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13. Januar 2010

Google in China angegriffen – Rückzug angedroht

(Link zum Artikel: http://www.createordie.de/cod/news/053322)

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Google will sich der Zensur in China nicht länger unterwerfen. Dass diese Entscheidung mitunter den Rückzug aus dem Reich der Mitte und das Ende von google.cn bedeuten kann, dessen ist sich Google bewusst. Grund für diese drastische Kehrtwende ist ein vermutlich offizieller Hackerangriff im Dezember 2009.

Ende vergangenen Jahres hat Google einen Angriff auf GMail festgestellt. Dessen Ziel waren vorrangig die Accounts chinesischer Menschenrechtsaktivisten. Bei der Untersuchung des Vorfalls hat man festgestellt, dass mindestens 20 weitere Firmen attackiert wurden. Zudem sollen auch GMail-Konten von Menschenrechtlern in den USA und Europa angegriffen worden sein. Erfolgreich gewesen sei der Angriff laut Google nicht, lediglich zwei Accounts in China sollen betroffen sein. Google ist dabei die betroffenen Firmen zu informieren, auch die zuständigen US-Behörden hat man eingeschaltet.

Den Hackerangriff will Google nicht auf sich beruhen lassen. In den kommenden Wochen sucht man das Gespräch mit der chinesischen Regierung. Beraten will man sich hinsichtlich der Frage, ob und auf welcher Grundlage eine unzensierte Suche in China möglich sei. "We recognize that this may well mean having to shut down Google.cn, and potentially our offices in China", erklärt David Drummond von Googles Rechtsabteilung.

Über die Konsequenzen, die mit dem Rückzug aus einem der weltweit wachstumsstärksten Märkte einhergehen, ist man sich im Klaren. Die Börse reagierte auf die Meldung bereits mit Abschlägen auf die Google-Aktie. Doch der Suchmaschine geht es in diesem Fall um eine globale Debatte über die Redefreiheit.

Laut Reuters hat sich bereits US-Außenministerin Hillary Clinton zu dem Vorfall geäußert und verlangt eine Erklärung von China. Der von Google erhobene Vorwurf der Zensur wecke Besorgnis und werfe Fragen auf, so Clinton.

Wie Google sich in den kommenden Wochen in China verhält dürfte interessant sein zu beobachten. Menschlich gesehen ist diese Ankündigung mehr als überfällig.

Felix Schrader

Kommentare
Gravatar Jan 13.01.2010
um 10:46 Uhr
.ch ist aber nicht die tld von China ;) #zitieren
Gravatar Chris 14.01.2010
um 11:04 Uhr
Find ich absolut richtig von Google!!! #zitieren
Gravatar Tim Cole 17.01.2010
um 08:08 Uhr
Google hat gemerkt, dass sie in China ohnehin keinen Bein mehr auf den Boden kriegen, und jetzt versuchen sie aus ihrem Scheitern wenigstens eine wirksame PR-Aktion zu machen. Ich halte das für zynisch.
Die wichtige Frage ist im Übrigen: Warum hat Google, wenn sie es mit ihrem Firmenmotto "Don't be evil" ernst nehmen, seinerzeit überhaupt einen Teufelspakt mit den Machthabern in Bejing abgeschlossen? Und was stand in der Vereinbarung eigentlich drin? Niemand weiß es, weil Google grundsätzlich keine Infos rausgibt, wenn man sie nicht dazu zwingt. Paranoid, sage ich!

Evgeny Morozov hat übrigens gestern in den "New York Times" eine interessante Erklörung für Googles grandiose Fehleinschätzung des Regimes gefunden. Er macht dafür “computational arrogance” verantwortlich für deren . Da ist was dran: Wir Techies neigen schon dazu, die Welt durch eine ganz besondere Brille zu sehen. Siehe dazu meinen Blogeintrag “Eric Schmid und die Arroganz des Computers” (http://tinyurl.com/ydvn46x)
#zitieren
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