
15. September 2009
Google kämpft für Datenfreiheit
Google zeigt sich in Sachen Nutzerdaten endlich kämpferisch. Unter dem Schlachtruf: "Wir wollen den Google-Nutzern mehr Kontrolle über ihre Daten geben, es ihnen leichter machen diese zu im- oder exportieren", meldet sich eine bislang weitgehend unbekannte Entwickler-Brigade namens "The Data Liberation Front" zu Wort. Die Truppe agiert im Innern – soll andere Entwickler-Teams bei Google dabei beraten, wie sich die Nutzerdaten in deren Produkte "befreien" lassen.
Auch der Einsatz an der Benutzer-Front wird den Datenbefreiern zugemutet: Auf der truppeneigenen Website wird das Verhalten bei Einrücken in, aber auch zur Flucht aus Google-Services wie Blogger, YouTube oder GMail eingeübt. Im Falle von Blogger wird etwa auch auf einen Hilfstext bzw. ein Tool namens "The Google Blog Converters" hingewiesen – Datenmigration, ein Kinderspiel.
Wozu die ganze Datenbefreiungsoffensive von Google? In den FAQs ist zu lesen, dass man damit den Willen des Befehlshabers aka Google-CEO Eric Schmidt exekutiert, der einmal gesagt haben soll:
How do you be big without being evil? We don't trap end users. So if you don't like Google, if for whatever reason we do a bad job for you, we make it easy for you to move to our competitor.
Nutzer sollen nicht mit ihren Daten an die Google-Produkte "gekettet" werden, Innovation und freier Wille sollen vielmehr der Anlass hierzu sein. Informiert wird man auch darüber, dass "The Data Liberation Front" keineswegs neu ist, sondern bereits seit 2007 ihre Dienste im Verborgenen erbringt. Die Idee wurde bereits 2006 entwickelt. Dem eigenen Verständnis nach ist man Durchsetzer offener Standards, die Konkurrenz kann machen was sie will.
Bislang existiert das unschöne (Vor-)Urteil von Google als "der" Datenkrake im Web. Bald zu unrecht? Noch sehen die Datenbefreier ihre hehren Ziele nicht vollständig umgesetzt, erst zwei Drittel der Misson sei erfüllt. Wer sich über die tapferen Freiheitshelden informieren möchte, der hat wahlweise auf Dataliberation.org sowie einem Blog hierzu Gelegenheit – auch kann man den tapferen Taten live auf Twitter beiwohnen. Wer den Datenbefreiern einen Tipp zukommen lassen will, wo deren Eingreifen dringend erforderlich ist, der kann seine Botschaft auf der Google Moderator Page loswerden.
Reimar Winkler
































