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5. März 2010

Internet Explorer 6 in Denver beigesetzt

(Link zum Artikel: http://www.createordie.de/cod/news/054290)

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Nostalgiker der frühen Jahre des neuen Jahrtausends müssen nun ganz stark sein. Ein treuer Begleiter und Weggefährte durch die Pfade des Netzes, ein Verächter neumodischen Schnick Schnacks des Web 2.0 und einer der Besten seiner Klasse hat das Zeitliche gesegnet. Bald neun Jahre jung verstarb am vergangenen Donnerstag der Internet Explorer 6. Die Beisetzung fand noch am selben Tag in Denver statt.

Was schreibt man an dieser Stelle über jemanden, über den schon alles gesagt wurde? In jungen Jahren machte er schnell von sich Reden und fand eine treue Fangemeinde. Doch derartige Popularität zieht immer Neider und Spötter an. Aus der Mode geraten, eine Bremse für das neue Web sei er – IE6 musste in seinen letzten Tagen viel über sich ergehen lassen.

Die Beerdigung wurde von der Aten Design Group ausgerichtet, die sogar dazu einlud, Blumen zu senden, als IE6 noch mit dem Tode rang. Ausschlaggebend dafür war die von Google angekündigte Einstellung des Supports für den Dahinsiechenden – Google Docs und Sites haben ihn schon eingestellt, YouTube wird am 13. März folgen. An der Beisetzung nahmen rund 100 Trauergäste teil, via Twitter und IE6Funeral.com kondolierten weit über 6.000 fassungslose User.

Sobald eine Legende stirbt, ranken sich hingegen auch Mythen um den Verstorbenen – eine weitere Schattenseite des Ruhms. Schon einen Tag nach der Trauerfeier munkeln Stimmen, die Beerdigung sei nur fingiert gewesen und die Legende lebe. Selbst CNN macht vor derartigen Gerüchten nicht halt, welche die Kinder und Enkel des Browsers, IE7 und IE8, besonders hart treffen dürften.

Internet Explorer 6 isn't exactly dead yet, and in fact remains widely used. But in recent years, it's been eclipsed by newer, faster browsers that are better equipped to run the Web's latest bells and whistles.

Die Hoffnung stirbt also auch in diesem Falle zuletzt. Doch letztendlich werden derartige Mythen auch nicht dabei helfen, die Trauerarbeit vor sich hin zu schieben und weiter zu verdrängen. Irgendwann wird auch den letzten Zweifler der Schmerz über den Verlust einholen und man muss den Tatsachen ins Gesicht blicken. Ruhe sanft, kleiner Prinz, wir werden Dich (nicht) vermissen.

Jürgen Telkmann

Kommentare
Gravatar dkdenz 05.03.2010
um 15:31 Uhr
Man soll ja nicht schlecht über Verstorbene reden... ...aber es wurde ja echt Zeit.

Kein herzliches Beileid,
dkdenz
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