23. November 2009
Imagewechsel bei Aol und McDonalds
Wie sieht der Geist des 21. Jahrhunderts aus? Eine Frage, die abstrakter und seltsamer kaum sein könnte. Eine wichtige Frage allerdings für Menschen, die sich in Unternehmen rund um den Globus mit der Corporate Identity auseinandersetzen. Daher sei soviel gewiss: Der Geist des 21. Jahrhunderts prangt nicht auf einem roten Hintergrund und er schreibt sich auch nicht ausschließlich mit Großbuchstaben. Diese Gewissheiten kann man aus den neuen Änderungen der Logos von McDonalds und AOL – Entschuldigung – Aol ableiten.
Die Financial Times Deutschland berichtet, dass McDonalds künftig bei Restaurant-Neueröffnungen nicht mehr auf das altbewährte Rot setzen will: Bei neuen Fritten-Schmieden prangt das goldenen "M" auf grünem Grund. "Der Farbwechsel sei auch als Bekenntnis und Respekt vor der Umwelt zu werten." Am Münchener Flughafen kann man bereits eine erste Filiale im Öko-Design bestaunen. Das sogenannte "Flagship"-Restaurant wurde dort für 1,4 Million Euro hochgemauert.
Auch Aol möchte etwas zeitgemäßer daherkommen und hat das Firmenlogo überarbeitet. Statt den Großbuchstaben will man nun nach dem großen "A" auf Kleinbuchstaben umsteigen. Diese geniale Idee entstammt der Zusammenarbeit mit dem Innovations- und Marken-Berater Wolff Olins. CEO Karl Heiselmann interpretiert den Wechsel von groß auf klein:
Früher waren Logos monumental und kontrollierend, nicht mehr als der Unternehmensname auf Produkten. AOL ist ein Medienunternehmen des 21. Jahrhunderts mit einer ambitionierten Vision für die Zukunft und einem neuen Fokus auf Kreativität und Ausdruck. Das neue Logo sollte deshalb offen und einladend sein, Unterhaltung und Zusammenarbeit fördern sowie glaubhaft und inspirierend sein. Wir sind stolz, so eng mit dem Führungsteam von AOL zusammengearbeitet zu haben, um etwas so Mutiges und aufregend Neues zu schaffen.
Das neue Logo wird am 10. Dezember, der Tag von Aols geplantem Börsengang, offiziell vorgestellt. Es könnte allerdings sein, dass dann vermutlich 2.500 Mitarbeiter weniger unter dem "simplen und selbstbewussten Design" arbeiten. So viele Stellen will Aol streichen. Vorerst sucht man dafür Mitarbeiter, die freiwillig auf ihre Stelle verzichten. Damit will das Unternehmen die Betriebskosten um rund 300 Million Dollar senken.
Jürgen Telkmann
Heisst: schlechtes Produkt =teures Marketing #zitieren
































