18. März 2010
Google TV – Sony, Intel und Logitech mit im Boot
Sony, Intel, Logitech und Google arbeiten gemeinsam an einer Fernseh-Plattform mit dem Namen Google TV. Mit neuartigen Set-Top-Boxen und Fernsehgeräten soll das Internet zum festen Bestandteil des Heimkinos werden, berichtet die New York Times. Für Google und Intel ist die Welt des Fernsehens bislang unerschlossenes Terrain, während Sony nach neuen Impulsen sucht, um wieder eine gestärkte Position im Bereich der TV-Hardware zu erlangen.
Es gibt bereits Set-Top-Boxen auf dem Markt, die über Internet-Funktionen verfügen. Deren Webseiten-Angebot ist aber zumeist noch beschränkt. Google arbeitet bereits an einem Suchdienst für Set-Top-Boxen, der auf Android basiert. Nun möchte das Unternehmen seine TV-Plattform für andere Software-Entwickler öffnen. Bis zum Sommer könnte ein SDK für Google TV veröffentlicht werden. Über das Projekt soll Stillschweigen vereinbart worden sein. Weder Google, Intel, Sony noch Logitech äußerten sich offiziell zu dem Vorhaben. Die New York Times hat aber herausgefunden, dass die Unternehmen verstärkt Entwickler mit Android-Expertise angeheuert haben.
Für Google stellt das Projekt die Chance dar, in den heimischen Unterhaltungsmarkt und damit in das Wohnzimmer zu gelangen. Als Lieferant der Open-Source-Software will das Unternehmen dafür sorgen, dass seine zahlreichen Dienste auch auf den TV-Bildschirm genutzt werden. Eines neuen Interface soll das Browsen und die Wiedergabe von TV-Content aus dem Web spielend leicht ermöglichen.
Intel kann durch das Projekt seine Atom-Prozessor-Reihe auch auf Set-Top-Boxen und TV-Geräte ausweiten. Logitech ist als Experte für ferngesteuerte Bediengeräte wie Keyboards ein interessanter Partner. Sony würde die ersten TV-Geräte mit integrierter Empfangseinheit anbieten und Anwendungen beisteuern. Ein Store für das Filmangebot von Sony Pictures wäre ebenfalls denkbar.
Die Unternehmen werden aber nicht die Einzigen sein, die den TV-Internet-Markt erobern wollen. Cisco Systems, Motorola, Microsoft und Apple sollen an ähnlichen Projekten arbeiten. Roku und Boxee bieten bereits Boxen an, mit denen Videostreams via Netflix empfangen werden können. Die Geräte verzichten auf einen Browser und setzen ganz auf TV-spezifische Apps. Preislich könnten sie Google TV gegenüber im Vorteil sein. Roku bietet sein Gerät bereits für 80 Dollar an, während Experten davon ausgehen, dass eine Android-gesteuerte Set-Top-Box um die 200 Dollar kosten würde.
Lukasz Konieczny
































