7. Juni 2010
Google-Studie: Die Zukunft der Arbeit
Webbasierte Technologien erreichen langsam den Arbeitsplatz und beeinflussen Arbeitsprozesse. Es entstehen neue Formen der Zusammenarbeit, Kollegen sind besser vernetzt. Doch viele Unternehmen sind nicht so ausgestattet, wie sich seine Mitarbeiter es wünschen. Jeder Dritte Beschäftigte in Deutschland glaubt, dass sein Arbeitgeber unzureichend in IT investiert. Und 38 Prozent (44 Prozent länderübergreifend) verwenden privat eine bessere Technologie als im Büro. Dabei liegt die Korrelation zwischen Zusammenarbeit und Innovation bei 81 Prozent. zu diesem Ergebnis kommt eine von Google bei der Future Foundation in Auftrag gegebene Studie: "Die Zukunft der Arbeit".
Untersucht wurde, wie wie Unternehmen webbasierte Technologien einsetzen, ob sie ihr Innovationspotenzial ausschöpfen und welche Auswirkungen die neuen Technologien im nächsten Jahrzehnt auf Arbeitsprozesse haben. Befragt wurden 3.500 Arbeitnehmer – darunter IT- und Personal-Manager – sowie 13 Innovationsexperten aus Deutschland, Großbritannien, Frankreich, Japan und den USA.
Vor allem die deutschen Angestellten schätzen laut Studie eine kollegiale Umgebung: Zwei Drittel arbeiten lieber in einem Team (59 Prozent länderübergreifend). 62 Prozent (54 Prozent länderübergreifend) sagen, dass sie die besten Ideen kreieren, wenn sie sich mit ihren Kollegen austauschen. Und 78 Prozent der Deutschen (71 Prozent länderübergreifend) geben an, regelmäßig proaktiv Ideen zum Unternehmen beizusteuern – sofern sie die Möglichkeit dazu erhalten. Denn dazu fühlt sich gerade einmal jeder Dritte von seinem Arbeitgeber ermutigt (27 Prozent insgesamt).
Breits 54 Prozent der deutschen Arbeitnehmer kennen bereits webbasierte Programme. Beruflich genutzt werden sie von 65 Prozent einmal in der Woche. Privat verwenden 77 Prozent der Befragten die neuen Technologien wöchentlich. 16 Prozent fühlen sich den neuen Technologien nicht gewachsen.
Nur rund ein Drittel der deutschen IT-Manager glaubt, dass ihr Unternehmen das volle Potenzial in punkto Technologie und webbasierter Tools ausschöpft. Dabei sagen 73 Prozent der Deutschen (70 Prozent länderübergreifend), dass ihnen die neuen Technologien die Arbeit erleichtern, 75 Prozent, dass ihre Arbeit effektiver geworden ist und 70 Prozent, dass sie besser mit ihren Kollegen zusammenarbeiten und interagieren. Zudem gehen Arbeitnehmer, die privat neue Technologien und Social Media-Plattformen nutzen, davon aus, dass Unternehmen ähnliche Tools und virtuelle Arbeitsplätze bereitstellen müssen. Denn zwei Drittel aller Befragten glauben, dass Unternehmen in Zukunft nur mittels zeitgemäßer Technologien die besten Mitarbeiter gewinnen und ihre Produktivität erhalten beziehungsweise steigern können.
Der Einführung neuer Technologien im Unternehmen stehen Barrieren entgegen: Deutsche IT-Manager sehen einen Mangel an Visionen der Geschäftsleitung (43 Prozent) sowie fehlende Investitionen (42 Prozent) als Hemmnisse. Und auch wenn bereits die Hälfte der deutschen Mitarbeiter, die schon mit Cloud-Programmen gearbeitet haben, angeben, dass webbasierte Zusammenarbeits-Tools ihre Arbeitsweise verändert haben, glaubt die Hälfte (47 Prozent), dass der Zugriff auf soziale Netzwerke wie Facebook und Twitter Arbeitsprozesse hemmt.
Neben der Herausforderung, die richtige Technologie am Arbeitsplatz zur Verfügung zu stellen, zeigt die Studie weiter, dass Unternehmen motivierende Anreize für Angestellte schaffen müssen, um neue Ideen zu generieren: So sagen 55 Prozent der befragten deutschen Mitarbeiter, sie würden mehr kreative Ideen beitragen, wenn sie honoriert würden. Die größten Impulse sind finanzielle Belohnung (45 Prozent) und die Anerkennung ihrer Leistungen (38 Prozent).
Des Weiteren belegt die Studie, dass flexibles Arbeiten oder sogenannte Telearbeit noch nicht in den Unternehmen angekommen ist – obwohl webbasierte Zusammenarbeits-Tools ein standortunabhängiges Arbeiten ermöglichen und Telearbeit in den vergangenen Jahren zugenommen hat. In Deutschland fühlen sich lediglich 15 Prozent der Mitarbeiter von ihrem Arbeitgeber ermutigt, von überall zu arbeiten. In den USA und Großbritannien arbeitet bereits jeder Dritte beziehungsweise jeder Vierte von zu Hause aus. Auch glauben 73 Prozent der HR-Manager in Deutschland, dass flexibles Arbeiten die Produktivität erhöht. Doch 55 Prozent der deutschen Befragten (58 Prozent insgesamt) sind zuversichtlich, dass ihr Arbeitgeber in Zukunft individuell angepasstes Arbeiten ermöglichen wird.
Jedoch müssen Unternehmen ihre flexiblen und von überall arbeitenden Angestellten in einer zunehmend vernetzten Welt auch davor schützen, stets verfügbar zu sein und sich zu überarbeiten. Denn 35 Prozent der befragten Arbeitnehmer in Deutschland erwarten, dass die Grenzen zwischen Arbeit und Leben in den nächsten zehn Jahren verschwimmen. 30 Prozent glauben, dass sie mehr Zeit auf ihre Arbeit verwenden, wenn sie standortunabhängig arbeiten. Und ein Drittel von ihnen äußert, dass sie durch Telearbeit schlechter von der Arbeit abschalten können.
Felix Schrader
Nichtsdestotrotz: Viele Unternehmen üben sich in konservativ-destruktiv-operativ-impertinent-innovationsfeindlich-technologiekritischem Verhalten und sorgen damit MEINER MEINUNG nach für die ein oder andere Wertschöpfungsbremse. Aber irgendwann kommt's auch oben an, dass das Internet kein Kasten ist und man es durchaus zur gewinnbringenden Gestaltung und Vereinfachung von Geschäftsprozessen nutzen kann. Hoffentlich bald... #zitieren
































