.000 Dollar 15 Prozent. Die Bezahlweise erfolgt über eine eigene Währung, den sogenannten Fraxions, die Lesern nach Bezahlung auf ihrem Konto gutgeschrieben werden.
Ob der Service bei Bloglesern Anklang findet, sei dahingestellt. Gerade für kleinere Blogs gilt es zu befürchten, dass man mit derartigen Monetarisierungen eher Leser vergrault denn gewinnt. Auf dem BasicThinking Blog, durch den wir auf Fraxion aufmerksam geworden sind, wird gerade in den Kommentaren eifrig diskutiert, wie derartige Tools zu bewerten sind. Hier steht vor allen Dingen die Überlegung im Vordergrund, wie komfortabel sich ein derartiges Modell gestaltet, wenn erst mehrere ähnliche Anbieter deartige Dienste anbieten. Doch sind es die Zahlungsmodalitäten allein, die über den Erfolg Aufschluss geben?
Paid Content ist immer noch ein Stein, an dem sich die Netzgemeinde stößt. Letzten Endes könnten es hingegen Dienste wie Fraxion sein, die für eine größere Akzeptanz von Bezahl-Inhalten sorgen. Denn wer als Blogger zur Kasse bittet, zahlt eventuell auch eher für die Beiträge seiner Kollegen.
Jürgen Telkmann
































