28. Juli 2010
Google will Social Games
Google will ein eigenes soziales Netzwerk errichten, das mit Facebook konkurrieren soll. Bereits mit Google Buzz versuchte das Unternehmen aus Mountain View verstärkt im Bereich von Social Media Präsenz zu zeigen. Als Lockmittel für den Dienst will Google vor allem auf Social Games setzen.
Einige Spiele-Entwickler, wie Zynga, Playdom und Playfish sollen bereits mit ins Boot steigen wollen, berichtet das WSJ. Die Spiele dieser Firmen würden zu einem festen Bestandteil des geplanten Netzwerks werden. Noch vor wenigen Tagen erklärte Eric Schmidt in einem Interview, als man ihn nach den Plänen von Google für ein soziales Netzwerk fragte, dass die Welt keine Kopie der gleichen Sache bräuchte.
Social Games sind verstärkt in den Fokus großer Unternehmen gerückt, die darin die Chance auf ein gigantisches Geschäft sehen. So hat Disney erst kürzlich Playdom für 563 Millionen Dollar erworben und auch Electronic Arts ist in das Social Gaming eingestiegen, indem es Playfish für über 400 Millionen Dollar gekauft hatte. Google strebt zudem eine engere Partnerschaft mit Zynga an.
Für Google würde sich mit dem Netzwerk eine Chance ergeben, an Social Games mitverdienen zu können. Immerhin erhält Facebook 30 Prozent der Einnahmen durch Social Games. Mit Checkout hat Google bereits ein eigenes Billing-System entwickelt. Für die Anbieter von Social Games wiederum ergäbe sich die Chance, sich ein wenig aus der Abhängigkeit von Facebook zu befreien. Das soziale Netzwerk durch seine immense Größe faktisch zu einer Art von parallelem Internet geworden ist, fernab des Zugriffs von Google.
Der Markt für Social Games soll in den kommenden Jahren enorm steigen. In Japan werden bereits Milliarden damit umgesetzt. Die Attraktivität für die Produzenten liegt in der Einfachheit dieser Spiele: verglichen mit großen Spieletiteln à la Starcraft II verschlingen Games wie Farmville kaum Produktionskosten. Wie absurd Social Games ausfallen können, zeigte jedoch der Spieleentwickler Ian Bogost, der mit Cow Klicker eine Parodie der Facebook-Games veröffentlichte und damit dennoch seine Kosten decken kann.
Lukasz Konieczny

























