17. September 2008
Internet ist wichtigste Infoquelle bei Kaufentscheidung
Geht es um die Buchung eines Urlaubs, dann ist das Internet für alle jene Konsumenten, die einen Internetanschluss haben, die erste Informationsquelle. Gleiches gilt für den Kauf von Unterhaltungselektronik. Beim Kauf eines Autos, größeren Haushaltsgeräten oder Finanzprodukten folgt der Blick ins Internet erst nach einer Beratung im jeweiligen Fachgeschäft, so TNS Infratest in einer Studie zur Nutzung des Internets.
Informationsmedium Internet
67 Prozent der User informieren sich vor der Buchung einer Reise im Netz, beim Kauf von Unterhaltungselektronik sind es 64 Prozent. Für die Anschaffung eines PKW (55 Prozent) oder größerer Haushaltsgeräte (60 Prozent), den Abschluss von Versicherungen (50 Prozent) und die Geldanlage (44 Prozent), ist das Internet jeweils Informationsquelle Nummer 2 unter den Onlinern. Die Beratung in den jeweiligen Autohäusern, Fachgeschäften oder Agenturen wird durchschnittlich 15 Prozentpunkte häufiger genutzt.
Über alle Produktsegmente hinweg finden sich die bekannten Internetnutzungsfaktoren, wie die steigende Nutzung des Internets mit steigendem Bildungsabschluss und bei Berufstätigkeit der Befragten. Ebenso gab es übergreifend eine abnehmende Nutzung des Internets mit steigendem Alter und Männer nutzen das Internet zur Informationsbeschaffung eher als Frauen mit einem Unterschied von ca. zehn Prozentpunkten. Ausnahme sind Reisen, bei denen Frauen nur unwesentlich unter den Werten der Männer liegen.
Erste Anlaufstelle: die Suchmaschine
Beabsichtigt ein Konsument, sich im Internet zu informieren, nutzt er zu 76 Prozent eine Suchmaschine, um die interessanten Informationen zu finden. Durchschnittlich 71 Prozent navigieren auf der Suche nach Information zu den Websites der jeweiligen Produkt- oder Dienstleistungsanbieter. 46 Prozent der Befragten geben an, Internetauftritte von Zeitungen, Zeitschriften, Radio und Fernsehen zu konsultieren, während Preisportale von 39 Prozent und Auktionsportale von 24 Prozent der Befragten genutzt werden.
Bei der Informationsbeschaffung vor dem eigentlichen Kauf steckt das Web 2.0 noch in der Startphase. Über alle untersuchten Produktsegmente nutzen ca. 25 Prozent der Konsumenten Foren, ca. 13 Prozent konsultieren Blogs, neun Prozent informieren sich bei Videoplattformen und sechs Prozent geben an Informationen in sozialen Netzwerken zu finden. Je nach Produktsegment können sich dabei die Nutzungsgrade maximal verdoppeln, so ist der Anteil der Reisenden, die in Blogs stöbern, bei 19 Prozent und neun Prozent der Interessenten für Unterhaltungselektronik suchen gezielt nach Informationen in sozialen Netzwerken.
Web 2.0 kommt
"Allerdings sollte die Relevanz der Web 2.0-Medien nicht unterschätzt werden: 76 Prozent der Nutzer steigen über eine Suchmaschine in das Internet ein und werden dadurch auch zu relevanten Web 2.0 Inhalten geführt. Hier ist davon auszugehen, dass Konsumenten, die über eine Suchmaschine auf einen Blog-Eintrag gestoßen sind, als Quelle primär die Suche und nicht den Blog gelistet haben," sagt Dirk Steffen, Leiter des New Interactive Center bei TNS Infratest.
Im Rahmen der Studie wurden 1000 Personen telefonisch befragt.
Felix Schrader

































