
17. April 2008
HasenzüchterVZ
Vollmundige Sätze sind da zu hören: Das Internet der Zukunft ist das Netz ohne Browser. Ob Adobe AIR wirklich die Zukunft des Netzes ist, darf dahingestellt bleiben. Wahr ist jedoch, dass enormes Potenzial in geräteunabhängigen Medien liegt. Ein feiner Unterschied. Nehmen wir z.B. "Shifd", eine Applikation der New York Times. Anwender können Inhalte wie Links auf Zeitungsartikel aber auch Notizen und Adressen zwischen ihrem Rechner und mobilen Geräten versenden.
Verätherung von Webinhalten
Oder "Top 100 Videos" von AOL Music. Meist kleine Widgets, bei denen Unterhaltung im Vordergrund steht. Allerdings vermögen AIR-Applikationen auf große Datenmengen zu reagieren, Flash, HTML und PDF zu vereinen und Rapid Prototyping endlich Entwicklerrealität werden zu lassen. Die Produktbezeichnung ist treffender als alles, was ich bislang kennenlernen musste: AIR ist nichts Anderes als die Verätherung sämtlicher Webinhalte. Der nächste große Wurf also für Adobe?
Andernorts geht es handfester zu: So rigoros die EU-Wettbewerbshüter gegenüber Microsoft sind, so blauäugig verhalten sie sich Google gegenüber. Erst Anfang März hat die Europäische Kommission Googles Übernahme von DoubleClick ohne Auflagen genehmigt. Besser noch: Eine vertiefte Überprüfung des 3,1 Milliarden Dollar schweren Geschäfts habe ergeben, dass beide Unternehmen bislang nicht in erheblichem Wettbewerb zueinander gestanden hätten. Das macht nachdenklich und ist irritierend wie Dwayne "The Rock" Johnson in der Damensauna.
Micorosft existiert nicht und Google ist eine Illusion
Es würde mich nicht wundern, wenn es Microsoft gar nicht mehr gäbe und es nur eine von Google am Leben gehaltene Illusion wäre, um alle negativen Affekte, die man gegen Multimilliardendollar-Konzerne haben kann, aufzufangen. Dann allerdings wäre man Verschwörungstheoretiker.Glauben Sie, dass Google Charts nicht Ihre statistischen Informationen weiterverwendet? Glauben Sie, dass Google Android ein altruistisches Geschenk an die Entwicklerwelt ist, dem wachsenden Wunsch nach einem individualisierten Handy gerecht zu werden? Google ist das Kardinalbeispiel für exzellentes Markenmanagement, eine lustige Firma.
Steve Ballmers Mutter war böse
Bei anderen merkt man deutlicher, dass Mutti nicht lieb war: Steve Ballmer wird nicht müde, nach Yahoo zu greifen, Rupert Murdoch will wachsen, aber nicht an Yahoo, Marc Zuckerberg ist jüngster Milliardär aller Zeiten, muss aber Adiletten tragen, weil letztlich alles virtuell ist. Und StudiVZ begegnet dem Druck durch Facebook mit allerlei nutzlosen Vertikalkapriolen: StudiVZ für Ältere, für Neugeborene, für Hasenzüchter.2008 ist das Jahr des Hauens und Stechens bei den sozialen Netzwerken. Und ich würde in puncto Mitgliederzahlen und Feature-Reichtum nicht gerade auf StudiVZ setzen.
Mal ehrlich: Wann passiert etwas Neues?
Markus Nix
Felix Schrader
































